# taz.de -- Postumer Grammy für Musiker Fela Kuti: Später Lohn für bleibenden Einfluss
       
       > Der Afrobeat-Pionier Fela Kuti hat postum einen Grammy für sein
       > Lebenswerk erhalten. Er ist der erste afrikanische Musiker, der diese
       > Auszeichnung bekommt.
       
 (IMG) Bild: Ein Foto des Afrobeat-Pioniers Fela Kuti als Teil einer Kunstinstallation in Lagos im November 2025
       
       Dass ein Musiker einen Musikstil begründet, sollte genügen, um ihm einen
       Platz in der Musikgeschichte zu sichern. Wenn er darüber hinaus Musiker in
       aller Welt beeinflusste, ist das ein weiterer Grund, ihn gebührend zu
       würdigen. Auf den nigerianischen Musiker Fela Kuti trifft beides zu. Fela
       Kuti entwickelte in den frühen siebziger Jahren aus Highlife, Jazz und Funk
       den [1][Afrobeat]. Dessen filigran polyphoner Groove wird mit teils
       markanten Akzenten elektrisiert.
       
       Gemeinsam mit seiner Band Nigeria 70, die er später in panafrikanischer
       Mission in Afrika 70 umbenannte, schuf er ein immenses Werk von über 50
       Alben, darunter Afrobeat-Klassiker wie „Afrodisiac“ (1973), „Gentleman“
       (1973) und „Zombie (1976)“.
       
       Für sein Schaffen und seinen bleibenden Einfluss erhielt Kuti postum am
       Sonnabend in Los Angeles den Grammy für sein Lebenswerk, bei einer
       Zeremonie am Vorabend der eigentlichen Grammy-Gala. Fela Kulti ist damit
       der erste afrikanische Musiker, dem diese Auszeichnung verliehen wurde.
       
       ## Die Zukunft der Musik
       
       Zu den frühen internationalen Fans Kutis gehörte der britische Musiker und
       Produzent Brian Eno. Als dieser in den siebziger Jahren zum ersten Mal die
       Platte „Afrodisiac“ hörte, stand für ihn fest, dass dies „die Zukunft der
       Musik“ sei. Was sich bald darauf im Sound von Enos eigener Musik oder von
       ihm produzierter Bands wie den Talking Heads niederschlug.
       
       Der von Fela Kuti geschaffene Afrobeat bildet auch die Vorlage für die
       heute [2][in Nigeria dominierenden Afrobeats], die afrikanische Rhythmen
       mit elektronischem Pop kombinieren. Kuti konnte diese Entwicklung selbst
       nicht mehr erleben, er starb 1997 an Aids.
       
       Kutis Cousine Yemisi Ransome wird von der Nachrichtenagentur AFP mit den
       Worten zitiert, die Auszeichnung sei „ein Fest für das afrikanische Volk“,
       und dieses solle den Preis zugleich als seine Auszeichnung betrachten.
       „Aber wir möchten auch denen, die diese Anerkennung aussprechen, eine
       Botschaft senden: Bitte (…) warten Sie nicht, bis die Menschen gestorben
       sind.“
       
       1 Feb 2026
       
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