# taz.de -- Haushaltsstreit in den USA: Shutdown kaum noch abzuwenden
       
       > Bis Mitternacht müssen sich Republikaner und Demokraten im US-Senat auf
       > einen Übergangshaushalt einigen. Stunden vorher sieht es nicht danach
       > aus.
       
 (IMG) Bild: Das Kapitol in Washington: Hier entscheidet sich, ob die US-Bundesbehörden ab Mittwoch noch Geld ausgeben können
       
       Washington taz | Die Fronten zwischen Demokraten und Republikanern bleiben
       auch nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump weiter verhärtet. Ein
       zumindest kurzfristiger [1][Regierungs-Shutdown] scheint damit so gut wie
       unausweichlich. Nur noch Stunden verbleiben den Abgeordneten und Senatoren
       im US-Kongress, um dieses Szenario doch noch abzuwenden und die
       Bundesregierung vorübergehend weiter finanziell am Laufen zu halten, bevor
       um Mitternacht in der Nacht zum Mittwoch die vom Kongress bewilligte
       Finanzierung der Bundesregierung ausläuft.
       
       „Es gibt noch immer große Differenzen zwischen uns“, sagte der
       Senatsvorsitzende der Demokraten, Chuck Schumer, nach dem Treffen im Weißen
       Haus.
       
       Diese Differenzen liegen seit Wochen auf der Hand. Republikaner wollen
       einen Übergangshaushalt verabschieden, der das aktuelle Ausgabenniveau
       beibehält und die Regierung bis 21. November finanzieren würde. Diese Zeit
       soll genutzt werden, um über die verschiedenen Haushaltsgesetze zu
       verhandeln und diese zu verabschieden.
       
       Demokraten weigern sich, dem zuzustimmen. Sie wollen eine Verlängerung von
       Steuerrabatten auf Krankenversicherungskosten, die zum Jahresende auslaufen
       sollen. Den Demokraten fehlt allerdings ein wirkliches Druckmittel, um
       Republikaner an den Verhandlungstisch zu zwingen.
       
       ## Die Vorzeichen haben sich geändert
       
       Republikaner kontrollieren sowohl das Repräsentantenhaus als auch den
       Senat. Allerdings benötigen Haushaltsgesetze mindestens 60 Stimmen im
       Senat, um verabschiedet zu werden, und das heißt, dass mindestens sieben
       Demokraten für einen Übergangshaushalt stimmen müssten.
       
       Sollte dies nicht gelingen, dann befinden sich die USA ab Mitternacht (6
       Uhr deutscher Zeit) am Mittwoch in einem Shutdown. Mit dem Auslaufen der
       Finanzierung würde es zu Kürzungen bei allen nicht als essenziell
       eingestuften Regierungsaufgaben kommen, darunter Nationalparks, Museen,
       Serviceprogrammen oder auch Gerichtsterminen.
       
       „Demokraten kämpfen für die Gesundheitsversorgung der amerikanischen
       Bevölkerung. Wir werden keinen parteiischen Haushaltsentwurf der
       Republikaner unterstützen, der die Gesundheitsversorgung der Amerikaner
       weiter aushöhlt“, sagte Hakeem Jeffries, Vorsitzender der demokratischen
       Fraktion im US-Repräsentantenhaus.
       
       Noch [2][im März hatten Demokraten einem Übergangshaushalt zugestimmt], um
       einen Regierungs-Shutdown zu verhindern. Sechs Monate später haben sich die
       Vorzeichen jedoch geändert. Nach der deutlichen Wahlniederlage im November
       2024 waren die [3][Demokraten] im März noch nicht in der Lage, ihr
       restliches verbliebenes politisches Kapital mit einem möglichen Shutdown zu
       riskieren.
       
       ## Trump droht mit Massenentlassungen
       
       Diese Kalkulation sieht heute anders aus. Trumps „Zustimmungswerte sind
       gesunken. … Die Menschen verstehen, dass [Republikaner] das Weiße Haus, den
       Senat und das Repräsentantenhaus regieren“, sagte die demokratische
       Senatorin Amy Klobuchar im Gespräch mit National Public Radio (NPR) am
       Montag.
       
       Obwohl sich beide Seiten weiterhin offen für Verhandlungen zeigen, will
       bisher keine Partei von ihrer Position abrücken. Für die Bevölkerung wird
       der Haushaltsengpass vorübergehende Auswirkungen haben, unter anderem
       könnten sich Rentenauszahlungen verzögern.
       
       Trump erhöhte den Druck auf die Demokraten, indem er ankündigte,
       Regierungsmitarbeiter nicht wie üblich während eines Shutdowns in einen
       Zwangsurlaub zu schicken, sondern manche sogar permanent zu entlassen. „Wir
       werden viele Leute entlassen“, sagte er in einem Interview mit NBC News am
       Sonntag.
       
       ## Was passiert bei einem Shutdown?
       
       Der US-Senat wird am Dienstag vermutlich erneut über einen Überganghaushalt
       abstimmen. Bei der letzten Abstimmung vor fast zwei Wochen scheiterte der
       Plan und auch dieses Mal stehen die Vorzeichen schlecht. Wie es nach dem
       Start eines Shutdowns weitergeht, ist unklar, doch beide Parteien wollen
       kein langes Shutdown-Drama. Vor allem aber wollen sie sicherstellen, dass
       die Öffentlichkeit die jeweils andere Seite als Schuldigen ausmacht.
       
       „Die Trump-Zölle, die Kosten für Kleinunternehmer und Landwirte – wie wir
       sie gerade erleben – und die Gesundheitskosten, all das sind Probleme, die
       es den Menschen schwer machen. Genau das erleben die Menschen gerade, und …
       sie verstehen, warum wir das tun und warum wir für sie kämpfen“, sagte
       Klobuchar.
       
       30 Sep 2025
       
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