# taz.de -- +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Angriffe im südlichen Gazastreifen
       
       > Die Hamas hat einen US-Israeli freigelassen. Er ist zurück in Israel. Ein
       > Journalist wurde laut der Hamas bei einem israelischen Angriff getötet.
       
 (IMG) Bild: Fahrzeuge des Roten Kreuzes verlassen mit Geisel Edan Alexander an Bord am 12. Mai 2025 den Gazastreifen
       
       Israelische Armee greift in südlichem Gazastreifen an
       
       Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben ein mutmaßlich von der
       islamistischen Hamas genutztes Krankenhaus im südlichen Gazastreifen
       angegriffen. „Wichtige Hamas-Terroristen“ hätten von einem „Kommando- und
       Kontrollzentrum“ im Nasser-Krankenhaus in Chan Junis aus agiert, erklärte
       die israelische Armee am Dienstagmorgen im Onlinedienst Telegram. Der
       Krankenhauskomplex sei von „Terroristen genutzt worden, um Terrorangriffe
       auf israelische Zivilisten und Soldaten zu planen und auszuführen“.
       
       Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Zivilschutzbehörde im
       Gazastreifen wurde bei dem Angriff auf den Operationsbereich des
       Krankenhauses der Journalist Hassan Aslih getötet. Zudem seien mehrere
       Zivilisten verletzt worden. Aslih leitete demnach die palästinensische
       Nachrichtenagentur Alam24. Wie er der Nachrichtenagentur AFP gesagt hatte,
       war er bei einem israelischen Angriff am 7. April verletzt worden und
       deswegen zur Behandlung im Nasser-Krankenhaus. Bei dem Angriff im April
       waren laut Medienberichten zwei weitere Journalisten getötet worden.
       
       Die israelische Armee hatte Aslih nach eigenen Angaben damals gezielt
       angegriffen, da er „unter dem Deckmantel des Journalismus“ für die Hamas
       gearbeitet und am Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023
       teilgenommen habe. Ein vom pro-israelischen Portal HonestReporting 2023
       veröffentlichtes Foto zeigte, wie Aslih vom inzwischen getöteten Hamas-Chef
       Jahja Sinwar geküsst wurde.(afp)
       
       UN: Israelische Soldaten überschreiten Grenze zum Libanon
       
       Israelische Soldaten haben nach Angaben der UN-Friedensmission Unifil die
       Grenze nördlich zum Libanon überschritten. Damit verstößt Israel gegen eine
       Resolution des UN-Sicherheitsrats, die den Konflikt zwischen Israel und der
       militant-islamistischen Hisbollah-Miliz im Jahr 2006 beendete. UN-Sprecher
       Stéphane Dujarric sagte, die Friedenstruppen hätten von zehn israelischen
       Soldaten berichtet, die am Montag die als Blaue Linie bekannte
       Demarkationslinie zwischen Israel und dem Libanon nahe des libanesischen
       Ortes Alma Al-Schaab überschritten hätten.
       
       Die Unifil habe auch unerlaubte Waffen- und Munitionsverstecke entdeckt,
       sagte Dujarric. In der Nähe des Dorfes Kfar Hammam hätten die
       Friedenssoldaten eine mutmaßliche Abschussbasis für Raketen gefunden und
       der libanesischen Armee gemeldet. Den Angaben zufolge haben die Soldaten
       seit der Einstellung der Feindseligkeiten zwischen Israel und den
       Hisbollah-Kämpfern im November vergangenen Jahres etwa 240 Standorte mit
       nicht genehmigten Waffen und Munition entdeckt.
       
       Die Unifil-Truppe im Libanon wurde 1978 geschaffen, um den Abzug
       israelischer Truppen zu überwachen, nachdem Israel in den Südlibanon
       eingedrungen war und ihn besetzt hatte. 1982 kam es zu einer erneuten
       israelischen Libanon-Invasion und erst 2000 dann zum erneuten Abzug. Da es
       keine Verständigung über eine gemeinsame Grenze gab, zogen die Vereinten
       Nationen eine Demarkationslinie zwischen dem Libanon und Israel. Unifil
       beobachtet das Gebiet und führt dort Patrouillen durch. (ap)
       
       Israel will Offensive im Gazastreifen nach Trumps Besuch fortsetzen
       
       Israel will seine [1][Offensive im Gazastreifen erst nach dem Besuch des
       US-Präsidenten Donald Trump im Nahen Osten ausweiten]. Dies teilte der
       israelische UN-Botschafter Danny Danon am Montag mit. Aus der geplanten
       Großoffensive mache Israel keinen Hehl, sagte Danon. „Wir haben die Reserve
       einberufen und die Truppen stehen bereit. Sollte es keine Fortschritte bei
       den Verhandlungen geben, werden wir Druck ausüben, militärischen Druck, um
       sicherzustellen, dass wir die Geiseln zurückbringen und dann die Hamas
       eliminieren“. Die israelische Offensive könne jedoch vermieden werden,
       [2][wenn der Vorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff akzeptiert
       werde], betonte Danon.
       
       Witkoffs Vorschlag sieht die Freilassung aller Geiseln und eine längere
       Waffenruhe vor. Nachdem die militant-islamistische Hamas die letzte Geisel
       mit amerikanisch-israelischer Staatsbürgerschaft, Edan Alexander,
       freigelassen hatte, sagte der ranghohe Hamas-Funktionär, Chalil al-Hajja,
       die Terrororganisation habe in den vergangenen Tagen in Kontakt mit der
       US-Regierung gestanden. Er erklärte, die Hamas sei bereit, „unverzüglich
       intensive Verhandlungen“ aufzunehmen, um eine endgültige Vereinbarung über
       [3][eine langfristige Waffenruhe für den Gazastreifen zu erreichen]. (ap)
       
       Von Hamas freigelassener Edan Alexander zurück in Israel
       
       Nach 584 Tagen zurück in Freiheit: Nach seiner Ankunft in Israel ist der
       von der islamistischen Hamas aus dem Gazastreifen freigelassene US-Israeli
       Edan Alexander wieder zurück in Israel. Die israelische Armee erklärte am
       späten Montagabend, der 21-Jährige sei zurück in Israel, um „mit seiner
       Familie wieder vereint“ zu sein. In Israel säumten Menschenmengen mit
       Fahnen und Plakaten die Straßen, um den Konvoi mit Alexander zu begrüßen.
       
       Zeitgleich bejubelten zahlreiche Menschen in Alexanders Heimatstadt Tenafly
       im US-Bundesstaat New Jersey die Rückkehr des jungen Mannes aus der Gewalt
       der Hamas. Freunde und Familienangehörige riefen seinen Namen und
       applaudierten bei der Nachricht, dass Alexander freigelassen worden sei,
       wie vom israelischen Forum der Geisel-Angehörigen veröffentlichte Aufnahmen
       zeigten. (afp)
       
       13 May 2025
       
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