# taz.de -- Integration der Kurden in Syrien: Am Checkpoint die Regierung, im Viertel kurdisches Personal
       
       > Zwei Stadtviertel Aleppos wurden bislang von eigenen Sicherheitskräften
       > kontrolliert. Nun soll das Innenministerium den Schutz der Bewohner
       > übernehmen.
       
 (IMG) Bild: Machtwechsel auch in Aleppo,: Die syrische Regierung ist jetzt auch für den Schutz der kurdischen Bewohner zuständig
       
       Beirut taz | In Aleppo kommt Bewegung in die Eingliederung der kurdisch
       geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) in den neuen syrischen
       Staat. Ein Komitee der Übergangsregierung hat mit den SDF-geführten
       Zivilräten [1][der kurdisch geprägten Stadtteile Ashrafieh und Sheikh
       Maqsoud] am Dienstag eine Vereinbarung unterschrieben. Die
       Übergangsregierung garantiert in der Vereinbarung, die „soziale und
       kulturelle Privatsphäre“ der mehrheitlich von Kundinnen und Kurden
       bewohnten Stadtteile zu „respektieren“.
       
       Die kurdische Gruppe wird rund 400 zivile und militärische Gefangene
       freilassen, dafür lässt die Regierung mindestens 170 SDF-Gefangene frei.
       Künftig ist das Innenministerium für den Schutz der Bewohnenden in den
       Stadtteilen verantwortlich und unterhält die bestehenden Checkpoints. Die
       den SDF angeschlossenen internen Sicherheitskräfte (Asayish) würden in den
       Stadtteilen belassen, sagte Bedran Ciya Kurd, ein Berater der [2][kurdisch
       geführten Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens (DAANES) am Dienstag]. Dies
       geschehe in Abstimmung mit den zuständigen syrischen Sicherheitsdiensten in
       Aleppo.
       
       „Die syrischen Behörden in Aleppo tragen die Verantwortung für alle
       Bedrohungen“ in den Stadtteilen, so Kurd. Er nannte das Abkommen einen
       „wichtigen Schritt zur Förderung von Stabilität und Koexistenz“. Die
       Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Dienstag
       ebenso, dass die Asayish in Aleppo „in öffentliche Sicherheitskräfte
       umgewandelt“ und unter die DAANES-Verwaltung gestellt würden.
       
       Der Deal ist ein wichtiger Teil der Bemühungen um Deeskalation zwischen
       verschiedenen bewaffneten Fraktionen innerhalb Syriens nach dem Sturz des
       Machthabers Baschar al-Assad. Die SDF wird vom [3][syrischen Flügel der
       Kurdischen Arbeiterpartei (PKK)] kontrolliert. Die Türkei sieht die PKK als
       terroristische Vereinigung. Daher bekämpft sie über einen syrischen Proxy,
       die sogenannte Syrische Nationale Armee (SNA), die kurdischen Kämpfer der
       SDF.
       
       Im Januar hatte die syrische Übergangsregierung begonnen, Gespräche mit der
       SDF in Damaskus zu führen, um die kurdischen Kämpfer in die nationale Armee
       einzugliedern und den Konflikt mit den SNA-Kämpfern zu lösen. Der
       SDF-Befehlshaber Mazloum Abdi wollte damals, dass die SDF sich nicht
       auflösen, sondern einen eigenen „militärischen Block“ unter Leitung des
       syrischen Verteidigungsministeriums bilden.
       
       Am 10. März vereinbarten Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa und Abdi dann
       [4][die Einbindung der SDF in die syrische Übergangsregierung] – sowohl
       militärisch als auch in die Verwaltungsstrukturen. Dafür soll die sichere
       Rückkehr für kurdische Bewohner*innen nach Afrin gewährleistet werden.
       Diese wurden durch türkische Bombardierungen und einen Einmarsch im Jahr
       2018 vertrieben.
       
       2 Apr 2025
       
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 (DIR) [1] https://www.middleeasteye.net/news/sheikh-maqsoud-kurdish-enclave-syria-aleppo
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 (DIR) Julia Neumann
       
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