# taz.de -- Verkauf von DB Schenker beschlossen: Knappe Entscheidung im Aufsichtsrat
       
       > Die Deutsche Bahn erhält für die Logistiktochter Schenker viele
       > Milliarden. Das Geld sollte in den Schienenausbau fließen, fordern die
       > Wettbewerber.
       
 (IMG) Bild: Nicht mehr so gewinnbringend wie früher: Schenker, die Logistiktochter der Deutschen Bahn
       
       Berlin taz | Die Milliarden aus dem Verkauf der Deutschen-Bahn-Tochter
       Schenker sollen nicht in die Schuldentilgung, sondern in den Ausbau der
       Schieneninfrastruktur fließen. Das fordern die Konkurrenten der Deutschen
       Bahn, die im Verband „Die Güterbahnen“ zusammengeschlossen sind. Im
       Gütertransport auf der Schiene hat die Deutsche Bahn (DB) hierzulande nur
       noch einen Marktanteil von rund 40 Prozent.
       
       Der DB-Aufsichtsrat hat am Mittwoch den Verkauf der Logistiktochter
       Schenker an das dänische Unternehmen DSV mit einer Mehrheit von 10 zu 9
       Stimmen bei einer Enthaltung beschlossen. Nach Konzernangaben ist
       einschließlich der Zinserträge bis zum Vollzug ein Erlös von bis zu 14,8
       Milliarden Euro zu erwarten. Der Verkauf wird im Laufe des Jahres 2025
       abgewickelt. Das Geld soll in die Schuldentilgung fließen. Der Konzern, der
       zu 100 Prozent dem Staat gehört, hat Schulden von mehr als 30 Milliarden
       Euro – und gleichzeitig einen immensen Investitionsstau.
       
       Schenker ist der gewinnträchtigste Zweig der Deutschen Bahn, die anderen
       Sparten stecken tief in den roten Zahlen. Allerdings sinken die Erträge des
       Unternehmens, das Güter zu großen Teilen per Lkw transportiert. [1][2023
       lag der Gewinn bei 1,1 Milliarden Euro nach 1,8 Milliarden im Vorjahr].
       „Der Verkauf von DB Schenker ist ein wichtiger Meilenstein für die DB, um
       sich konsequent auf die Sanierung der Schieneninfrastruktur im Inland sowie
       den Betrieb eines klimafreundlichen Personen- und Güterverkehrs in
       Deutschland und Europa zu konzentrieren“, sagte der
       Aufsichtsratsvorsitzende Werner Gatzer.
       
       Die Eisenbahnergewerkschaft EVG [2][hält die Entscheidung „für einen
       schweren strategischen Fehler“]. Sie fürchtet, dass viele der weltweit
       72.700 Jobs verloren gehen. Dagegen halten die Bahnkonkurrenten den Verkauf
       für richtig. „Gut, dass sich die Deutsche Bahn und der Bund nicht mehr als
       Straßen-, Luft- und Seeschifffahrtsunternehmer betätigen wollen“, sagte
       Güterbahnen-Geschäftsführerin Neele Wesseln. Es sei aber falsch, das Geld
       in die Schuldentilgung der Bahn zu stecken, während der [3][maroden
       Schieneninfrastruktur] zeitgleich essenzielle Mittel fehlten.
       
       3 Oct 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Jahresbilanz-der-DB/!5996626
 (DIR) [2] https://www.evg-online.org/meldungen/details/news/11989/
 (DIR) [3] /Sanierungsplan-der-Deutschen-Bahn/!6034367
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Anja Krüger
       
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