# taz.de -- Ramadan und Leistungssport: Hass auf eine Trinkpause
       
       > Im Ramadan kann das Spiel zur Nahrungsaufnahme unterbrochen werden. Für
       > den islamophoben Netz-Mob ist das schon zu viel.
       
 (IMG) Bild: Fastenbrechen am Spielfeldrand: Mehmet Can Aydin und Pape Meissa Ba vom FC Schalke 04 werden versorgt
       
       Die Männer des FC Schalke 04 geben weiterhin ein trauriges Bild ab in der
       2. Bundesliga. Am Freitagabend haben die mit 1:2 zu Hause gegen Hannover 96
       verloren. Und doch gebührt dem Klub Anerkennung nach diesem 26. Spieltag –
       der Social-Media-Abteilung jedenfalls. Die hatte jede Menge Dreck
       wegzuräumen, nachdem sie [1][auf diversen Kanälen am Freitag kurz nach
       Sonnenuntergang gepostet hatte]: „Die Partie wird aufgrund des [2][Ramadan]
       kurz unterbrochen. Beide Teams sowie das Schiedsrichtergespann hatten sich
       im Vorfeld des Spiels darauf verständigt, eine kleine Pause einzulegen, in
       der die Spieler, die fasten, Trinken und Essen zu sich nehmen können.“
       
       Jede Menge islamophober Dreck wurde nun vor allem auf dem AfD-nahen Dienst
       X ausgekübelt. So mancher sah wegen einer Spielunterbrechung von einer
       Minute sein Vaterland untergehen. Wacker antwortete der diensthabende
       Social-Media-Betreuer von Schalke ein ums andere Mal auf die nicht selten
       geschmacklosen Einlassungen der Kommentierenden. [3][Am Ende sah sich der
       Klub genötigt, zu posten:] „Wir haben unter diesem Post vermehrt
       beleidigende und verletzende Kommentare festgestellt. An die Hater: Wir
       sind ein weltoffener Verein, stehen für Toleranz und verurteilen jede Form
       von Diskriminierung.“
       
       Klar, wer eine vernünftige Diskussion über Leistungssport in Zeiten des
       Ramadan führen möchte, sollte sich von Plattformen wie X fernhalten.
       Dennoch ist es immer wieder aufs Neue erschütternd, wie viel Hass bei
       diesem Thema ins Netz geschickt wird. Welcher Schalker sich an die
       islamischen Fastenregeln hält, teilt der Klub übrigens nicht mit. Gut so.
       Andernfalls wüssten die von Schalke so adressierten „Hater“, wen genau sie
       zum Objekt ihres Hasses machen könnten.
       
       Drei Tage vor dem Schalke-Spiel hatte schon einmal eine kurze Trinkpause zu
       Sonnenuntergang für Diskussionen geführt. Auch das Achtelfinalrückspiel von
       Borussia Dortmund in Lille wurde kurz unterbrochen. Im Nachgang erfuhr man
       von Dortmunds Trainer Niko Kovac, dass die Betreuer sich genau überlegen,
       wie sie mit fastenden Spielern umgehen. „Wir müssen darauf gucken, dass wir
       die Jungs auf den Platz bringen, die die nötigen Kräfte haben“, sagte er.
       Und man konnte erfahren, dass es etwas mit dem Ramadan zu tun hatte, dass
       Ramy Bensebaini nicht in der Startelf stand. Interessant, oder? Im
       Gegensatz zu fast allem, was auf X dazu verhandelt wird.
       
       16 Mar 2025
       
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