# taz.de -- Trumps erste Zoll-Ankündigungen: Die Zeche zahlt die Mittelschicht
       
       > Donald Trump kündigt Zoll-Erhöhungen an. Das soll illegale Einwanderung
       > und Drogenschmuggel verhindern – ist aber reiner Populismus.
       
 (IMG) Bild: Hohe Zölle gegen die Drogenkrise. Oder berauscht sich hier jemand an der Macht? Donald Trump, designierter US-Präsident
       
       Diesseits wie jenseits des Atlantiks sollten die Menschen hoffen, dass
       Donald Trump seine Wahlkampfversprechen nicht einhält. Als [1][erste
       Amtshandlung wolle er Zölle von 25 Prozent auf Importe aus den
       Nachbarländern Kanada und Mexiko erheben], tönt der designierte
       US-Präsident aktuell. Chinesische Waren sollen mit 10 Prozent belegt
       werden. Die Zeche zahlen dürfte die einfache Bevölkerung, die Mittel- und
       Unterschicht, also jene [2][99 Prozent, wie sie die Occupy-Bewegung nach
       der Finanzkrise 2007/8 nannte].
       
       Dabei gewann Trump die Wahlen vor allem, weil sich Mittelschicht und
       Arbeiterschaft von den Demokraten abwendeten und sich der Milliardär
       erfolgreich als Kämpfer gegen die Eliten inszenieren konnte. So begründet
       er auch die Zölle neben der illegalen Einwanderung mit dem Drogenschmuggel.
       Das ist ein Populismus, der verfangen kann, weil die [3][Opioid-Krise in
       den USA nicht zu übersehen] ist. Eine 1,6-Millionen-Stadt wie Philadelphia
       verzeichnete vor zwei Jahren 1.413 Drogentote, selbst auf dem flachen Land
       wird man mit dieser Krise konfrontiert.
       
       Doch Trumps Zölle werden daran nichts ändern. Stattdessen werden sie
       alltägliche Güter wie kanadischen Ahornsirup, Fahrzeuge aus Mexiko sowie
       Elektrogeräte aus China verteuern. Die [4][Inflation wird also in den USA]
       wieder steigen. Ökonomen warnen bereits, dass die US-Notenbank FED als
       Antwort die Zinsen anheben muss, was wiederum den wirtschaftlichen
       Aufschwung abwürgen wird.
       
       Eskaliert Trump weiter, erhebt er auch Zölle auf Produkte aus der
       Europäischen Union, fängt er einen Handelskrieg an, dann wird dies
       dramatische Folgen für die hiesige Wirtschaft haben. Insbesondere die
       exportorientierte Industrie wird davon betroffen sein.
       
       Angesichts der [5][bereits bekannt gegebenen Stellenstreichungen bei
       Konzernen wie VW und Thyssenkrupp] bedarf es keiner Fantasie, wer
       hierzulande am stärksten die Folgen eines Handelskrieges zu spüren bekommt.
       Die Konzerne werden die geringe Nachfrage aus dem Ausland mit Entlassungen
       beantworten. Treffen wird es also auch hier die einfachen Beschäftigten.
       
       28 Nov 2024
       
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