# taz.de -- Gegen den Willen der Hinterbliebenen: US-Regierung gibt FBI-Dokumente zu Martin Luther King frei
       
       > Das FBI hatte massenhaft Daten über den berühmten Bügerrechtler
       > gesammelt, um ihn zu diskreditieren. Kings Kinder fordern nun einen
       > respektvollen Umgang.
       
 (IMG) Bild: Martin Luther King Jr. kurz vor seiner Ermordung auf dem Balkon des Lorraine Motels in Memphis, 3. April 1968
       
       Washington ap | Gegen den Widerstand von Hinterbliebenen und Mitstreitern
       des [1][US-Bürgerrechtlers Martin Luther King] hat das FBI Aufzeichnungen
       zu dessen Überwachung freigegeben. Den Angaben zufolge handelt es sich um
       mehr als 240.000 Seiten, die das FBI 1977 dem Nationalarchiv übergeben
       hatte. Kings Familie, einschließlich seiner beiden noch lebenden Kinder
       Martin III. und Bernice, wurde im Voraus über die am Montag erfolgte
       Freigabe informiert und hatte ihre eigenen Teams, die die Unterlagen vor
       der Freigabe prüften.
       
       Aus früher veröffentlichten Akten geht hervor, dass das FBI unter seinem
       damaligen Chef J. Edgar Hoover Kings Telefonleitungen abgehört, seine
       Hotelzimmer verwanzt und Informanten eingesetzt hatte, um Informationen
       gegen den Baptistenprediger zu erhalten. Kings Kinder kritisierten, ihr
       1968 ermordeter Vater habe „unerbittlich im Visier einer invasiven,
       räuberischen und zutiefst beunruhigenden Desinformations- und
       Überwachungskampagne“ gestanden, die das FBI orchestriert habe.
       
       Ziel dieser Eingriffe in die Privatsphäre „war nicht nur die Überwachung,
       sondern auch die Diskreditierung, Demontage und Zerstörung von Dr. Kings
       Ruf und [2][der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung] im Allgemeinen“,
       erklärte die Familie. In diesem historischen Kontext müssten die Akten bei
       aller öffentlichen Neugier betrachtet werden. „Wir bitten diejenigen, die
       sich mit der Veröffentlichung dieser Akten befassen, dies mit
       Einfühlungsvermögen, Zurückhaltung und Respekt für die anhaltende Trauer
       unserer Familie zu tun“, fügten sie hinzu.
       
       Wissenschaftler, Geschichtsinteressierte und Journalisten warten gespannt
       darauf, die Überwachungsdokumente zu studieren, um neue Informationen über
       Kings Ermordung am 4. April 1968 in Memphis zu finden. Auch die Southern
       Christian Leadership Conference, die King 1957 mitbegründete, war gegen die
       Freigabe.
       
       Den Mord gestanden hat [3][James Earl Ray], der dieses Bekenntnis später
       aber nicht wiederholte und bis zu seinem Tod 1998 seine Unschuld beteuerte.
       Kings Angehörige und andere haben in Frage gestellt, ob Ray allein
       gehandelt hat oder ob er überhaupt an dem Mord beteiligt war.
       
       22 Jul 2025
       
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