# taz.de -- Protest-Aktion auf Google Maps: Der Müggelsee heißt jetzt Golf von Berlin
       
       > Als Protest gegen Donald Trumps Umbenennung des Golfs von Mexiko gaben
       > User auf Google Maps Berliner Gewässern neue Namen. Jetzt reagiert der
       > Kartendienst.
       
 (IMG) Bild: Auch der Wannsee wurde umbenannt – in Golf von Steglitz-Zehlendorf
       
       Berlin liegt am Meer. Das könnte man zumindest denken, wenn einem auf
       Google Maps der Golf von Tegel oder der Golf von Hohenschönhausen begegnet.
       Unter dem Namen Golf von Steglitz-Zehlendorf findet man neuerdings den
       Wannsee, der [1][Müggelsee] wurde in Golf von Berlin umgetauft und der Golf
       von Lichtenberg ist ein Teich im dortigen Stadtpark.
       
       So jedenfalls heißen die Einträge, die Nutzer*innen in den vergangenen
       Tagen auf dem Onlinekartendienst erstellt haben – aus Protest gegen die
       [2][Umbenennung des Golfs von Mexiko] durch US-Präsident Donald Trump.
       
       Eigentlich bezeichnet „Golf“ – wenn es nicht um als Sport getarntes
       Spazierengehen oder Autos geht – eine Meeresbucht. Als Synonym gibt es auch
       das herrliche Wort Meerbusen. Es ist also nicht das kleine Gewässer
       zwischen Grunewald und Halensee gemeint, sondern das große zwischen
       Schweden und Finnland – oder zwischen Mexiko und den USA.
       
       Letzteres nannten die Aztek*innen Chalchiuhtlicueyecatl, nach ihrer
       Göttin der stehenden Gewässer und der Flüsse. Die Maya riefen es vermutlich
       nahà, was schlicht und einfach großes Wasser bedeutet. Die europäischen
       Seefahrer waren sich lang uneinig, ob es der Golf der Antillen, von Cortes
       oder Neu-Spanien sei, bis sich Mitte des 16. Jahrhunderts der Name Golf von
       Mexiko durchsetzte.
       
       ## Befehle in Kolonialherrenmanier
       
       Dann kam fünfhundert Jahre später Trump daher und befahl, dass es von nun
       an [3][Golf von Amerika] heißen solle. In Kolonialherrenmanier redet er
       nicht nur davon, den Panamakanal zu kontrollieren oder Kanada oder
       [4][Grönland zu annektieren,] sondern lebt seine Allmachtsfantasien auch
       gern auf Landkarten aus.
       
       Kurz nach seinem Amtsantritt hatte er die Namensänderung per Dekret
       beschlossen. Offizielle Karten mussten geändert werden. Trumps
       Benennungsmacht endet aber an den Seegrenzen zu Mexiko und Kuba und wirft
       international Fragen auf. Google, Marktführer unter den Suchmaschinen und
       Onlinekartendiensten, übernahm in den USA kurzerhand Trumps Bezeichnung
       „Gulf of America“, in Mexiko steht dagegen weiter „Golfo de México“ auf der
       Karte.
       
       ## Neue Namen für Deutschlands Gewässer
       
       Für Nutzende in Deutschland verwendet das US-amerikanische Unternehmen
       einfach beide Namen und listet die Bucht unter dem umständlichen Namen
       „Golf von Mexiko (Golf von Amerika)“. Wer geografische Bezeichnungen ohne
       aus Allmachtsfantasien geborene Namensänderungen möchte, muss derweil auf
       andere Kartendienste ausweichen.
       
       Doch Google hat die Rechnung ohne seine User*innen gemacht: Jede*r kann
       dort Sehenswürdigkeiten eintragen, benennen, und mit Fotos und Rezensionen
       versehen. Und so kam es nun zu einer regelrechten Golf-Blütezeit. Der hat
       Google jetzt aber einen Riegel vorgeschoben. Offenbar dürfen sich nur
       Präsidenten neue Namen für Gewässer ausdenken.
       
       Die Berliner Golfe finden sich zwar noch in der Suche, jedoch ist „das
       Posten für diese Kategorie von Orten derzeit deaktiviert“. Der Hype ist
       wohl vorbei. Aber er war eine gute Erinnerung an die großen und kleinen
       Wasser in Berlin, jetzt wo die Tage wieder länger und wärmer werden.
       
       24 Mar 2025
       
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