# taz.de -- Krieg in der Ukraine: Tote und Verletzte in Charkiw
       
       > Die zweitgrößte ukrainische Stadt wird erneut mit russischen Drohnen
       > angegriffen. Moskau und Kyjiw tauschen weitere Gefangene aus.
       
 (IMG) Bild: Wohnhaus in Charkiw nach einem russischen Angriff in der Nacht zu Mittwoch
       
       Kyjiw afp/rtr | Bei einem [1][russischen Drohnenangriff auf die zweitgrößte
       ukrainische Stadt Charkiw] in der Nacht zu Mittwoch sind mindestens zwei
       Menschen getötet und 54 verletzt worden. Wie örtliche Behörden mitteilten,
       befinden sich unter den Verletzten auch fünf Kinder. Die intensiven
       Angriffe mit 17 Drohnen lösten Brände in 15 Einheiten eines fünfstöckigen
       Wohnhauses aus und verursachten weitere Schäden in der Stadt nahe der
       russischen Grenze, sagte der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow.
       
       „Es gibt direkte Treffer auf mehrstöckige Gebäude, Privathäuser,
       Spielplätze, Unternehmen und öffentliche Verkehrsmittel“, sagte Terechow
       über die Nachrichten-App Telegram. Der Gouverneur des Großraums Charkiw,
       Oleh Sinehubow, teilte auf Telegram mit, dass bei den Angriffen auch ein
       städtisches Oberleitungsbusdepot getroffen worden sei. Von russischer Seite
       gab es keine unmittelbare Stellungnahme.
       
       [2][Unterdessen haben Russland und die Ukraine nach übereinstimmenden
       Angaben beider Seiten erneut Kriegsgefangene ausgetauscht]. Das russische
       Verteidigungsministerium erklärte, dass gemäß den russisch-ukrainischen
       Vereinbarungen vom 2. Juni in Istanbul „die zweite Gruppe russischer
       Soldaten zurückgekommen“ sei. Weder zum Ort des Austauschs noch zur genauen
       Anzahl der Soldaten machten Moskau und Kyjiw zunächst nähere Angaben.
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, mit dem Austausch am
       Dienstag seien „unsere verletzten und schwer verwundeten Kämpfer aus
       russischer Gefangenschaft zurückgekehrt“. Der Austausch, der am Montag
       begonnen hatte, werde fortgesetzt. „Wir tun alles, was wir können, um jede
       einzelne Person, die sich in Gefangenschaft befindet, zu finden und
       zurückzubringen.“
       
       ## Zweite Stufe
       
       Bei dem Gefangenenaustausch vom Dienstag handelt es sich um die zweite
       Stufe einer Vereinbarung, die bei Gesprächen zwischen Kyjiw und Moskau bei
       den jüngsten Verhandlungen in Istanbul vor gut einer Woche getroffen worden
       war. Die Vereinbarung verpflichtet beide Seiten zur Freilassung von mehr
       als tausend Gefangenen.
       
       Konkret sah die Absprache vor, dass alle verletzten Soldaten und alle unter
       25 Jahren ausgetauscht würden, auf jeder Seite mehr als tausend Soldaten.
       Russland hatte zudem zugesagt, die Überreste von 6000 getöteten
       ukrainischen Soldaten zu übergeben.
       
       Es wäre demnach der größte Gefangenenaustausch seit Beginn des russischen
       Angriffskrieges im Februar 2022. Allerdings schien die Vereinbarung in den
       vergangenen Tagen in Frage zu stehen, da beide Seiten sich gegenseitig
       beschuldigten, den Austausch zu vereiteln.
       
       11 Jun 2025
       
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