# taz.de -- Entschädigung für Guantánamo-Häftling: Symbolischer Sieg für Abu Subaida
       
       > 24 Jahre nach Festnahme hat die britische Regierung einem
       > Guantánamo-Häftling eine „substanzielle Summe“ gezahlt. Er sitzt weiter
       > ohne Anklage in Haft.
       
 (IMG) Bild: Abu Subaida im Gefangenenlager auf dem US-Stützpunkt Guantánamo Bay, Kuba. Das Foto hat sein Anwalt 2016 zur Verfügung gestellt
       
       Ein Mann, der nackt auf einer Bahre liegt, mit mehreren Gurten
       festgebunden. Über seinem Kopf ist ein Tuch ausgebreitet, aus einer Flasche
       wird Wasser darüber geschüttet. Das ist eine der Foltermethoden, die Zain
       al-Abidin Muhammad Husain, der heute den Namen [1][Abu Subaida] führt,
       während seiner Haft [2][in der US-Strafanstalt Guantánamo Bay auf Kuba]
       gezeichnet hat. Die New York Times veröffentlichte 2019 einige seiner
       Zeichnungen, was ihm eine gewisse Bekanntheit einbrachte.
       
       24 Jahre nach seiner Festnahme sitzt der 1971 geborene Palästinenser noch
       immer ohne Anklage in Guantánamo fest. Die britische Regierung hat ihm nun
       eine „substanzielle Summe“ als Entschädigung gezahlt, [3][wie die BBC am
       Montag berichtete]. Hintergrund war seine Klage gegen die Regierung, diese
       habe sich der Komplizenschaft bei seiner Folter durch US-Beamte mitschuldig
       gemacht.
       
       Subaida wurde im Jahr 2002 in Pakistan bei einer gemeinsamen Operation von
       pakistanischen und US-Einheiten festgenommen. Er wurde verdächtigt, ein
       hochrangiger Al-Qaida-Terrorist zu sein, der die [4][Terrorattacke am 11.
       September 2001] in den Vereinigten Staaten mitgeplant hätte.
       
       ## Von Waterboarding bis zu sexueller Erniedrigung
       
       Nach seiner Festnahme wurde Subaida von den US-Nachrichtendiensten CIA und
       FBI [5][an verschiedene Orte in sechs Ländern], darunter Thailand, Polen
       und Litauen verbracht, bis er im Jahr 2006 schließlich in Guantánamo Bay
       untergebracht wurde. Subaida war der erste Gefangene, an dem die von der
       CIA so bezeichneten „[6][erweiterten Verhörtechniken]“ angewandt wurden –
       ein beschönigender Ausdruck für Folter. Subaida musste allein 83-mal das
       sogenannte „Waterboarding“ über sich ergehen lassen, eine Methode, die den
       Gefolterten glauben lässt, zu ertrinken. Außerdem erlitt er Folter durch
       brutale Schläge, durch Kälte, Lärm sowie durch Schlaf- und Nahrungsentzug,
       sexuelle Erniedrigung und Drohungen. Von seiner Folter wurden Aufnahmen
       angefertigt, die später aber zerstört wurden. Ein Geständnis pressten die
       Geheimdienste mit den Foltermethoden dennoch nicht aus Subaida heraus.
       
       Später zog die US-Regierung die Behauptung, Subaida sei Mitglied von
       al-Qaida gewesen, zurück. Dennoch behauptete das Pentagon wiederholt, dass
       er zu gefährlich sei, um ihn freizulassen. Neben ihm sitzen noch weitere 14
       Menschen in Guantánamo ein.
       
       Subaida reichte mehrere Klagen gegen seine Inhaftierung ein. Unter anderem
       gegen die britischen Nachrichtendienste MI5 und MI6. Obwohl diesen bekannt
       war, dass die US-Nachrichtendienste Befragungsmethoden anwendeten, die in
       Großbritannien illegal waren, und Subaida an einem unbekannten Ort
       festgehalten wurde, schickten die Briten Fragen an CIA und FBI, welche
       diese Subaida stellen sollten. Dies schuf, laut Subaidas Rechtsberaterin
       Helen Duffy, eine Rechtfertigung zu seiner Folter.
       
       Am Sonntagabend wurde nun bekannt, dass die britische Regierung sich in
       einer außergerichtlichen Einigung bereit erklärt hat, Subaida eine
       Entschädigung zu zahlen. Duffy bezeichnete die Abfindung in einem Interview
       mit der BBC als Anerkennung des unglaublichen Leids ihres Klienten als
       Opfer von Folter sowie seines rechtswidrigen Festhaltens seit 24 Jahren.
       Die Abfindung habe vor allem einen symbolischen Wert, sei jedoch
       unzureichend, da Subaida weiter in Guantánamo Bay gefangen sei. „Wir
       erwarten, dass das Vereinigte Königreich alle ihm möglichen Schritte
       unternimmt, die zu seiner Freilassung führen.“
       
       12 Jan 2026
       
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 (DIR) [6] /20-Jahre-Guantanamo/!5825722
       
       ## AUTOREN
       
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