# taz.de -- Grüne verteidigen Bildungsreform: Niedersachsen beim Dividieren geteilter Meinung
       
       > Von 2027/28 an lernen Grundschüler in Niedersachsen anders, Zahlen zu
       > teilen. CDU und AfD blasen zum Kulturkampf.
       
 (IMG) Bild: Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg, hier im Oktober 2022 in Hannover
       
       dpa | Die [1][Änderungen beim Dividieren an Niedersachsens Schulen] sorgen
       weiter für Streit: Im Landtag kritisierten sowohl die CDU als auch die AfD
       die Umstellung scharf. Niedersachsens Kultusministerin [2][Julia Willie
       Hamburg] verteidigte die Reform dagegen.
       
       „Was mich ärgert, ist, dass suggeriert wird, wir würden die schriftliche
       Division abschaffen. Das tun wir nicht“, sagte die Grünen-Politikerin der
       Deutschen Presse-Agentur. Vielmehr kämen Elemente hinzu, die das sichere
       Erlernen der schriftlichen Division in der weiterführenden Schule
       gewährleisteten.
       
       Mit der ab 2027/28 greifenden Änderung wird an den Grundschulen
       hauptsächlich das sogenannte halbschriftliche Dividieren gelehrt, bei dem
       die Zahlen in übersichtlichere Teilzahlen zerlegt und dann geteilt werden.
       Die klassische Division wird dafür erst verbindlich ab Klasse 5
       unterrichtet.
       
       ## Grundstein für Nobelpreisträger aus Niedersachsen?
       
       „Wir reduzieren keine Standards, sondern wir steigern das Verständnis“,
       betonte Hamburg. „Ich gehe fest davon aus, dass die Kinder dadurch besser
       in Mathe werden.“ Die Schülerinnen und Schüler würden sicherer kopfrechnen
       können und auch eigene Lösungswege für mathematische Probleme finden.
       „Damit legen wir den Grundstein, dass Kinder später auch richtig
       hochspringen und im Studium ganz neue eigene Modelle entwickeln können und
       vielleicht sogar mal einen Nobelpreis gewinnen.“
       
       ## CDU sieht Abkehr von Leistungsgesellschaft
       
       Die Opposition sieht das ganz anders. Sophie Ramdor von der CDU beklagte
       eine generelle Abkehr von der Leistungsgesellschaft. „Wenn das Ministerium
       weiter eine Welt für die Kinder erschafft, in der ihnen nichts mehr
       zugetraut wird, in der nicht zugelassen wird, dass sie sich anstrengen und
       über sich selbst hinauswachsen können, dann wird es in Zukunft keine
       Spitzensportler, keine Innovation mehr aus diesem Land geben“, sagte sie.
       
       Der AfD-Abgeordnete Harm Rykena sagte, früher sei das Erlernen der
       schriftlichen Division für die meisten Schüler möglich gewesen. „Immer
       problemlos? Sicherlich nicht. Aber die Schüler haben damit schon in der
       Grundschule gelernt, sich durch ein schwieriges Projekt zu kämpfen.“
       
       ## SPD: Division wird zum Kulturkampf aufgeblasen
       
       Rykena sprach weiter von einer „weichgespülten grünen Pädagogikwelt“, in
       der solche Anforderungen lieber ausgeblendet würden.
       
       Allerdings ist die neue Vermittlung der Division kein grünes Projekt: Die
       Anpassungen orientieren sich an den Bildungsstandards der Länder, wie sie
       die Kultusministerkonferenz (KMK) festgelegt hat. Auch mehrere Experten
       sprachen sich dafür aus. Neben Niedersachsen haben der Landesregierung
       zufolge bereits fünf weitere Länder die Änderung angeschoben.
       
       Darauf verwies auch der SPD-Abgeordnete Thore Güldner. Er kritisierte, eine
       gemeinsame Vereinbarung werde nun „zu einem Kulturkampf aufgeblasen“.
       
       28 Jan 2026
       
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