# taz.de -- Migrationspolitik in Schweden: Regieren die rechten Schwedendemokraten bald offiziell mit?
       
       > Schwedens Ministerpräsident Kristersson ist auf dem Parteitag der
       > Schwedendemokraten aufgetreten. Die Rechten streben nach der nächsten
       > Wahl Ministerämter an.
       
       Lange galt Schweden als Land mit liberaler Migrationspolitik, besonders im
       Vergleich zum Nachbarstaat Dänemark. Doch in den letzten Jahren geht der
       Kurs [1][in Richtung Abschottung]. Das liegt auch an der Stärke der
       rechtspopulistischen Schwedendemokraten, die zwar offiziell nicht Teil der
       Regierung sind, die schwedische Politik aber dennoch mitbestimmen. Sie
       tolerieren die liberalkonservative Minderheitsregierung und treffen
       Absprachen mit ihr.
       
       Vor einigen Wochen entschieden die Parteien etwa, das Alter für
       Strafmündigkeit um zwei Jahre abzusenken. Das bedeutet: Bereits
       [2][13-jährige Kinder sollen künftig ins Gefängnis gehen] können. Damit
       wollen die Regierung und die rechten Schwedendemokraten gegen das Problem
       der Banden- und Jugendkriminalität vorgehen. So rekrutieren in Schweden
       Kriminelle immer wieder auch Kinder und Jugendliche und stiften diese zu
       Straftaten an.
       
       Doch ist es mehr als fragwürdig, ob diese Politik das Problem wirklich
       angeht. Auch [3][regte sich in den Kommunen bereits Widerstand], als die
       Regierung die Anreize für Migranten zur freiwilligen Ausreise erhöhte.
       „Danke, aber nein danke“, schrieb ein Bürgermeister als Antwort auf die
       Abschiebepläne.
       
       Vergangenes Wochenende ist der schwedische Ministerpräsident Ulf
       Kristersson, ein Politiker der Moderaten Partei, auf einem Parteitag der
       Schwedendemokraten aufgetreten – ein bislang einmaliger Vorgang. Die
       Rechten formulieren derweil ihren Kurs: Nach der nächsten Wahl in einem
       knappen Jahr wollen sie auch offiziell Teil der Regierung sein.
       
       Was bedeutet das für das Land, und für die Menschen? Darüber sprechen
       taz-Auslandsredakteur [4][Leon Holly] und Skandinavien-Korrespondentin
       [5][Anne Diekhoff] in der aktuellen Folge der Fernverbindung.
       
       Diese Folge wurde aufgezeichnet am 16. November 2025 um 14 Uhr
       mitteleuropäischer Zeit.
       
       [6][Fernverbindung] – Der Auslands-Podcast der taz erscheint jede Woche auf
       taz.de und überall, wo es Podcasts gibt.
       
       27 Nov 2025
       
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