# taz.de -- Schiffskatastrophe in Indonesien: Tote und Vermisste bei Fährunglück vor Bali
       
       > Das Schiff war auf dem Weg zur indonesischen Urlaubsinsel, als es bei
       > starkem Wind und Seegang sank. Von 65 Passagieren sind mindestens vier
       > ums Leben gekommen.
       
 (IMG) Bild: Indonesische Rettungskräfte suchen nachts zwischen Java und Bali nach Überlebenden der Schiffskatastrophe
       
       Denpasar afp | Beim Untergang einer Fähre nahe der indonesischen Insel Bali
       sind Behörden zufolge mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. 23
       Menschen konnten gerettet werden, wie ein örtlicher Polizeivertreter am
       Donnerstag mitteilte. 38 weitere Passagiere wurden vermisst. Die
       Rettungskräfte starteten einen groß angelegten Sucheinsatz.
       
       Nach Angaben des Rettungsdienstes in Surabaya standen 65 Menschen auf der
       Passagierliste des Schiffs „KMP Tunu Pratama Jaya“, unter ihnen zwölf
       Besatzungsmitglieder. Die Fähre war demnach von Banyuwangi in Ostjava nach
       Gilimanuk in Bali unterwegs und sank gegen 23.20 Uhr Ortszeit. Das Schiff
       habe 22 Fahrzeuge transportiert, darunter 14 Lkw, erklärte der
       Rettungsdienst weiter.
       
       Die „KMP Tunu Pratama Jaya“ sei etwa 25 Minuten nach dem Ablegen gesunken,
       hieß es. Vier der Überlebenden konnten sich mit Hilfe des Rettungsbootes
       der Fähre retten. Zunächst wurden Schlauchboote für einen Rettungseinsatz
       zur Unglücksstelle entsandt, später ein größeres Boot. Mehr als 50
       Einsatzkräfte der Polizei und der Marine beteiligten sich an der Suche nach
       den Vermissten.
       
       Laut dem Rettungsdienst war es aufgrund der Wetterbedingungen zunächst
       schwierig gewesen, zu dem Schiff zu gelangen. Bis zu 2,5 Meter hohe Wellen
       sowie „starker Wind und starke Strömung“ hätten den Rettungseinsatz
       beeinträchtigt. Als Ursache des Unglücks wurde zunächst schlechtes Wetter
       vermutet. Auch soll die Reederei einen Maschinenschaden berichtet haben.
       
       ## Unklar, ob ausländische Menschen unter Passagieren waren
       
       Die Rettungskräfte prüften eigenen Angaben zufolge, ob sich möglicherweise
       mehr Menschen auf dem Schiff befanden, als auf der Passagierliste
       angegeben. Dies ist in Indonesien häufig der Fall.
       
       Die Fähre von Java nach Bali ist etwa eine Stunde unterwegs und wird oft
       von Menschen genutzt, die ihre Fahrzeuge mitnehmen möchten. Ob auch
       Ausländer unter den Passagieren waren, blieb zunächst unklar.
       
       [1][Bali ist ein bei internationalen Touristen beliebtes Urlaubsziel.]
       Schiffsunglücke sind auf dem südostasiatischen Archipel Indonesien mit
       seinen rund 17.000 Inseln relativ häufig, was auf laxe Sicherheitsstandards
       zurückzuführen ist.
       
       Im März war ein Boot mit 16 Menschen an Bord vor Bali gekentert, wobei eine
       Australierin ums Leben kam. Im Jahr 2018 ertranken mehr als 150 Menschen,
       als eine Fähre in einem der tiefsten Seen der Welt auf der Insel Sumatra
       sank.
       
       3 Jul 2025
       
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