# taz.de -- Beschlagnahmter Tanker: Sanktionen sind besser als Militäraktionen
       
       > Wladimir Putin ignorierte bislang alle Friedensverhandlungen und
       > Kompromisse. Jetzt muss er mit weiteren Sanktionen gegen sein Land
       > rechnen.
       
 (IMG) Bild: Ignorierte bislang alle Kompromisse: Russlands Präsident Wladimir Putin, hier am 24. Dezember im Kreml in Moskau
       
       [1][Das Entern eines unter russischer Flagge fahrenden Öltankers] durch die
       US-Küstenwache ist ein starkes Zeichen. Es reiht sich ein in die
       Ankündigung des republikanischen Senators Lindsey Graham, dass US-Präsident
       Donald Trump jetzt die vom Senat gewollten verschärften Russland-Sanktionen
       unterstütze.
       
       Das Beschlagnahmen von Schiffen der Schattenflotte, mit denen Russland und
       – wie im jüngsten Fall – Iran und Venezuela westliche Sanktionen
       unterlaufen wollen, ist ein erster entschlossener Schritt. Trump macht
       klar, dass er Finanzströme der autokratischen Regime in Moskau, Teheran und
       Caracas austrocknen will. Harte Sanktionen, die auch durchgesetzt werden,
       sind besser als Militärinterventionen. Und auch ökologisch angesichts
       völlig veralteter und unversicherter Schiffe richtig. Bei allen Fehlern und
       Alleingängen Trumps ist die Konsequenz, mit der er gegen diese Regime
       vorgeht, ein Beispiel, dem Europa folgen sollte. Denn ewiges Lamentieren
       und Verurteilen durch die EU bringt nichts. Der Kreml pfeift darauf.
       
       Der Versuch, die beschlagnahmte „Marinera“ durch Aufnahme ins russische
       Schiffsregister – ohne die vorgeschriebenen Inspektionen des aufnehmenden
       Landes – zu schützen, war ein Taschenspielertrick. Er wurde konsequent
       durchkreuzt. Trump, der sich immer wieder in [2][Verhandlungen für einen
       Waffenstillstand] in der Ukraine auf Seite des Kreml-Herrschers gestellt
       hatte, scheint der Geduldsfaden gerissen zu sein.
       
       Auch wenn der Weg lang war, scheint die Erkenntnis gekommen, dass Wladimir
       Putin mit klaren Ansagen und Härte begegnet werden muss, wenn es Frieden in
       Europa geben soll. Putin hatte Zeit für einen Kompromiss. Jetzt muss er mit
       Sanktionen erzwungen werden. Mit Sanktionen, die notfalls auch auf hoher
       See durchgesetzt werden: gegen Russland, Venezuela (dessen Präsidenten ja
       auch die EU nicht anerkannt hatte) und Irans Mullahregime, das immer härter
       versucht, die Massendemonstrationen niederzukartätschen. Ihnen muss die
       Lebensader Öl abgeschnitten werden.
       
       8 Jan 2026
       
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