# taz.de -- Berufsmesse „Shop a Job“: Orientierungslos zwischen Primark und Decathlon
       
       > In Berlins größter Mall sollen Unternehmen, Azubis und Jobsuchende
       > zueinanderfinden. Doch oft scheitert es an den Anforderungen der
       > Unternehmen.
       
 (IMG) Bild: Erst Primark, dann Ausbildungstelle? Das ist möglich bei der Shop-a-Job-Berufsmesse in den Gropiuspassagen
       
       Berlin taz | Mittwochmorgen, kurz nach 10 Uhr. Trotz früher Stunde ist in
       den Gropiuspassagen ungewöhnlich viel los. Vorwiegend junge Menschen wuseln
       an den noch geschlossenen Läden des Einkaufscenters vorbei, Flyer,
       Gratis-Kugelschreiber und andere Goodies in den Händen. Grund für den hohen
       Andrang ist [1][die Berufs-Messe „Shop a Job“], die seit 2014 regelmäßig in
       Berliner Einkaufscentern stattfindet.
       
       Eine junge Frau mit Brille steht in einer Schlange für ein kostenloses
       Styling und Bewerbungsfoto. „Ich glaube nicht, dass ich hier was finden
       werde“, sagt sie. Sie komme aus dem Museumsmanagement, relevante
       Unternehmen gebe es für sie keine auf der Messe. Aber die Einladung vom
       Jobcenter wollte sie nicht ablehnen. Und wer weiß: „Freundinnen von mir
       sind nach einem Jahr Arbeitslosigkeit in die Pflege gegangen, die hatten
       kein Bock auf Bürgergeld.“
       
       Rund 70 Unternehmen sind in den Gropiuspassagen vertreten, meist mit einem
       kleinen Stand in den Gängen des Shoppingcenters. Vertreten sind vor allem
       große Betriebe: Der landeseigene Klinikkonzern Vivantes, die Polizei, Zapf
       Umzüge, Sicherheits- und Logistikdienstleister.
       
       Zwei Jugendliche sprechen gerade mit einer Vertreterin der Deutschen Bahn.
       „Wir müssen Unterschriften sammeln, damit wir einen guten Eindruck machen.
       Ansonsten haben die uns auf dem Kieker“, sagt einer der beiden halb ernst,
       und zeigt auf eine auf ein DIN-A4-Blatt ausgedruckte Tabelle.
       
       ## Keine Antwort auf Bewerbungen
       
       Die beiden 16-Jährigen haben gerade die 10 Klasse beendet, da sie noch
       keine Ausbildung haben, [2][seien sie im neuen elften Pflichtschuljahr an
       einer Berufsschu]le. „Eigentlich will ich Elektriker werden“, sagt einer
       der Jugendlichen, aber bislang hätten [3][die Unternehmen alle seine
       Bewerbungen ignoriert.] „Ich habe nicht mal eine Einladung bekommen.“
       
       Mohammed, 23 Jahre alt und aus Guinea stammend, sucht einen neuen Job. In
       den zwei Jahren, seitdem er eine Arbeitserlaubnis hat, habe er vor allem in
       der Küche gearbeitet. Doch das mache ihm kein Spaß mehr. „Ich habe große
       Lust auf die BSR“, sagt er. Doch die Berliner Stadtreinigung wolle ihn
       nicht, weil seine Deutschkenntnisse angeblich nicht ausreichten. Immerhin
       habe er heute einen Termin bei einer Reinigungsfirma bekommen, wo er im
       persönlichen Gespräch seine Sprachkenntnisse beweisen kann.
       
       [4][Hohe Erwartungen] an Deutschkenntnisse sind ein häufiges Problem bei
       der Jobvermittlung. Selbst gut qualifizierte oder hoch motivierte Leute
       werden in vielen Unternehmen abgelehnt, wenn sie nicht perfekt Deutsch
       sprechen. Den Vertreter eines Paketlieferdienstes freut's: „Wir haben
       eigentlich nie Bewerbermangel, Sprache ist bei uns nicht so wichtig.“
       
       17 Sep 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.jobpoint-berlin.de/shop-a-job-messe
 (DIR) [2] /Schulbeginn-in-Berlin/!6112156
 (DIR) [3] /DGB-Studie/!6110670
 (DIR) [4] /Anerkennung-von-Berufsabschluessen/!5914559
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jonas Wahmkow
       
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       langfristig.