# taz.de -- Wahlsieg in Mosambik bestätigt: Verfassungsgericht hält Exbefreiungsbewegung im Amt
       
       > In Mosambik bestätigt das Verfassungsgericht erwartungsgemäß den Sieg der
       > regierenden Frelimo. In der Hauptstadt Maputo brechen neue Unruhen aus.
       
 (IMG) Bild: Sargnagel für die Demokratie? Getötete Demonstranten werden in Maputo zu Grabe getragen, 11. November
       
       Maputo afp/taz | Das Verfassungsgericht in Mosambik hat endgültig den Sieg
       der Regierungspartei Frelimo (Mosambikanische Befreiungsfront) bei den
       Parlaments- und Präsidentshaftswahlen vom 9. Oktober bestätigt. In einem
       [1][mit großer Spannung erwarteten Urteil] erklärten die Richter des
       sogenannten Verfassungsrats Frelimo-Kandidat Daniel Chapo zum gewählten
       Präsidenten. Statt knapp 71 Prozent wie im vorläufigen Endergebnis der
       Wahlkommission vom 24. Oktober hat er jetzt aber nur noch gut 65 Prozent.
       
       Der wichtigste Oppositionskandidat [2][Venancio Mondlane], unterstützt von
       der Oppositionspartei Podemos, hat demnach gut 24 Prozent der Stimmen
       erhalten. Auch im Parlament behält Frelimo die Mehrheit, aber ebenfalls mit
       weniger Sitzen als zunächst von der Wahlkommission verkündet. Die
       Regierungspartei hat nun 171 der 250 Sitze statt 295.
       
       Die Opposition erkennt den Wahlsieg der seit der Unabhöngigkeit 1975
       regierenden Frelimo nicht an und hatte für den Fall der Bestätigung dieses
       Sieges zu erneuten und verschärften Massenprotesten aufgerufen. Am
       Vormittag waren die Strßen der Hauptstadt Maputo wie ausgestorben – aus
       Angst blieben viele Menschen zuhause, viele Geschäfte waren geschlossen und
       die Polizei hatte wichtige Verkehrsverbindungen gesperrt.
       
       Am Nachmittag brachen erste Unruhen aus. In Teilen von Maputo zündeten
       Protestierende brennenden Autoreifen an. Die Straße zum internationalen
       Flughafen war gesperrt.
       
       Mondlane hat dazu aufgerufen, Mosambik ab jetzt fünf Tage lang lahmzulegen.
       Der Oppositionsführer, der sich im vermutlich südafrikanischen Exil
       aufhält, sieht sich als eigentlichen Gewinner der Präsidentschaftswahl mit
       53 Prozent der Stimmen auf der Grundlage einer parallelen Auszählung. Das
       jetzt eingetretene Urteil des Verfassungsgerichts werde „automatisch“ die
       nächste Phase der Proteste einleiten, hatte er zuvor gewarnt.
       
       Bei der gewaltsamen Niederschlagung [3][wiederholter Proteste] von
       Oppositionsanhängern seit den Wahlen sind bisher [4][mindestens 130
       Menschen getötet] worden. Die meisten wurden von der Polizei erschossen.
       
       Es ist die schwerste Nachwahlkrise in der Geschichte des Landes, sagte
       gegenüber AFP der mosambikanische Forscher Borges Nhamirre am
       südafrikanischen Institute for Security Studies (ISS) in Pretoria. Das
       Verfassungsgericht sei nicht politisch unabhängig und anders als von vielen
       erwartet seien die Proteste nicht nach wenigen Wochen abgeflaut.
       
       23 Dec 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://x.com/Cidiachissungo/status/1871211985062531549
 (DIR) [2] https://en.wikipedia.org/wiki/Ven%C3%A2ncio_Mondlane
 (DIR) [3] /Proteste-nach-Wahlen-in-Mosambik/!6046284
 (DIR) [4] /Blutiger-Streit-um-Wahlergebnisse/!6058140
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Mosambik
 (DIR) Frelimo
 (DIR) Wahlen
 (DIR) Mosambik
 (DIR) Mosambik
 (DIR) Mosambik
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Politische Krise in Mosambik: Entscheidende Tage in Maputo
       
       Oppositionsführer Mondlane kündigt für Donnerstag seine Rückkehr aus dem
       Exil an. Sechs Tage danach will er sich zum Präsidenten ausrufen lassen.
       
 (DIR) Zuspitzung der Krise in Mosambik: Auf abschüssigen Pfaden
       
       Krise im südostafrikanischen Land: Es ist abgewirtschaftet, Stürme belasten
       die Menschen zusätzlich. Das Land braucht einen politischen Neuanfang.
       
 (DIR) Blutiger Streit um Wahlergebnisse: Mosambik vor dem finalen Showdown
       
       Die Opposition will ab Montag die Proteste verschärfen, wenn der Wahlsieg
       der Regierungspartei bestätigt wird. Schon über 130 Menschen wurden
       getötet.
       
 (DIR) Krise in Mosambik: Mit vollem Tempo in die Demonstranten
       
       Erneut kommen bei Unruhen in Mosambiks Hauptstadt Protestierende ums Leben.
       Videos zeigen ein brutales Vorgehen der Sicherheitskräfte.