# taz.de -- Spaniens Linke nach der EU-Wahl: Rücktritt der Anführerin
       
       > Yolanda Díaz ist nicht länger Chefin des Bündnisses Sumar. Spaniens
       > Premier Pedro Sánchez fürchtet eine Schwächung seiner linken Partner.
       
 (IMG) Bild: Yolanda Díaz im November 2023 in Brüssel
       
       Die Europawahlen haben [1][in Spaniens Linker] ein Opfer gefordert. Die
       Chefin des linksalternativen Parteienbündnis Sumar (Summieren) Yolanda Díaz
       ist von allen Parteiämtern zurückgetreten. „Die Bürger haben gesprochen und
       ich ziehe daraus die Konsequenzen“, erklärte sie am Montagnachmittag nach
       dem schlechten Abschneiden von Sumar. Díaz bleibt Arbeitsministerin in der
       Linkskoalition [2][unter Pedro Sánchez von der sozialistischen PSOE].
       
       Sumar löste nach den Parlamentswahlen im vergangenen Juli Podemos (Wir
       können) als Koalitionspartner der Sozialisten ab. Podemos war Teil von
       Sumar, zog sich aber dann aus dem Bündnis zurück und ging mit seinen
       Abgeordneten in die Gruppe der Fraktionslosen. Bei den Europawahlen waren
       sowohl Sumar als auch Podemos angetreten und warben um ähnliche
       Wählerschaft. Sumar erzielte 4,6 Prozent und 3 Sitze, Podemos 3,3 Prozent
       und 2 Sitze. Im vergangenen Juli bei den Parlamentswahlen kam Sumar noch
       auf 12,3 Prozent der Stimmen. Bei mehreren darauffolgenden Regionalwahlen
       schnitt Sumar immer schlechter ab.
       
       Mit ihrem Rücktritt wolle sie den Weg für eine Debatte über die Zukunft des
       Projektes freimachen, so Díaz. Noch in der Wahlnacht war interne Kritik
       gegen Díaz laut geworden.
       
       Die postkommunistische Vereinigte Linke (IU) hatte einen Vertreter auf
       Platz 4 der Liste. Dieser zog nicht in das Straßburger Parlament ein. IU
       ist damit erstmals nicht im Europaparlament vertreten. Das gleiche
       Schicksal ereilte die Kandidatin von Más Madrid auf Platz 5. Más Madrid
       (Mehr Madrid) ist eine regionale politische Kraft, die in der
       Hauptstadtregion zweitstärkste Partei und damit führende Oppositionskraft
       ist.
       
       Die Sprecherin von Más Madrid, Manuela Bergerot, kritisiert die Führung
       unter Díaz. Diese habe „die strategischen Entscheidungen der Kampagne ohne
       Berücksichtigung der Gebietsorganisationen getroffen“. In den nächsten
       Monaten wird sich außerdem zeigen, ob sich Sumar und Podemos nach dem
       Debakel in Europa erneut annähern.
       
       Die Sozialisten von Ministerpräsident Sánchez beobachten besorgt, was links
       von ihnen geschieht. „Was die PSOE will, ist eine starke und geeinte Linke.
       […] Wir wollen sie ermutigen, klar und direkt auf die Herausforderungen zu
       blicken, die vor uns liegen“, betonte Parteisprecherin Esther Peña. Im
       vergangenen Mai verloren die Sozialsten mehrere Regionalregierungen und
       Stadtverwaltungen, weil damals die Listen links der PSOE – [3][meist unter
       Führung von Podemos] – starke Verluste hinnehmen mussten. Sumar war der
       Versuch, das linksalternative Spektrum neu zu strukturieren.
       
       11 Jun 2024
       
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