# taz.de -- Prozess gegen René Benko: Wenn nur die Gier nicht wär
       
       > Jetzt tritt das wahre Ausmaß des finanziellen Schadens durch den
       > Immobilenguru zutage. Aber wahr ist auch: Reiche Geldgeber haben sich
       > blenden lassen.
       
 (IMG) Bild: Muss jetzt ins Gefängnis: Immobilienspekulant René Benko
       
       Die Ermittler bei der Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft
       atmen auf. Denn die (Teil-)Verurteilung des Immobilenhasardeurs René Benko
       zeigt: Sie sind auf dem richtigen Weg mit ihren Recherchen, Licht in die
       undurchschaubar wirkenden Vorgänge im Signa-Kosmos zu bringen. Zumindest
       Teile von Benkos Handeln, so das Urteil, waren nicht nur grob verwerflich,
       sondern auch strafbar.
       
       In Innsbruck ging es bei der festgestellten Schadenssumme von 300.000 Euro
       nur um Peanuts. Die [1][Staatsanwaltschaft meint, dass Benko einen
       strafrechtlich relevanten Schaden von 300 Millionen Euro verursacht hat].
       
       Nun graben sie sich immer tiefer ein in das Treiben des Blenders, dessen
       Geschäftsmodell eine Art von Schneeballsystem war. Hat er Investitionsgeld
       nicht zweckbestimmt eingesetzt, sondern damit Schulden beglichen oder
       versprochene Renditen ausgezahlt? Hat er dreist gelogen, wie Betrogene es
       ihm etwa in dem Sinne vorwerfen, dass er sagte: Gib noch ein paar Millionen
       für das Projekt, und ich lege dieselbe Summe aus meinem Privatvermögen
       drauf. [2][Letzteres geschah - nicht].
       
       "Benko war es nicht allein", stand lange Zeit auf dem Zaun vor der
       Benko-Ruine Alte Akademie in München. Das muss aufgearbeitet werden: Wie
       konnte die Gier entstehen, aus der heraus so viele Investoren, Banken und
       Versicherungen ihm Unsummen an Geld hinterherwarfen?
       
       Mit schärferen Transparenzbestimmungen muss so etwas künftig verhindert
       werden. Auch muss das [3][Modell der Privatstiftungen gesprengt werden],
       bei solchen hat Benko in Österreich und Liechtenstein wohl sehr viel Geld,
       Gold und Sachwerte gebunkert. Auf die er dann nach seiner Haft
       zurückgreifen könnte.
       
       By the way: Darf auch ein wenig Schadenfreude durchblitzen?
       Multi-Milliardär-Investoren wie Klaus-Michael Kühne oder Hans Peter
       Haselsteiner haben sich von Benkos Zauber völlig vereinnahmen lassen und
       hunderte Millionen Euro versenkt. Sie werden nicht in der Grundsicherung
       landen. Am meisten schmerzt sie ihr eigenes Ego, dass sie sich so leicht
       haben verführen lassen. Doch hat Benko auch Versicherungen geschädigt, die
       etwa private Altersrenten aufbauen. Oder den genossenschaftlichen Volks-
       und Raiffeisenverbund - und damit sehr vielen Menschen.
       
       16 Oct 2025
       
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