# taz.de -- Mutmaßlicher Spion verhaftet: Den Falschen den Rücken gestärkt
       
       > Die iranische Führung herrscht mit Gewalt. Der jüngste Krieg hat das noch
       > verschärft. Die Demokratisierung, nicht Bomben, gilt es zu unterstützen.
       
 (IMG) Bild: Gemeinsam gegen die Islamische Republik: iranische Flaggen mit dem Löwen aus der Zeit des Schahs und israelische
       
       Die Islamische Republik hat in den vergangenen 46 Jahren oft genug
       bewiesen, dass es ihr ein Leichtes ist, Verbrechen zu begehen. In den
       Jahren nach ihrer Gründung im Jahr 1979 richtete sie mehr als 20.000
       Menschen hin, die meisten von ihnen jung, oft erst 14 oder 15 Jahre alt.
       Sie vergeht sich an der eigenen Bevölkerung, sie finanziert Hass, im
       Ausland wie im Inland. Die Herrschaft des iranischen Regimes beruht auf
       nichts anderem als auf Gewalt.
       
       Und so ist es keine Überraschung, dass nun [1][ein Mann aus Dänemark
       festgenommen] wurde, der in Berlin jüdische und israelische Anschlagsziele
       ausgespäht haben soll – mutmaßlich im Auftrag des iranischen Regimes. Und
       das kurz nachdem sich US-Präsident Donald Trump und der israelische
       Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gebrüstet haben, den Machthabern in
       Teheran einen vernichtenden Schlag zugefügt zu haben.
       
       Bundeskanzler [2][Friedrich Merz und sein Außenminister Johann Wadephul]
       lobten die Angriffe ihrer Verbündeten in Iran. Die Bomben auf Teheran seien
       gut und richtig gewesen. Um es mit Harry G. Frankfurt zu sagen: Was für ein
       Bullshit. Den Menschen im Iran geht es nach dem Krieg noch schlechter als
       zuvor, das Regime [3][verhaftet Hunderte Iraner:innen] willkürlich und
       richtet sie reihenweise hin. Die Machthaber brüsten sich weiterhin, Israel
       auslöschen zu wollen: Jetzt erst recht.
       
       Deutschland, die EU, der Westen hatten in den vergangenen Jahrzehnten
       wirklich genug Gelegenheiten, eine Demokratisierung im Iran zu fördern,
       hätten sie die nie untergehenden Freiheitsbewegungen, von den
       Frauenprotesten im Jahr 1979 bis zu den [4][Frau, Leben,
       Freiheit-Protesten] im Jahr 2022 unterstützt. Das haben sie nicht getan.
       Stattdessen unterhielt gerade die Bundesregierung enge Beziehungen zum
       Regime, machte Geschäfte, ignorierte Menschenrechtsverletzungen.
       
       Hass und Ideologie lassen sich nicht wegbomben. Nur wer Menschen und ihre
       Würde in das Zentrum von Politik stellt, wird Gewalt verhindern können.
       Solange dieses Regime existiert, wird es Gewalt ausüben.
       
       2 Jul 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Mutmasslicher-Spion-festgenommen/!6097599
 (DIR) [2] /Dobrindts-Aussagen-zu-Angriffen-im-Iran/!6094460
 (DIR) [3] https://www.dw.com/de/iran-regime-israel-krieg-repressionen-tod-v2/a-73061047
 (DIR) [4] /Proteste-in-Iran/!5893454
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gilda Sahebi
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Islamistischer Terror
 (DIR) Iran-Israel-Krieg
 (DIR) Proteste in Iran
 (DIR) Iranische Revolutionsgarden
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Schwerpunkt Iran
 (DIR) Wirtschaft
 (DIR) wochentaz
 (DIR) Schwerpunkt Konflikt zwischen USA und Iran
 (DIR) Iran-Israel-Krieg
 (DIR) Schwerpunkt Iran
 (DIR) Iran-Israel-Krieg
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Peseschkian in New York: Dem Mörder keine Bühne geben
       
       Der iranische Präsident spricht vor der UN-Vollversammlung. Eine bittere
       Farce – nicht nur für die Angehörigen der über eintausend Hingerichteten.
       
 (DIR) Inflation, Kündigungen, Streiks: Warum Irans Wirtschaft am Boden liegt
       
       Vier Nullen will Iran aus seiner Währung streichen. Doch ob die Maßnahme
       die wirtschaftliche Misere im Land aufhalten kann, ist umstritten.
       
 (DIR) Getötete Jüdin in Israel: Vier Plastiktüten, ein Leben
       
       Eine rumänisch-israelische Frau überlebt den Holocaust, stirbt aber nahe
       Tel Aviv durch eine iranische Rakete. Ein Besuch zwischen Trümmern und
       Hoffnung.
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Trump rechnet binnen 24 Stunden mit Antwort von Hamas
       
       Die Hamas berät mit Palästinenser-Gruppen über Waffenruhe mit Israel. Auch
       Gespräche zwischen Teheran und Washington bahnen sich an.
       
 (DIR) Repression in Iran: Vom Regime unterdrückt und von außen bedroht
       
       Die iranische Zivilgesellschaft, die sich dem Mullahregime widersetzt, will
       nicht durch israelische Bomben „befreit“ werden.
       
 (DIR) Doku über Terror des iranischen Regimes: Verscharrte Tote
       
       Die Doku „Surviving the Death Committee“ von Nima Sarvestani sorgte am
       Berliner HAU für Streit über den aktuellen Konflikt zwischen Israel und
       Iran.
       
 (DIR) Repressionswelle in Iran: Neue Festnahmen und Exekutionen
       
       Irans Regime geht im Zuge der neuen israelischen Luftangriffe vermehrt
       gegen Kritiker:innen vor. Die NGO Iran Human Rights warnt vor
       Hinrichtungen.