# taz.de -- Folge der hohen US-Zölle: Chinesische Firmen drücken Waren auf den deutschen Markt
       
       > Hohe Zölle erschweren Exporte aus China in die USA. Viele Waren werden zu
       > Niedrigpreisen nach Deutschland umgeleitet, zeigt eine Studie.
       
 (IMG) Bild: Es kommt ein Container geladen: Der deutsche Markt wird mit billigen Produkten aus China geflutet
       
       Chinesische Waren, die [1][wegen der hohen US-Zölle in den Vereinigten
       Staaten schlechter absetzbar] sind, landen zu niedrigen Preisen auf dem
       deutschen Markt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des arbeitgebernahen
       Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. „Weil sich die USA stärker
       von China abschotten, wird Deutschland zunehmend zum Ausweichmarkt für
       chinesische Unternehmen“, sagt IW-Experte Jürgen Matthes.
       
       [2][US-Präsident Donald Trump] hat hohe Zölle auf Importe aus China und
       vielen anderen Ländern verhängt. Mittlerweile wurden die Abgaben teilsweise
       herabgesetzt. Im ersten Halbjahr 2025 zeigten sie eine deutliche Wirkung:
       Der Studie zufolge sanken die Exporte chinesischer Waren in die USA im
       Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent, die nach Deutschland stiegen
       um 9 Prozent. Die Preise der aus China in die Bundesrepublik gelieferten
       Produkte sanken um 4 Prozent. Das zeigt dem IW zufolge, „dass die
       chinesischen Anbieter mit Niedrigpreisen auf den deutschen Markt drängen“.
       
       Im 2. Quartal stiegen in 1.558 Warengruppen, in denen die US-Importe aus
       China sanken, die deutschen Einfuhren von dort gegenüber dem
       Vorjahreszeitraum um mindestens 10 Prozent. Insgesamt machten diese Waren
       52 Prozent der Importe aus China aus. Bei einigen Produkten sind die
       Importe um mehr als 100 Prozent gewachsen. So lieferten chinesische Firmen
       130 Prozent [3][mehr Hybrid-Pkw] nach Deutschland und 99 Prozent weniger in
       die USA.
       
       Auch bei Autoteilen stiegen die Einfuhren in die Bundesrepublik, bei
       Schaltgetrieben zum Beispiel um 182 Prozent, während Lieferungen in die USA
       um 5 Prozent sanken. Auch in der chemischen Industrie wuchsen die Importe
       auffällig. Die Einfuhren von Polyamiden nach Deutschland stiegen um 100
       Prozent, während der Verkauf in den USA um fast 11 Prozent zurückging.
       
       China setze deutsche Schlüsselindustrien zunehmend unter Druck, so das IW.
       Aufgrund großzügiger staatlicher Unterstützung und einer unterbewerteten
       Währung profitiere die chinesische Industrie von unfairen
       Wettbewerbsverzerrungen und könne zu extremen Niedrigpreisen anbieten.
       „Brüssel muss deshalb stärker und umfassender auf Ausgleichszölle setzen,
       um wieder faire Wettbewerbsbedingungen zu ermöglichen“, fordert IW-Experte
       Matthes.
       
       17 Nov 2025
       
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