# taz.de -- Einigung in der EU: Strengere Regeln gegen illegalen Tierhandel
> Tierhandel ist ein Milliardengeschäft – und Qualzucht immer noch üblich.
> In der EU gibt es jetzt eine Einigung auf strengere Vorgaben.
(IMG) Bild: Es soll schwieriger werden, Hunde und Katzen, die rechtswidrig gehalten oder in die EU gebracht wurden, weiterzuverkaufen
Die EU verschärft den Kampf gegen illegalen Tierhandel. Unterhändler von
Europaparlament und EU-Staaten einigten sich am späten Dienstag darauf,
dass künftig alle Hunde und Katzen in der EU per Mikrochip identifizierbar
sein und registriert werden müssen. Die Chip-Pflicht mit mehrjährigen
Übergangsfristen soll es Kriminellen erschweren, rechtswidrig gehaltene
oder [1][eingeführte Tiere] weiterzuverkaufen.
Zudem werden schmerzhafte Verstümmelungen wie das [2][Amputieren von Ohr-
oder Schwanzteilen sowie die Zucht gesundheitsschädlicher Merkmale] – etwa
extrem flachnasiger Tiere – eingeschränkt. Die EU-Kommission hatte die
neuen Regeln 2023 vorgeschlagen und unter anderem mit einem wachsenden
illegalen Handel durch Onlinewerbung und soziale Medien begründet. Die
Einigung muss noch formell bestätigt werden.
Mit der verpflichtenden Kennzeichnung von Hunden und Katzen sollen Herkunft
und Gesundheitsstatus verlässlich nachgeprüft werden können. Damit soll es
schwieriger werden, Hunde und Katzen, die rechtswidrig gehalten oder in die
EU gebracht wurden, weiterzuverkaufen. Für die luxemburgische
Grünen-Abgeordnete Tilly Metz eine sinnvolle Maßnahme.
Künftig müssen Zuchtbetriebe laut Metz sicherstellen, dass [3][Katzen und
Hunde erst ab einem bestimmten Alter] zur Zucht eingesetzt werden. Außerdem
brauche es ausreichend Platz, Beschäftigungsmöglichkeiten, und Qualzuchten
würden der Vergangenheit angehören, so die Abgeordnete.
Für Katzen ist etwa vorgesehen, dass Tiere mit gesundheitlich belastenden
Merkmalen künftig weder für Zucht noch für Wettbewerbe eingesetzt werden
dürfen. „Damit setzen wir klare Grenzen gegenüber Praktiken, die zu
unnötigem Tierleid führen“, so der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese.
Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes können bestimmte angezüchtete
Merkmale bei Tieren zu einem Leben mit Schmerzen und Schäden führen. Der
Großteil kurzköpfiger Hunde leide etwa unter Atemnot.
Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union besitzen offiziellen
Angaben zufolge mehr als 72 Millionen Hunde und 83 Millionen Katzen. Beim
Handel mit den beiden Tierarten wird Schätzungen zufolge jährlich ein
Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro gemacht. (dpa)
26 Nov 2025
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