# taz.de -- Getötete Sanitäter in Gaza: Lügen in Zeiten des Krieges
       
       > Der Angriff auf die Helfer in Gaza sollte ein Aufruf dazu sein,
       > internationale Institutionen wie den Internationalen Strafgerichtshof zu
       > stärken.
       
 (IMG) Bild: Palästinenser betrauern den Tod der 15 getöteten Sanitäter des Roten Halbmonds
       
       Die [1][Erschießung von 15 Rettungskräften durch israelische Soldaten ist
       ein neuer Tiefpunkt im Gazakrieg]. Es schockiert der Kugelhagel auf
       gekennzeichnete und nach internationalem Recht geschützte Sanitäter ebenso
       wie die zunehmende Normalisierung solcher mutmaßlichen Kriegsverbrechen.
       
       Mit Verweis auf „Terroristen“ und „verdächtiges“ Fahren ohne Blaulicht hat
       die israelische Armee tagelang ihr Fehlverhalten bestritten. Nun [2][zeigt
       ein Video des Einsatzes hell erleuchtete und markierte Rettungswagen] – und
       zwingt die Armee, ihre Erzählung anzupassen.
       
       Deutlich wird zum wiederholten Mal: Die Aussagen der israelischen Armee
       sind die einer Kriegspartei, auf die sich die Berichterstattung nicht
       verlassen kann. Wenig überraschend bittet der Armeesprecher am Samstagabend
       um Verständnis für die Fehlinformation, bleibt aber sonst dem
       Kommunikationsmuster treu: An Bord seien militante Hamas-Mitglieder, der
       Angriff eine „erfolgreiche Konfrontation mit Terroristen“ gewesen.
       
       Beweise dafür werden nicht präsentiert. Keine Frage, die Hamas führt bis
       heute hinter dem Schutzschild ihrer eigenen Bevölkerung Angriffe gegen
       Israel. Doch ein Verbrechen kann nicht das andere rechtfertigen.
       
       ## Untersuchen allein reicht nicht
       
       Eine Recherche des britischen Guardian nennt mehr als tausend getötete
       Mediziner und Rettungskräfte seit Kriegsbeginn, zerstörte Krankenhäuser,
       Schulen, Moscheen und Universitäten. Es gibt Hunderte Videos und Aussagen,
       teils von Soldaten gepostet, teils von Medien und NGOs verbreitet, die
       mutmaßliche Kriegsverbrechen dokumentieren.
       
       Die Armee will den Angriff auf die Sanitäter nun untersuchen, doch das
       reicht nicht. Um die Verantwortlichen für all die Grauen des Gazakriegs –
       und des vorausgegangenen Terrorüberfalls am 7. Oktober 2023 – zur
       Rechenschaft zu ziehen, braucht es unabhängige Untersuchungen.
       
       Es sollte ein Aufruf dazu sein, internationale Institutionen wie den
       Internationalen Strafgerichtshof zu stärken, [3][statt ausgerechnet jetzt
       deren Geltung infrage] zu stellen.
       
       6 Apr 2025
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /-Krieg-in-Nahost-/!6079835
 (DIR) [2] https://www.theguardian.com/world/video/2025/apr/05/footage-shows-moment-israeli-soldiers-killed-palestinian-paramedics-video
 (DIR) [3] /Waehrend-Besuch-von-Netanjahu/!6080308
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Felix Wellisch
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Gaza
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Israel Defense Forces (IDF)
 (DIR) Israel
 (DIR) Bildwelten
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Demonstration
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
 (DIR) Gaza
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Hunger in Gaza: In Gaza gehen die letzten Lebensmittelvorräte aus
       
       Seit zwei Monaten lässt Israel keinerlei Hilfslieferungen mehr in den
       Gazastreifen. Die USA stellen sich aber weiter hinter Israel.
       
 (DIR) Humanitäre Notlage in Gaza: Über Leben in Gaza
       
       Der Fotograf Ahmed Jarbou dokumentiert mit seinen Fotos den Willen der
       Menschen in Gaza, weiterzuleben – trotz der massiven Zerstörung um sie
       herum.
       
 (DIR) Angriffe auf Journalisten in Gaza: Presse unter Beschuss
       
       Ein Journalist wurde in Gaza getötet, mehrere verletzt. Das israelische
       Militär unterstellt Nähe zur Hamas, Quellen vor Ort widersprechen.
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: Anti-Hamas-Protest in Flüchtlingslager im Gazastreifen
       
       Im palästinensischen Flüchtlingslager Dschabalija gingen hunderte Menschen
       auf die Straße.​ Die Proteste richten sich sowohl gegen die Hamas als auch
       gegen Israel.
       
 (DIR) Tötung von Rotkreuz-Helfern: „Persönlich tut es weh“
       
       Jürgen Högl leitet den Gaza-Einsatz der Internationalen
       Rotkreuz-Föderation. Nach dem tödlichen Angriff auf seine Mitarbeiter
       verlangt er Konsequenzen.
       
 (DIR) Angriff auf Hilfskonvoi: Im falschen Film
       
       Israel muss nach dem Auftauchen eines Videos seine Angaben zur Tötung von
       15 Rettungskräften in Gaza revidieren. Auch die übrige Erzählung wirft
       Fragen auf.
       
 (DIR) Krieg in Nahost: Israels Bodenoffensive im Gazastreifen wächst
       
       Der israelische Verteidigungsminister erklärt, „große Gebiete“ in Gaza
       erobern zu wollen. Die Gegenden, in die die Menschen noch fliehen können,
       schrumpfen.
       
 (DIR) Anti-Hamas-Proteste: Helden in Gaza
       
       Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges regt sich Widerstand gegen die
       islamistische Führung in Gaza. Die Demonstranten riskieren viel.
       
 (DIR) +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Hunderte Tote nach schwerstem Angriff auf Gaza seit Januar
       
       Israel beendet Waffenruhe. Die Hamas meldet über 400 Tote.
       UN-Generalsekretär Guterres schockiert. Ehemalige Geiseln, UN und andere
       kritisieren den Angriff.