# taz.de -- Wegen Korrpution und Geldwäsche: Perus Ex-Präsident Toledo verurteilt
       
       > Im Rahmen der Odebrecht-Affäre kassierte Perus Ex-Präsident Alejandro
       > Toledo 35 Millionen Dollar Bestechungsgelder. Nun muss er ins Gefängnis.
       
 (IMG) Bild: Der ehemalige peruanische Präsident Alejandro Toledo bei seiner Urteilsverkündung in Lima, 21.10.2024
       
       Der frühere peruanische Präsident Alejandro Toledo – im Amt von 2001 bis
       2006 – ist wegen Korruption und Geldwäsche zu 20 Jahren und sechs Monaten
       Haft verurteilt worden. Toledo wurde vom obersten Gerichtshof in Lima für
       schuldig befunden, in den Jahren 2005 und 2006 rund 35 Millionen US-Dollar
       an Bestechungsgeldern vom brasilianischen Bauunternehmen Odebrecht
       angenommen zu haben.
       
       Dem Gericht zufolge hatte er als Gegenleistung für die Millionenzahlungen
       den Bau einer Autobahn zwischen dem Atlantik und dem Pazifik genehmigt.
       Entscheidend für das Gericht war die Aussage des ehemaligen Odebrecht-Chefs
       in Peru, Jorge Barata, der Toledo schwer belastete. Toledo hatte die
       Vorwürfe stets bestritten. „Ich habe nie eine Vereinbarung mit Herrn Barata
       getroffen. Ich wurde in diese Sache hineingezogen, ohne zu wissen, warum“,
       so der 78-Jährige in seiner letzten Aussage vor Gericht.
       
       Die [1][Odebrecht-Affäre] gilt als der größte Korruptionsskandal in
       Lateinamerika. Von 2001 bis 2015 soll der brasilianische Baukonzern rund
       790 Millionen US-Dollar Schmiergelder an Politiker und deren Strohmänner in
       mindestens zehn lateinamerikanischen Ländern gezahlt haben. Diese Summe
       nannte ein New Yorker Gericht, das gegen den Bauriesen ermittelte. Heute
       firmiert Odebrecht unter dem Namen Novonor.
       
       2017 tauchte Toledo in den USA unter, nachdem die peruanische Justiz einen
       Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte. 2019 wurde er zunächst verhaftet und
       danach unter Hausarrest gestellt. Seitdem hatte er versucht, seine
       Auslieferung nach Peru juristisch zu verhindern. Im April 2023 wurde Toledo
       schließlich ausgeliefert und in das Barbardillo-Gefängnis in Lima gebracht.
       
       ## Auch Toledos Ex-Ehefrau wird per Haftbefehl gesucht
       
       Nach mehr als 170 Verhandlungstagen wurde er am Montag für schuldig
       befunden. Möglich ist, dass es zu einem weiteren Prozess kommt. Nach
       Angaben der Staatsanwaltschaft soll Toledo zwischen 2006 und 2011 mittels
       eines Geldwäscheprogramms weitere 30 Millionen US-Dollar erhalten haben.
       
       Damit ist Toledo der erste der vier ehemaligen peruanischen Präsidenten,
       [2][gegen den die Justiz im Zusammenhang mit dem
       Odebrecht-Korruptionsskandal ermittelt und verurteilt.] 
       
       Auch gegen Toledos Ex-Ehefrau Eliane Karp liegt ein Haftbefehl vor. Obwohl
       sie nicht im Zusammenhang mit der Odebrecht-Affäre gesucht wird, wirft ihr
       die peruanische Staatsanwaltschaft Geldwäsche vor. Die 71-Jährige lebt
       heute in Israel – ein Land, mit dem Peru kein Auslieferungsabkommen hat.
       
       22 Oct 2024
       
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