# taz.de -- Brics-Gipfel in Kasan: Haltung zu Russland spaltet Südafrikas Einheitsregierung
       
       > Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa preist Gastgeber Russland auf dem
       > Brics-Gipfel als Freund. Das sorgt beim Koalitionspartner zu Hause für
       > Ärger.
       
 (IMG) Bild: Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa während des 16. BRICS-Gipfels
       
       Johannesburg taz | Die positiven Äußerungen von Südafrikas Präsident Cyril
       Ramaphosa auf dem Brics-Gipfel über das Gastgeberland Russland sorgten für
       Streit in der Heimat. Außenpolitik erweist sich als der größte
       Konfliktpunkt in Südafrikas Regierung der National Einheit aus der
       ehemaligen Befreiungsbewegung ANC (African National Congress) und der
       liberalen DA (Democratic Alliance), der größte der Koalitionspartner des
       ANC [1][seit dessen Verlust der absoluten Mehrheit bei den Wahlen im Mai].
       
       „Wir sehen Russland weiterhin als geschätzten Verbündeten und Freund, der
       uns von Anfang an in unserem Kampf gegen Apartheid unterstützt hat“, hatte
       Ramaphosa bei einem Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin gesagt.
       
       ## Koalitionspartner widerspricht dem Präsidenten
       
       DA-Chef John Steenhuisen, Südafrikas Agrarminister, fand deutliche Worte:
       „Als Schlüsselpartner in der Regierung der Nationalen Einheit weist DA
       diese Charakterisierung entschieden zurück“, erklärte er. „Die DA hält
       weder Russland noch Wladimir Putin für einen Verbündeten unserer Nation.“
       
       Dass der ANC und die DA eine völlig konträre Sicht auf die Welt haben, war
       schon [2][zu Beginn der Koalition klar]. Aus DA-Sicht hat der ANC sich
       immer wieder mit autokratischen Regimen verbündet, während der ANC selber
       eine Position der Neutralität und der stillen Diplomatie für sich
       reklamiert.
       
       Aber während die ANC-Regierung bei Russlands Angriffskrieg gegen die
       Ukraine sehr ruhig blieb, kritisierte sie laut Israels Angriffe auf
       Palästina und hat gegen Israel Klage vor dem Internationalen Gerichtshof
       wegen „Völkermord“ eingereicht. Eine ähnliche südafrikanische Verurteilung
       Russlands scheint hingegen undenkbar.
       
       ## Kritik an Ramaphosa in Südafrika nicht unumstritten
       
       Steenhuisens öffentliche Kritik an Ramaphosas Äußerungen wird von manchen
       in Südafrika kritisiert – er rücke damit die gesamte Regierung in ein
       schlechtes Licht und trage interne Konflikte nach außen, heißt es.
       
       [3][Mamokgethi Phakeng, Vizekanzlerin der Universität Kapstadt], sagte:
       „Objektiv kann und darf man begründen, dass Putin nicht unser Verbündeter
       ist. Aber es ist sowohl unangemessen als auch unverantwortlich, dem
       Präsidenten, den man zusammen mit dem gesamten Parlament selbst mit der
       Vertretung Südafrikas auf allen Ebenen beauftragt hat, vorzuwerfen, nicht
       im Sinne der Nation zu handeln.“ Das „untergräbt die Integrität Ihrer
       Regierung“, schrieb sie in einem Brief an Steenhuisen.
       
       24 Oct 2024
       
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