# taz.de -- +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Tote in Gaza, dem Westjordanland und Libanon
       
       > Bei einem Luftangriff im Süden der libanesischen Haupstadt Beirut wird
       > ein Hisbollah-Anführer getötet. Auch andernorts halten die Angriffe an.
       
 (IMG) Bild: Schäden an einem Haus in Deir el Balah am 22. November
       
       ## Hochrangiger Hisbollah-Kommandeur in Südbeirut getötet
       
       Bei einem Angriff Israels auf einen ranghohen Hisbollah-Anführer in der
       libanesischen Hauptstadt Beirut sind nach libanesischen Angaben mindestens
       drei Menschen getötet worden. Nach Angaben des Hisbollah-nahen
       Fernsehsenders Al-Majadin wurden bei dem Angriff auf eine Wohnung im Vorort
       Haret Hreik außerdem 25 Menschen verletzt. Es war der erste israelische
       Angriff im Großraum Beirut seit Monaten.
       
       Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete, bei dem Angriff sei
       auch erheblicher Schaden an benachbarten Gebäuden und Autos auf der Straße
       entstanden.
       
       Israelische Medien berichteten, Ziel des Angriffs sei der Hisbollah-Führer
       Haitham Ali Tabatabai gewesen. Es handele sich um die „Nummer zwei“
       innerhalb der Hisbollah-Miliz. Die USA hatten 2018 eine Belohnung für seine
       Ergreifung ausgesetzt.
       
       Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte
       mit, die Armee habe „den Hisbollah-Generalstabschef angegriffen, der den
       Aufbau und die Wiederbewaffnung der Terrororganisation geleitet hatte“.
       Netanjahu habe die Attacke gemäß der Empfehlung des Verteidigungsministers
       Israel Katz und des Militärchefs Ejal Zamir angeordnet. Von der Hisbollah
       gab es zunächst keine offizielle Mitteilung zu dem Vorfall. (dpa)
       
       ## Israel greift erneut im Gazastreifen an
       
       Bei neuen israelischen Angriffen [1][im Gazastreifen] sind nach Angaben der
       Hamas-Behörden 21 Menschen getötet worden. Die israelische Armee habe am
       Samstagabend fünf Angriffe in dem Palästinensergebiet ausgeführt, teilte
       der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz mit. Er verurteilte die
       Attacken als „eindeutigen Verstoß gegen die Waffenruhe“.
       
       Die israelische Armee erklärte, sie habe Stellungen der Hamas im
       Gazastreifen ins Visier genommen. Der Einsatz sei eine Reaktion auf den
       Angriff eines „bewaffneten Terroristen“ auf ihre Soldaten im Süden des
       Gazastreifens. Der Angreifer sei getötet worden.
       
       Regierungschef Benjamin Netanjahu warf der Hamas vor, erneut gegen [2][die
       seit dem 10. Oktober geltende Waffenruhe] verstoßen zu haben. Als Reaktion
       darauf habe Israel „fünf hochrangige Hamas-Terroristen getötet“, erklärte
       Netanjahus Büro im Onlinedienst X.
       
       Die Hamas warf ihrerseits Israel eine „Eskalation“ vor, die darauf abziele,
       „die Waffenruhe zu untergraben“. (dpa)
       
       ## Erneut israelische Angriffe in Libanon
       
       Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Stellungen der
       proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Nach Angaben der
       staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurde bei zwei
       verschiedenen Angriffen jeweils ein Mensch getötet. Ziel seien
       Raketenabschussrampen und Militärgelände in der Bekaa-Ebene im Osten des
       Landes sowie im Süden gewesen, hieß es in der Mitteilung der Armee.
       
       „Die Präsenz der Abschussvorrichtungen und die militärische Aktivität an
       diesen Standorten stellen eine Verletzung der Vereinbarungen zwischen
       Israel und dem Libanon dar“, lautete es weiter in der Stellungnahme.
       
