# taz.de -- Eskalation an Israel-Libanon-Grenze: Im Schwitzkasten der Terroristen
       
       > Der Schlagabtausch zwischen der Hisbollah und Israel droht zu eskalieren.
       > Für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze wäre ein Krieg
       > katastrophal.
       
 (IMG) Bild: Rauch nach einem israelischen Luftangriff im Libanon nahe der Grenze zu Israel im Mai 2024
       
       In normalen Zeiten – Zeiten ohne Krieg – wäre es längst zum Krieg gekommen.
       Kämpfe an zwei Fronten gleichzeitig sind indes schwer zu meistern, selbst
       für eine so hoch gerüstete Armee wie die israelische. Vorläufig werden die
       SoldatInnen im Gazastreifen gebraucht – und Israel hält still an der Grenze
       zu Libanon. Den ständigen Provokationen der Hisbollah und der Tatsache zum
       Trotz, dass [1][seit vergangenem Oktober 60.000 Menschen] nicht in ihren
       Häusern leben können.
       
       Einen [2][Krieg zwischen den libanesischen Terroristen und Israel] darf es
       nicht geben. Israels durchgeknallter Minister für Nationale Sicherheit,
       Itamar Ben-Gvir, scheint nicht zu wissen, wovon er redet, wenn er dazu
       aufruft. Die Hisbollah hat aufgerüstet seit 2006 nach dem Krieg, der mit
       einem Waffenstillstand und der [3][UN-Resolution 1701] endete. Die
       Resolution ist eine Farce: Bis zum Litani-Fluss, 20 Kilometer nördlich der
       israelischen Grenze, war eine entmilitarisierte Zone vorgesehen.
       
       Die libanesische Armee sollte die Grenzen bewachen, die Truppen der UNIFIL,
       der Interimstruppe der Vereinten Nationen im Libanon, wurden deutlich
       aufgestockt. Sogar [4][deutsche Marineschiffe] liegen noch immer vor der
       Küste Libanons – all das mit dem einen Ziel: eine Wiederbewaffnung der
       Terroristen zu verhindern. Das Ergebnis: Das Raketenarsenal der Hisbollah
       übersteigt das Zehnfache von 2006. Rund 150.000 Kurz- und
       Langstreckenraketen, die die letzte Ecke Israels erreichen können, liegen
       zum Angriff bereit.
       
       Man fragt sich, warum nur? Israel hat vor 24 Jahren die Besatzung im Süden
       des Libanon einseitig beendet. Umstritten sind lediglich die
       Scheeba-Farmen, die vermutlich gar nicht zum Libanon, sondern zu Syrien
       gehören. Es gibt kein besetztes Volk, keine Unterdrückung, keinen Grund für
       irgendwelche Grenzkonflikte. Wäre da nicht die von Teheran finanzierte
       Terrororganisation, die ihre Existenzberechtigung auf nichts anderes stützt
       als den Kampf gegen Israel. Die iranischen Handlanger halten den „kleinen
       Teufel“, wie es in ihrer Charta heißt, im Schwitzkasten.
       
       5 Jun 2024
       
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 (DIR) [3] https://peacemaker.un.org/sites/peacemaker.un.org/files/IL-LB_060814_SCR1701.pdf
 (DIR) [4] https://www.bmvg.de/de/aktuelles/kabinett-bundeswehr-soll-weiter-kuesten-libanons-praesent-sein-5782930
       
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