# taz.de -- „Hybride Kriegsführung“: Taiwan wirft China 2,63 Millionen Cyberangriffe täglich vor
       
       > Die Regierung in Taipeh spricht von einer Zunahme chinesischer
       > Cyberangriffe, die zeitlich mit Pekings bedrohlichen Militärübungen
       > abgestimmt seien.
       
 (IMG) Bild: Ein taiwanesischer Mirage-2000-Kampfjet startet auf einem Luftwaffenstützpunkt
       
       Taiwan wirft ‌China eine massive Zunahme ⁠von Cyberangriffen auf seine
       kritische Infrastruktur von Krankenhäusern bis hin zu Banken vor. Die Zahl
       der Attacken sei 2025 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf
       durchschnittlich 2,63 Millionen pro Tag gestiegen, teilte das nationale
       Sicherheitsbüro der Insel am Sonntag mit.
       
       Einige Angriffe seien zeitlich mit [1][Militärübungen] abgestimmt worden,
       um als „hybride Bedrohungen“ die Insel lahmzulegen. Zuletzt hatte China
       Ende Dezember mit einem großen Militärmanöver die Blockade Taiwans geübt.
       Die Regierung in Taipeh beklagt seit ⁠Jahren ‍eine „hybride Kriegsführung“
       Pekings, die von militärischen Drohgebärden bis hin zu
       Desinformationskampagnen reicht.
       
       Dem Bericht zufolge ⁠stieg die Zahl der täglichen Angriffe gegenüber 2023,
       als die Behörde erstmals Daten veröffentlichte, um 113 Prozent. Besonders
       stark sei der Anstieg in Sektoren wie Energie, Rettungsdiensten und
       Krankenhäusern gewesen. Dies deute auf einen „gezielten Versuch Chinas hin,
       die entscheidende Infrastruktur Taiwans gezielt zu schwächen und staatliche
       sowie gesellschaftliche Funktionen zu stören oder lahmzulegen“, hieß es in
       dem Bericht.
       
       Chinas „Cyber-Armee“ habe ihre Aktionen zeitlich auf militärischen und
       politischen Druck abgestimmt. So seien bei 23 von ⁠40 Militärpatrouillen in
       der Nähe Taiwans auch die Cyberangriffe verstärkt worden.
       
       ## China bestreitet Beteiligung an Hackerangriffen
       
       Auch die Wissenschaftsparks, in denen Taiwans Halbleiterindustrie mit
       Firmen wie TSMC angesiedelt ist, seien Hauptziele gewesen. Dabei hätten die
       Angreifer verschiedene ⁠Techniken eingesetzt, um fortschrittliche
       Technologien zu stehlen. Dies sei ein Versuch, Chinas technologische
       Eigenständigkeit zu stärken und zu verhindern, dass China im
       Technologiewettbewerb mit den USA ‍ins Hintertreffen gerate, hieß ⁠es in
       dem Bericht weiter.
       
       Das chinesische Büro ‌für Taiwan-Angelegenheiten reagierte nicht auf eine
       Bitte um Stellungnahme. China bestreitet regelmäßig, an Hackerangriffen
       beteiligt zu sein. Die Regierung in Peking betrachtet Taiwan als eigenes
       Territorium und hat den Einsatz von Gewalt nicht ‌ausgeschlossen, um die
       Insel unter ihre Kontrolle zu bringen.
       
       Die Regierung in Taipeh lehnt die Souveränitätsansprüche Chinas entschieden
       ab und erklärt, nur das taiwanische Volk könne über seine Zukunft
       ⁠entscheiden. Taiwan rüstet deshalb auf und hat im Sommer 2025 sein größtes
       [2][Militärmanöver seit Jahrzehnten durchgeführt]. (rtr)
       
       5 Jan 2026
       
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