       Israel und die vom Iran unterstützte Miliz hatten sich im November 2024
       nach mehr als einjährigem gegenseitigen Beschuss auf eine Waffenruhe
       geeinigt. [3][Dennoch greift das israelische Militär immer wieder Ziele im
       Libanon an]. Beide Seiten werfen sich Verstöße gegen die Vereinbarung vor.
       (dpa)
       
       ## Tote im Westjordanland
       
       Bei einem Einsatz in der Nacht von Freitag auf Samstag haben israelische
       Sicherheitskräfte palästinensischen Angaben zufolge im besetzten
       Westjordanland einen 16- und einen 18-Jährigen getötet. Sie seien in Kfar
       Akab, einer Stadt zwischen Jerusalem und Ramallah, angeschossen worden. Das
       teilten das Gesundheitsministerium der palästinensischen Autonomiebehörde
       und Anwohner mit. Beide seien später ihren Verletzungen erlegen.
       
       Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa drangen israelische
       Sicherheitskräfte in den Ort vor, bezogen in den Straßen und auf Dächern
       Stellung und eröffneten dann das Feuer. Die israelische Armee verwies auf
       Anfrage an die Grenzpolizei, die sich zunächst nicht äußerte. [4][Die
       Gewalt im Westjordanland] hat seit dem [5][7. Oktober 2023] massiv
       zugenommen, [6][vor allem seitens extremistischer Siedler]. Allein in
       diesem Monat haben israelische Soldaten nach einer Reuters-Zählung sechs
       palästinensische Minderjährige im Westjordanland getötet. (rtr/taz)
       
       23 Nov 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Winter-in-Gaza/!6130640
 (DIR) [2] /UN-Resolution-zu-Gaza/!6130666
 (DIR) [3] /Israel-und-Libanon/!6122332
 (DIR) [4] /Gewalt-im-Westjordanland/!6131466
 (DIR) [5] /7-Oktober-Ueberlebender-im-Gespraech/!6115263
 (DIR) [6] /Siedlergewalt-im-Westjordanland/!6129845
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Libanon
 (DIR) Gaza
 (DIR) Israel Defense Forces (IDF)
 (DIR) Westjordanland
 (DIR) Hamas
 (DIR) Hamas
 (DIR) Abkommen von Dayton
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Hamas in Deutschland: „Die nächste Eskalation ist eine Frage der Zeit“
       
       Im Oktober flog eine Waffenübergabe mutmaßlicher Hamas-Operateure in Berlin
       auf. Expertin Kim Robin Stoller über Ziele und Strukturen in Europa.
       
 (DIR) Hamas-Aktivitäten in Europa: Ein Ring gewaltbereiter Waffenschieber
       
       Die Behörden ermitteln wegen Anschlagsplänen gegen jüdische und israelische
       Einrichtungen. Seit Ende 2023 kommt es immer wieder zu Verhaftungen.
       
 (DIR) 30 Jahre Dayton-Abkommen: „Es ist nie gut für Gespräche, wenn gleichzeitig getötet wird“
       
       Mit dem Dayton-Abkommen endete 1995 der Bosnienkrieg. Der US-Amerikaner
       Christopher Hill nahm an den Verhandlungen teil. Was man aus ihnen auch für
       die Ukraine lernen kann.
       
 (DIR) Winter in Gaza: Leben im durchnässten Zelt
       
       Am Wochenende wurden die Menschen in Gaza von schweren Unwettern getroffen.
       Hilfsgüter sind rar, Hunderttausende in Not. Zwei Palästinenser berichten.
       
 (DIR) UN-Resolution zu Gaza: Aufgeregte Waffenruhe
       
       Der UN-Sicherheitsrat hat eine neue Gaza-Resolution beschlossen. Eine
       Internationale Truppe soll Trumps Friedensplan umsetzen. Beides ist
       umstritten.