# taz.de -- „Polizeiruf 110“-Schauspieler: Horst Krause ist tot
       
       > Als kauziger Dorfpolizist im Brandenburger „Polizeiruf“ wurde der
       > Schauspieler Horst Krause bekannt. Nun ist er im Alter von 83 Jahren
       > gestorben.
       
 (IMG) Bild: Schrullig und beliebt: Horst Krause während Dreharbeiten für einen „Polizeiruf“ im Jahr 2006
       
       Berlin dpa | Er verkörperte bodenständige, liebenswerte Figuren und wurde
       so zum Publikumsliebling: Der aus der [1][Krimireihe „Polizeiruf 110“]
       bekannte Schauspieler Horst Krause ist tot. Er starb bereits am Freitag im
       Alter von 83 Jahren in einem Seniorenheim in Teltow bei Berlin, wie seine
       Familie am Montag dem RBB mitteilte.
       
       Seine prominenteste Fernsehfigur hieß wie er: Horst Krause [2][wurde als
       kugeliger und brummiger Dorfpolizist Horst Krause bekannt].
       Fernsehzuschauer mochten den Schauspieler, wie er mit seinem Hund als
       Sozius auf einem alten Motorrad durch Brandenburg fuhr oder durch die
       warmherzig erzählten Geschichten polterte.
       
       Neben dem „Polizeiruf“ gab es auch den ARD-Ableger „Polizeihauptmeister
       Krause“. Darin ging es um das Privatleben des Dorfpolizisten, also um
       „Hotti“ und seine Schwestern Elsa und Meta, die einen Gasthof in dem
       fiktiven Ort Schönhorst betreiben.
       
       ## Schon zu DDR-Zeiten bekannt
       
       Krause wurde 1941 in der Nähe von Danzig geboren, später wuchs er im
       brandenburgischen Ludwigsfelde auf, in der Schule soll er der Klassenclown
       gewesen sein. Ursprünglich lernte er den Beruf des Drehers und studierte
       dann an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin-Schöneweide. Er spielte
       am Landestheater Parchim, am Schauspielhaus Karl-Marx-Stadt und am
       Staatsschauspiel Dresden.
       
       Bereits zu DDR-Zeiten war er im Fernsehen zu sehen, etwa in „Der
       Staatsanwalt hat das Wort“. Nach dem Mauerfall wurde er 1993 durch die
       Komödie „Wir können auch anders…“ bekannt, Regie führte Detlev Buck.
       
       ## „Schauspieler des Volkes, der Bühne, der Herzen“
       
       Der Schauspieler Roman Knizka, dem Krause ein Mentor war, hatte sich schon
       am Wochenende vor der offiziellen Todesmeldung emotional von dem TV-Star
       verabschiedet. „Du warst ein Asket, wenn du wolltest, ein Berserker, wenn
       du musstest. Ein Schauspieler des Volkes, der Bühne, der Herzen. Ein
       Mentor, ein Genießer, einer der forderte und einer, der erfüllte“, schrieb
       er auf Instagram. Er fügte an: „Deine Witze waren prätentiös, dein Spiel
       nicht. Hab viel gelernt durch dich. Ich danke dir ewig.“
       
       Ab Ende der 1990er drehte Krause viele „Polizeiruf“-Folgen, damals
       etablierte sich die Reihe als beliebtes Gegenstück zum „Tatort“. Im viel
       beachteten Kinofilm „Schultze gets the blues“ hatte er die Hauptrolle.
       Privates war wenig über ihn zu hören. Ob in „Das Mädchen Rosemarie“ oder
       „Boxhagener Platz“: Er hat in vielen Produktionen mitgespielt, aber der
       Dorfpolizist Krause war die Rolle seines Lebens. Den mochten viele, weil er
       ein Stück vom alten Dorfleben und Heimat verkörperte. RBB-Intendantin
       Ulrike Demmer erklärte, der Sender trauere um den Schauspieler. „Seine
       Kunst bestand nicht zuletzt darin, die Grenze zwischen dem Menschen Krause
       und der Figur Krause immer weiter verschwimmen zu lassen.“
       
       Krause bekam 2012 den Brandenburger Verdienstorden. Zu seinem 80.
       Geburtstag im Jahr 2021 gab es Glückwünsche von Ministerpräsident Dietmar
       Woidke: „Wer vor dem Fernseher sitzend Ihr Sozius wird, fühlt sich zuhause
       und wird richtig gut unterhalten. Auch ohne viele Worte.“
       
       ## Was es mit dem Namen auf sich hatte
       
       Im „Polizeiruf“ spielte Krause mit Kolleginnen wie Jutta Hoffmann und
       Imogen Kogge. Mit dem Dorfpolizisten traf der Sender einen Nerv beim
       Publikum – für ihn selbst war es eine Rolle zum Ausleben, wie er sagte.
       Seine Kollegin Maria Simon fand: „Mit ihm kann man hervorragend lachen und
       sich auch gut fetzen.“ Warum Krause so hieß wie er selbst, hat der
       Schauspieler einmal in einem Interview erklärt: „Erfunden und benannt hat
       die Figur der Regisseur Bernd Böhlich. Ich habe ihn mal gefragt, warum der
       Polizist so heißt wie ich selber, da hat er geantwortet „Du siehst aus wie
       Krause, und der Polizist sieht auch aus wie Krause – warum sollen wir da
       den Namen ändern?“.“
       
       Der RBB ändert zur Erinnerung an Krause sein Fernsehprogramm. Am Abend soll
       ein Nachruf ausgestrahlt werden; am Freitag folgt eine lange
       Horst-Krause-Nacht.
       
       8 Sep 2025
       
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