# taz.de -- Die Schweiz, US-Zölle und die EU: Mit neuen Allianzen gegen Trump
       
       > Mit Zöllen gegen die Schweiz will US-Präsident Donald Trump Europa weiter
       > spalten. Jetzt sucht das kleine Land Hilfe bei der Europäischen Union.
       
 (IMG) Bild: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßt Karin Keller-Sutter, Bundespräsidentin der Schweiz, in Berlin, am 2. September 2025
       
       Die Staaten der Welt zu vereinzeln – das ist der Trick, mit dem
       US-Präsident Donald Trump seine einseitige, an den nationalen Interessen
       der USA ausgerichtete Weltwirtschaftspolitik durchsetzen will. Bisher hat
       er damit erstaunlichen Erfolg. Seine jüngste Attacke richtet sich gegen die
       Schweiz.
       
       Deren Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter kam am Dienstag nach Berlin,
       auch – oder vor allem – um Kooperationen zwischen ihrem Land und der EU zu
       besprechen. Die Schweiz ist gerade in einer fatalen Lage. Trump will ihr
       einen Importzoll von 39 Prozent aufbrummen. [1][Die EU konnte dagegen
       kürzlich 15 Prozent aushandeln]. Schweiz-Kenner und EU-Abgeordneter Andreas
       Schwab erklärte das im Züricher Tages-Anzeiger so: Die EU sei schlicht viel
       größer, könne den USA mehr anbieten und verfüge dementsprechend über einen
       längeren Hebel in den Verhandlungen.
       
       Im reichen Alpenstaat haben viele nun Angst vor großem wirtschaftlichen
       Schaden. Die Wachstumsprognosen und Exporte gehen zurück. Manche Firmen
       erwägen die Auslagerung von Produktion etwa nach Baden-Württemberg. Die
       Stimmung in Politik, Bürgerschaft und Unternehmen neigte sich zuletzt mehr
       in Richtung Europäischer Union. Parallel dazu stehen [2][Rechte wie die
       Schweizerische Volkspartei] im Regen, die das traditionelle eidgenössische
       und das neue US-amerikanische Steppenwolf-Gehabe attraktiv finden.
       Vielleicht trägt der Zollschock dazu bei, dass [3][der über Jahre
       ausgehandelte EU-Schweiz-Vertrag] die Mehrheit in der baldigen
       Volksabstimmung erhält. Ob es zu weiteren Annäherungen kommt, bleibt aber
       abzuwarten.
       
       Eine Nummer größer als die Schweiz hat Europa selbst ein ähnliches Problem
       mit der US-Regierung. Obwohl einer der drei größten Wirtschaftsblöcke der
       Welt, reichte die Durchsetzungskraft der EU nicht, um ein nachteiliges,
       schmerzhaftes Abkommen zu vermeiden. Vielleicht wäre es anders gekommen,
       wenn Europa mit Kanada, Japan, Australien, Südafrika, Brasilien und Mexiko
       eine Verhandlungsgruppe mit gemeinsamer Position etabliert hätte?
       
       2 Sep 2025
       
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