# taz.de -- Verdacht auf Geldwäsche: Durchsuchungen bei Deutscher Bank
       
       > Erneut Ärger beim Branchenprimus: Justiz und BKA sichern Beweise bei der
       > Großbank. Die Ermittlungen betreffen frühere Geschäftsbeziehungen.
       
 (IMG) Bild: Muss sich auf kritische Fragen zur Razzia einstellen: Vorstandschef Christian Sewing
       
       dpa | Wegen des Verdachts der Geldwäsche durchsucht die Justiz die Zentrale
       des größten deutschen Geldhauses in Frankfurt am Main sowie einen Standort
       der Bank in Berlin – und das ausgerechnet am Tag vor der Bilanzvorlage des
       DAX-Konzerns für 2025. Beschuldigt werden unbekannte Verantwortliche und
       Mitarbeiter, teilte Staatsanwaltschaft Frankfurt mit.
       
       Die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt am
       Main führt die Ermittlungen gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA).
       Hintergrund sind frühere Geschäftsbeziehungen des Instituts zu
       ausländischen Gesellschaften, die ihrerseits im Verdacht stehen, Geldwäsche
       betrieben zu haben.
       
       Bei den Durchsuchungen sollten nach Angaben der Ermittler zusätzliche
       Beweise gesichert werden. Nach Informationen des [1][Spiegels, der zuvor
       darüber berichtet hatte], betraten um kurz nach 10 Uhr etwa 30 Ermittler in
       Zivil den Sitz der Bank in der Frankfurter Innenstadt.
       
       An der Börse gab der Aktienkurs der Deutschen Bank nach Bekanntwerden der
       Durchsuchungen zeitweise um rund 3 Prozent nach. Die Zahlenvorlage des
       DAX-Konzerns an diesem Donnerstag steht damit unter keinem guten Stern:
       Zwar erwarten Analysten, dass das Institut seinen Gewinn 2025 deutlich auf
       knapp 6 Milliarden Euro gesteigert hat. Doch nun muss sich
       [2][Vorstandschef Christian Sewing] auf kritische Fragen zur Razzia
       einstellen.
       
       ## Bank bestätigt Durchsuchungen
       
       Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es bei den
       Ermittlungen um Geschäfte im verschachtelten Firmenkonglomerat des
       russischen Oligarchen Roman Abramowitsch aus den Jahren 2013 bis 2018.
       Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge werfen die Ermittler der
       Deutschen Bank vor, eine oder mehrere Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu
       Abramowitschs Firmen verspätet an die Behörden übergeben haben.
       
       „Zu dem Hintergrund der Geschäftsbeziehungen, den über die Deutsche Bank AG
       erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften
       selbst, können keine weiteren Angaben gemacht werden“, erklärte ein
       Sprecher der Staatsanwaltschaft.
       
       Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte die Durchsuchungen auf Anfrage,
       ohne weitere Details zu nennen: „Wir bestätigen, dass in den
       Geschäftsräumen der Deutschen Bank derzeit eine Maßnahme der
       Staatsanwaltschaft Frankfurt durchgeführt wird“, teilte der Sprecher mit.
       „Die Bank arbeitet vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Wir
       bitten um Verständnis, dass wir uns darüber hinaus nicht äußern.“
       
       ## Schon öfter Ärger mit Aufsicht
       
       [3][Vorwürfe, beim Thema Geldwäsche nicht genau genug hinzuschauen und
       Verdachtsanzeigen zu spät abzugeben, haben der Deutschen Bank wiederholt
       Ärger eingebrockt]. Ende April 2022 zum Beispiel durchsuchten Ermittler von
       Staatsanwaltschaft, BKA und Bafin die Zentrale der Bank in Frankfurt.
       
       Bankmitarbeiter sind per Gesetz verpflichtet, bei einem Verdacht, dass
       Kunden Gelder aus kriminellen Geschäften waschen wollen oder dass
       Transaktionen im Zusammenhang mit [4][Terrorismusfinanzierung] stehen, dies
       unverzüglich zu melden. Häufig betreffen solche Verdachtsanzeigen den
       Korrespondenzbankbereich. Dort hilft die Deutsche Bank mit ihrer globalen
       Reichweite anderen Geldhäusern bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs.
       
       Die Finanzaufsicht [5][Bafin schickte der Bank zeitweise einen
       Sonderbeauftragten ins Haus], der Fortschritte beim Kampf gegen Geldwäsche
       und Terrorismusfinanzierung überwachen sollte – seinerseits ein Novum in
       der deutschen Bankenbranche. Ende 2024 wurde der Sonderbeauftragte
       abgezogen.
       
       28 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.spiegel.de/wirtschaft/durchsuchungen-in-frankfurt-und-berlin-bka-ermittler-gehen-gegen-deutsche-bank-vor-a-6bafde5c-3eb3-4797-990e-aaafa8406357
 (DIR) [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Sewing
 (DIR) [3] /Finanzaufsicht-reagiert-auf-IT-Probleme/!5964304
 (DIR) [4] /Finanzkriminalitaet-in-Deutschland/!5873723
 (DIR) [5] /Finanzaufsicht-reagiert-auf-IT-Probleme/!5964304
       
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