# taz.de -- Einstweilige Niederlage für Donald Trump: US-Gericht blockt Einreisestopp für Harvard-Studierende
       
       > Fast allen ausländischen Harvard-Studierenden will Donald Trump die
       > Einreise verwehren. Die Uni wehrt sich juristisch – und kann zunächst
       > aufatmen.
       
 (IMG) Bild: Harvard: Der Zugang zum Campus bleibt vorerst offen
       
       Washington dpa | Eine Bundesgericht in den USA hat den von Präsident Donald
       Trump a[1][ngekündigten Einreisestopp] für fast alle ausländischen
       Staatsangehörigen, die an der Elite-Universität Harvard studieren wollen,
       vorerst blockiert. Bis zu einer Anhörung vor Gericht sollen die bislang
       geltenden Regeln aufrechterhalten werden, hieß es in der Begründung von
       Richterin Allison D. Burroughs.
       
       Die Universität, die ihren Sitz in Cambridge im Bundesstaat Massachusetts
       hat, habe ausreichend nachgewiesen, dass sie andernfalls „einen
       unmittelbaren und nicht wieder gutzumachenden Schaden erleiden“ würde,
       argumentierte Burroughs. Der Stopp des Vorhabens gelte mit der Verkündung
       und sei bis zu einer weiteren Anordnung des Gerichts in Kraft.
       
       Damit kann die Hochschule im Streit mit der US-Regierung zunächst aufatmen,
       auch wenn der finale Ausgang des Verfahrens noch nicht absehbar ist. Die
       Universitätsleitung hatte erst kürzlich Rechtsmittel gegen die
       [2][Ankündigung Trumps] eingelegt, indem sie eine bereits bestehende Klage
       vor dem Gericht erweiterte.
       
       Die Regierung wirft mehreren Hochschulen wie Harvard [3][eine linksliberale
       Ausrichtung] vor und behauptet unter anderem, es seien nicht genügend
       Maßnahmen gegen Antisemitismus ergriffen worden. Anders als andere
       Universitäten widersetzt sich Harvard weitreichenden politischen Vorgaben
       aus Washington und geht juristisch dagegen vor.
       
       Trump hatte am Mittwoch (Ortszeit) verkündet, dass die geplante
       Einreisebeschränkung zunächst für sechs Monate gelten solle. Harvard wies
       seine Argumentation zurück, dass die Einreise von ausländischen
       Staatsangehörigen, die an der Uni studieren wollen, „schädlich für die
       Interessen der Vereinigten Staaten“ sei. Denn dieselben Personen dürften
       Trumps Ankündigung zufolge nach wie vor einreisen, solange sie nicht in
       Harvard studieren wollen. Trumps Ankündigung ziele also lediglich darauf
       ab, sein bekanntes Vorhaben durchzusetzen, das bereits juristisch
       angefochten werde, hieß es in der überarbeiteten Klageschrift.
       
       Die Universität wehrt sich seit vergangenem Monat gegen den von der
       US-Regierung geplanten Ausschluss ausländischer Studierender. Richterin
       Burroughs hatte dieses Vorhaben bereits im Mai gestoppt – und verlängerte
       auch diesen Beschluss nun. Er hindert die Regierung vorerst daran, der
       Universität zu verbieten, weiterhin über ein spezielles Bundesprogramm
       Studierende aus dem Ausland aufzunehmen.
       
       6 Jun 2025
       
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