# taz.de -- ARD-Serie „30 Tage Lust“: „Was, wenn du eigentlich auf etwas ganz anderes stehst?“
       
       > „30 Tage Lust“ zeigt Nähe und Distanz in einer Partnerschaft, die Neues
       > wagt. Es geht um Datingapps und einen Dreier mit den Nachbarn.
       
 (IMG) Bild: Ein halbes Leben lang sind Freddy und Zeno schon zusammen. Nun wagen sie ein Experiment: 30 Tage Sex mit Fremden
       
       Ein halbes Leben. So lang sind die Endzwanziger Frederieke, genannt Freddy,
       und Zeno zusammen. Doch gerade Freddy hegt Zweifel an der
       [1][augenscheinlich perfekten Beziehung]. Nach dem Sex, mit seinem Kopf auf
       ihrer Brust, stellt sie Zeno eine Frage: „Was, wenn du eigentlich auf etwas
       ganz anderes stehst?“ Die Angst, etwas zu verpassen, steht zwischen den
       beiden.
       
       Aus einer Notlüge von Freddy wird ein Plan, dem ihr Freund Zeno nur
       zögerlich zustimmt: 30 Tage lang dürfen die beiden mit anderen Menschen
       schlafen, möglichst mit dreißig unterschiedlichen. [2][Alles ist erlaubt.]
       Dabei gibt es nur zwei Regeln: nie mit einer Person zweimal, und darüber
       geredet wird auch nicht. Wird das ihre Beziehung stärken oder zerstören?
       
       ## Kann der ÖRR Sex?
       
       In acht Folgen mit jeweils circa dreißig Minuten erleben die beiden das Auf
       und Ab der Gefühle, das Dates und Flirts – Lust, eben – mit sich bringen.
       Zum ersten Mal müssen sie durch die Stuttgarter Datingwelt navigieren,
       machen alte neue Bekanntschaften und swipen auf DateVegan. Es geht um alte
       Professoren, die es zu verführen gilt, und einen Dreier mit den Nachbarn.
       
       Mit Humor erzählt die ARD-Serie die Geschichte des Paares und lädt zum
       Mitfiebern und Mitfühlen, Lachen und Fremdschämen ein – ganz ohne das
       Gefühl von Sexualunterricht zu vermitteln. Sie wirft die Frage auf, ob
       viele Sexpartner:innen uns nicht vielleicht sogar einsamer machen.
       
       Vor allem die beiden Hauptdarsteller:innen Linda Blümchen und Simon
       Steinhorst überzeugen mit ihrer Authentizität und einer natürlichen
       Vertrautheit. Kein Leichtes, denn das Drehbuch konfrontiert die beiden mit
       einigen Situationen jenseits des konventionellen Schamgefühls. Trotz der
       allgegenwärtigen Nacktheit wirkt die Serie nicht gezwungen freizügig,
       sondern vielmehr erfrischend ehrlich. Kann der ÖRR Sex? „30 Tage Lust“ ist
       der Beweis, dass es geht.
       
       „30 Tage Lust“. Acht Folgen in der ARD-Mediathek
       
       8 Nov 2024
       
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 (DIR) Christina Koppenhöfer
       
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