# taz.de -- Vorwürfe gegen die Ukraine: Malis Militärjunta mit Moskau
       
       > Mali bricht die Beziehungen zur Ukraine ab. Hintergrund: Der Tod
       > russischer Wagner-Kämpfer bei einem Rebellenhinterhalt.
       
 (IMG) Bild: Das Foto ist Fake, seine Wirkung aber sehr real: Montage von Tuareg-Kämpfern mit Ukraine-Flagge
       
       Berlin taz | Die Militärregierung von Mali stellt sich immer deutlicher auf
       die Seite Russlands. Am Sonntag [1][verkündete Regierungssprecher Oberst
       Abdoulaye Maiga] den Abbruch der diplomatischen Beziehungen Malis zur
       Ukraine und begründete dies mit einer ukrainischen „Aggression“. Die
       Regierung der Ukraine offenbare eine „klare offizielle Unterstützung für
       Terrorismus in Afrika, im Sahel und genauer gesagt in Mali“.
       
       Hintergrund ist das blutige Debakel, das russische Wagner-Kämpfer gemeinsam
       mit Malis Armee Ende Juli beim Versuch erlitten, die Stadt Tinzaouaten an
       der Grenze zu Algerien zu erobern. Eine Wagner-Kolonne geriet in einen
       Hinterhalt. Die Tuareg-Rebellen, die das Gebiet kontrollieren, meldeten
       hinterher 47 tote Regierungssoldaten und 84 getötete Wagner-Kämpfer.
       
       Malis Regierung machte dafür die islamistische Terrorgruppe JNIM (Gruppe
       für die Unterstützung des Islams und der Muslime) verantwortlich. Wenig
       später tauchte im Internet [2][ein Foto] auf, auf dem malische
       Tuareg-Rebellen ihre eigene Flagge und die der Ukraine in die Kamera
       halten. Und in Medienberichten ließ ein Sprecher des ukrainischen
       Militärgeheimdienstes wissen, man habe den Rebellen „notwendige
       Informationen“ für den Angriff auf die Russen geliefert.
       
       Das Foto wurde rasch als Montage entlarvt. Doch im Senegal, dessen
       neugewählte Regierung ebenfalls antiwestlich eingestellt ist, wurde der
       ukrainische Botschafter einbestellt und [3][Senegals Außenministerium
       protestierte] gegen ein angebliches ukrainisches „Propagandavideo“ über
       Tinzaouaten.
       
       Malis Regierung wirft der Regierung der Ukraine nun vor, die „subversiven“
       Äußerungen ihres Botschafters in Senegal nicht verurteilt zu haben, und
       begründet damit den Abbruch der Beziehungen. Mali sei im Konflikt zwischen
       Russland und der Ukraine „neutral, heißt es weiter – und direkt danach
       aber: „Außerdem steht die Übergangsregierung der Republik Mali vollständig
       hinter der Diagnose der Russischen Föderation, die die Welt seit Jahren auf
       den neonazistischen und kriminellen Charakter der ukrainischen Machthaber
       hinweist“.
       
       Die malischen Gegner der Militärregierung haben umgehend regiert. Ein sich
       als „Regierung Malis im Exil“ bezeichnendes Oppositionsbündnis mit
       Tuareg-Vertretern bezichtigt in einer [4][Erklärung] Malis
       Militärmachthaber, „unsere Armee zu Hilfsschützen russischer Kolonisatoren“
       reduziert zu haben. Das malische und das ukrainische Volk habe in der
       Wagner-Gruppe „einen gemeinsamen Feind“ und „die ukrainische Armee ist
       nicht mit der malischen Armee im Krieg, sondern mit der Terrororganisation
       Wagner“, heißt es weiter.
       
       5 Aug 2024
       
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