# taz.de -- Union Berlin bleibt erstklassig: Schon wieder ein Happy End
       
       > Nach schlechter Saison sichert sich Union Berlin im Spiel gegen Freiburg
       > den Klassenerhalt. Kapitän Christopher Trimmel verlängert seinen Vertrag.
       
 (IMG) Bild: Am Schluss doch noch obenauf: Unions Spieler feiern nach dem Sieg gegen Freiburg
       
       Union Berlin hat ein unfassbar großes Talent für dramatische und kitschige
       letzte Spieltage vor eigenem Publikum. Die Planer der Deutschen Fußball
       Liga haben das scheinbar schon früh erkannt und dem Verein in den letzten
       Jahren immer ein Heimspiel zum Saisonfinale zugeteilt. Und auch dieses Mal
       gab es ein Happy End, das die Berliner Anhänger in der Alten Försterei in
       emotionale Ekstase versetzte. Durch einen erst in der Nachspielzeit und
       erst im Nachschuss verwandelten Elfmeter (Janik Haberer) sicherte sich der
       Klub am Samstag in letzter Sekunde den Klassenerhalt durch einen 2:1-Erfolg
       gegen den SC Freiburg.
       
       Für manchen haftete diesem Drama schon etwas Überirdisches an. Auf der
       Gegengerade ragte im Freudentaumel ein Transparent mit der Aufschrift
       „Fußballgott“ heraus.
       
       Doch während der Verein in den Jahren zuvor stets überperformte und im
       Saisonfinale erst die Teilnahme an der Conference League, dann an der
       Europa League und vor dieser Saison [1][an der Champions League] sicherte,
       blieb Union diese Spielzeit bis zu dieser letzten Partie weit hinter den
       Erwartungen zurück.
       
       Der Verein ist an dem Vorhaben gescheitert, den extrem defensiv
       orientierten Außenseiterfußball, der in der Vergangenheit mit
       Spitzenplätzen in der Liga belohnt wurde, weiterzuentwickeln. Die besseren
       Fußballer, die vor der Saison für knapp 40 Millionen Euro verpflichtet
       wurden, passten nicht ins Teamgefüge wie vorgestellt. Der Verein trennte
       sich vom allseits [2][über Jahre vergötterten Trainer Urs Fischer] und von
       dessen Nachfolger Nenad Bjelica dann vor zwei Wochen.
       
       ## Letzter Auftritt wieder „Union-like“
       
       Doch ganz am Ende hat das Team im entscheidenden Moment zu sich
       zurückgefunden. „Union-like“ nannte Kapitän Christopher Trimmel den letzten
       Auftritt: „Innerhalb der Mannschaft hat man gesehen. Wir zerfallen nicht,
       wir lassen uns von nix beeinflussen. Das haben wir uns speziell in den
       letzten zwei Wochen erarbeitet.“ Das Lob ging an Interimstrainer Marco
       Grote und seinen Stab. Trimmel betonte: „Unsere Tugenden standen wieder im
       Vordergrund.“
       
       Der 37-jährige, der bereits seit zehn Jahren dem Verein die Treue hält,
       wird nächste Saison mithelfen können, dass die Mannschaft wieder ihre Mitte
       findet. An der alten Försterei feierte das Publikum mit frenetischem Jubel
       seine Vertragsverlängerung. Es gibt nicht viele Konstanten im Team von
       Union Berlin. Bis auf dieses Jahr hatte der Klub immer ein gutes Händchen
       mit einer recht regen Personalpolitik.
       
       Es gibt nun einiges aufzuarbeiten. Als neuer Trainer ist bereits der Däne
       Bo Svensson im Gespräch, der zuletzt den 1. FSV Mainz 05 betreute. Eine
       gute Grundlage für eine Renaissance bei Union Berlin ist die
       Begeisterungsfähigkeit des Publikums. Der Klassenerhalt gegen Freiburg
       wurde nicht minder emotional gefeiert wie im letzten Jahr der Einzug in die
       Champions League. Trimmel hob am Samstag den Beitrag der Fans am
       glücklichen Ende hervor und empfahl: „Die Fans sollten sich feiern lassen.“
       
       20 May 2024
       
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