# taz.de -- 75-jährige „Vogue“-Chefredakteurin: Anna Wintour hört auf
       
       > Nach etwa vier Jahrzehnten tritt Anna Wintour als „Vogue“-Chefredakteurin
       > zurück. Kontrolle über die Inhalte behält sie trotzdem.
       
 (IMG) Bild: Wintour bei der Met Gala 2019, New York
       
       New York AFP/AP | Viele verehren sie als Modepäpstin, andere fürchten ihre
       Launen: „Vogue“-Chefredakteurin Anna Wintour hört Medienberichten zufolge
       nach vier Jahrzehnten an der Spitze der US-Zeitschrift auf. Die 75-Jährige
       habe ihren Rückzug vor Mitarbeitern angekündigt, berichtete das Magazin
       „People“ am Donnerstag.
       
       Wintour will aber auch künftig die Kontrolle über die redaktionellen
       Inhalte des Magazins behalten. Wie die „Vogue“ am Donnerstag mitteilte,
       wird die Person, die die neue Stelle als Leitung redaktioneller Inhalte
       bekommt, direkt an Wintour in deren Rolle als globale Redaktionsleiterin
       von „Vogue“ berichten. Letzteren Posten behält Wintour demnach, ebenso die
       Rolle als Chief Content Officer des Verlags Condé Nast.
       
       Die gebürtige Britin gilt als eine der einflussreichsten Figuren der Mode-
       und Magazinwelt. Sie hatte 1988 die Leitung der „Vogue“ übernommen. Mit
       Bob-Haarschnitt und Sonnenbrille wurde sie weltweit bekannt. Zudem machte
       sie die jährliche [1][New Yorker Met-Gala] im Mai zu einem
       gesellschaftlichen Top-Ereignis.
       
       ## Kritisches Verhältnis zu Trump
       
       Wintour gilt zudem als Vorbild für die Hauptfigur des Romans „Der Teufel
       trägt Prada“ über eine tyrannische Magazinchefin. Das Buch der früheren
       „Vogue“-Mitarbeiterin Lauren Weisberger wurde 2006 verfilmt, Meryl Streep
       spielte darin die Hauptrolle.
       
       Im Jahr 2017 wurde Wintour von der britischen Königin Elizabeth II. [2][in
       den Adelsstand erhoben], in diesem Februar zeichnete König Charles III. sie
       für ihre Verdienste mit einem Orden aus. Dabei versicherte Wintour dem
       König noch, sie wolle nicht bald in den Ruhestand gehen.
       
       Ein sehr kritisches Verhältnis wird Wintour zu US-Präsident Donald Trump
       nachgesagt. Während der Corona-Pandemie hatte sie sich „entsetzt“ über
       Trumps Krisenmanagement geäußert und sich für seinen späteren Nachfolger
       Joe Biden stark gemacht.
       
       27 Jun 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Met-Gala-feiert-Schwarze-Modegeschichte/!6083410
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