# taz.de -- Elon Musks Rekordvergütung: Hoch gepokert, hoch gewonnen
       
       > Musk hat die Aktionäre de facto erpresst. Ohne Rekordvergütung hätte er
       > womöglich Tesla verlassen und einen Aktiensturz mit fatalen Folgen
       > ausgelöst.
       
 (IMG) Bild: Agiert er wie ein Pokerspieler: Tesla CEO Elon Musk
       
       „He’ll always love the game more than he loves me“ – „Er wird das Spiel
       immer mehr lieben als er mich liebt“, singt Elon Musks Ex-Partnerin Grimes
       in „Player of Games“. In diesem Song brachte sie einiges über Musk auf den
       Punkt: Er ist ein Stratege, Opportunist, scheut das Risiko nicht, reagiert
       impulsiv und unberechenbar.
       
       Bei seinen Entscheidungen agiert er wie ein Pokerspieler, der sich nicht in
       die Karten schauen lässt, bis er sich sicher ist, dass er die richtigen
       Karten in der Hand hält – [1][so auch beim milliardenschweren
       Vergütungspaket, für das die Tesla-Anteilseigner,] unter ihnen Musk selbst
       mit 13 Prozent der Anteile, abgestimmt haben.
       
       Dieses erfolgsbasierte Paket könnte ihn Schätzungen zufolge 878 Milliarden
       US-Dollar reicher machen. Es soll den Gamer motivieren, bei Tesla zehn
       Jahre am Ball zu bleiben. Beim Erreichen eines jeden der 12 Meilensteine
       schaltet er mehr Aktien für sich frei – mehr Macht – monetär und als
       Entscheidungsträger.
       
       Dass viele Aktionäre sich am Donnerstag nicht trauten, gegen die
       erfolgsbasierte Vergütung von Musk zu stimmen, hat der Tech-CEO klug
       eingefädelt – mit der Drohung, [2][Tesla] zu verlassen, falls er nicht
       bekommt, was er will. Wissend, dass der Kurs dann möglicherweise ins
       Bodenlose fallen würde, was die Anleger natürlich vermeiden wollen. Sie
       hatten also die Wahl zwischen Pest und Cholera: das Unternehmen direkt
       gegen die Wand fahren lassen oder Musks Forderungen gewähren und das Beste
       hoffen.
       
       ## Schadenfreude unangebracht
       
       Doch was, wenn er in den nächsten Jahren doch geht und sich nur noch auf
       [3][Raketen] oder Social Media konzentriert? Dann fällt das Kartenhaus
       Tesla, das nun noch stärker auf einem einzigen Pfeiler namens Elon Musk
       balanciert, in sich zusammen.
       
       Na und? Dann fährt Tesla halt gegen die Wand, denken nun einige mit
       Schadenvorfreude. Nicht nur der Verlust von vielen Arbeitsplätzen wäre die
       Folge. Würde Musk spontan verkünden, Tesla zu verlassen, könnten
       Großanleger wie der norwegische Staatsfonds, der mehr als 1,1 Prozent der
       Tesla-Aktien hält, gar nicht so schnell ihre Aktien loswerden, wie der Kurs
       runterrauschen würde.
       
       7 Nov 2025
       
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