# taz.de -- US-Präsidentschaftswahl: Wahlfieber auch in Berlin
       
       > Trump vs. Harris: Am 5. November wählen die USA ein neues
       > Staatsoberhaupt. Die Democrats Abroad mobilisieren dafür auch in der
       > deutschen Hauptstadt.
       
 (IMG) Bild: Die Democrats Abroad wollen den Wahlausgang wieder im Kino Babylon erleben. 2008 konnten sie hier den Sieg von Barack Obama feiern
       
       Berlin taz | Bei dem Berliner Ableger der Democrats Abroad brummt es: Kurz
       vor den Präsidentschaftswahlen in den USA sind Constance Chucholowski und
       ihre Mitstreiter*innen [1][weiterhin damit beschäftigt, Fragen von
       Wähler*innen zu beantworten]. „Sie fragen etwa: Was kann ich tun, wenn
       die Unterlagen noch nicht da sind? Bis wann muss mein Brief abgeschickt
       sein? Und gibt es eine Option, dass das Porto nicht 80 Euro kostet?“, sagt
       Chucholowski, die zum Vorstand der hiesigen US-Demokraten gehört, für die
       am Dienstag Kamala Harris erste US-Präsidentin werden.
       
       Denn wer seinen Wahlbrief per Expresspost in die USA schicken will, für den
       könne es schnell teuer werden. Wähler*innen rate sie dazu, wo immer
       möglich E-Mail oder Fax zu nutzen. Doch ob das überhaupt möglich ist, das
       richtet sich auch danach, in welchem Staat die Person wahlberechtigt sei,
       sagt Chucholowski. „Wir beantworten gerade noch ganz viele Fragen, und das
       wird sicher bis Dienstag so weitergehen“, sagt sie. Was nicht möglich ist:
       einfach zur US-Botschaft am Brandenburger Tor gehen und wählen.
       
       In Berlin leben aktuell laut Statistischem Bundesamt rund 21.600
       US-Amerikaner*innen, von denen 20.400 wahlberechtigt sind. In Brandenburg
       leben rund 1.400 Staatsbürger*innen der USA, von denen rund 1.300
       wahlberechtigt sind. Dazu kommen noch Angehörige der Streitkräfte und
       Diplomat*innen. Wenn sie sich registriert haben, dürfen sie jeweils in dem
       Bundesstaat wählen, in dem sie zuletzt gemeldet waren. Die Regeln, bis wann
       sich Wahlberechtigte registriert haben, ob sie ihre Unterlagen per Mail
       oder per Post zurückschicken müssen, sind in jedem Bundesland
       unterschiedlich. Auch hier dienen [2][die Democrats Abroad als
       Ansprechpartner*innen].
       
       Auch die Fristen, bis wann die Wahlzettel eingegangen sein müssen, sind
       unterschiedlich. „Teilweise müssen die Stimmen am Wahltag schon angekommen
       sein, in anderen Bundesstaaten können sie ein paar Tage danach ankommen, in
       einigen sogar bis zu zwei Wochen nach dem Wahltag“, sagt Chucholowski. Und:
       Mal sei der Posteingang entscheidend, mal der Stempel auf dem Brief. „Auch
       das wissen viele der Wähler*innen hier über ihre Bundesstaaten nicht.“
       
       ## Zum Last-Minute-Registrieren braucht es Glück
       
       Sie hätten [3][in den vergangenen Wochen und Monaten sehr viele Kontakte
       mit Wähler*innen] gehabt, sagt Chucholowski. Es sei schwer zu sagen,
       aber „die Wahlbeteiligung könnte vielleicht sogar höher ausfallen als bei
       der Wahl 2020“, sagt sie. Unter den in Deutschland lebenden
       US-Amerikaner*innen hatten rund 25 Prozent gewählt. Weltweit lag die
       Wahlbeteiligung der im Ausland lebenden US-Amerikaner*innen damals bei gut
       7 Prozent. „Trotzdem stoßen wir immer noch auf Wahlberechtigte, die sich
       bisher noch nicht registriert haben“, sagt Chucholowski. Etwa weil sie bei
       ihnen nachfragen oder sie an einem Stand ansprechen würden.
       
       In einigen Bundesstaaten sei es tatsächlich noch möglich, sich zu
       registrieren und Unterlagen anzufordern, sagt sie. „Ob das dann auch alles
       praktisch klappt, da braucht es vermutlich viel Glück“, sagt sie. „Aber
       klar, man sollte alles tun, um es zu probieren.“
       
       Die Democrats Abroad weisen dafür auch auf die Notfallvariante der
       „Emergency Ballots“ hin: „Das ist eine Option, die jeder hat“, sagt
       Chucholowski. „Falls die eigentliche Stimme gar nicht ankommt, wird diese
       Stimme gezählt. Wenn die eigentliche Stimme gezählt wird, wird sie hingegen
       vernichtet“, erklärt sie. „Wir empfehlen gerade allen, die noch etwas
       beantragen oder die noch keine Rückmeldung von ihrer Stimme haben, das
       parallel zu beantragen.“
       
       Ansonsten sei sie in [4][Bezug auf den Ausgang der Wahl] „optimistisch und
       hoffnungsvoll, aber nicht naiv“, sagt Chucholowski. Die Umfragen zeigten,
       dass es sehr knapp werde, doch „Umfragen sind auch nicht alles“. Gerade die
       letzten Tage vor der Wahl seien oft entscheidend, und das könnte den
       Demokraten zugutekommen. „Uns geht es um etwas. Den Republikanern dagegen
       geht es nur um Hass und Hetze“, sagt sie.
       
       ## Wahlpartys in Kino, Universität und Bar
       
       Berliner*innen, die die Wahlnacht live verfolgen möchten, können das etwa
       Dienstagabend ab 21 Uhr an der Freien Universität bei der [5][US Election
       Night] des John-F.-Kennedy-Instituts in der Lansstraße 7-9 in Dahlem tun.
       Die Democrats Abroad werden die [6][Auszählung im Babylon Mitte] verfolgen,
       ihre Veranstaltung ist aber bereits ausgebucht. In [7][Neukölln wird die
       Bar Donau 115] in der Donaustraße ab Mitternacht mit Musik, Moderation und
       Comedy durch die lange Wahlnacht führen.
       
       4 Nov 2024
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) [3] /US-Wahlkampf-in-Berlin/!6027929
 (DIR) [4] /Podcast-Bundestalk/!6046119
 (DIR) [5] https://www.fu-berlin.de/news/schwerpunkt-us-wahlen/termine/241105-election-night.html
 (DIR) [6] https://babylonberlin.eu/programm/live/live-event/7803-u-s-election-night-with-democrats-abroad
 (DIR) [7] https://www.facebook.com/events/856580772931646/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uta Schleiermacher
       
       ## TAGS
       
 (DIR) US-Wahl 2024
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