# taz.de -- +++ Nachrichten im Nahost-Krieg +++: Netanjahu gesteht Angriff ein
       
       > Der Angriff auf humanitäre Helfer im Gazastreifen sei „unbeabsichtigt“
       > gewesen, so Israels Regierungschef. Iran droht wegen der Attacke in
       > Damaskus mit Vergeltung.
       
 (IMG) Bild: Diese drei Pässe sollen den getöteten Mitarbeitern von World Central Kitchen gehören
       
       ## Netanjahu gesteht „unbeabsichtigten“ Angriff ein
       
       Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat einen
       „unbeabsichtigten“ Angriff auf humanitäre Helfer im Gazastreifen
       eingeräumt. „Leider ist es gestern zu einem tragischen Zwischenfall
       gekommen, bei dem unsere Streitkräfte unbeabsichtigt unschuldige Menschen
       im Gazastreifen trafen“, sagte Netanjahu am Dienstag in Jerusalem, als er
       nach einer Operation das Krankenhaus verließ.
       
       „Das passiert im Krieg, wir prüfen es gründlich“, sagte er. Seine Regierung
       stehe mit den Regierungen der betroffenen Personen in Kontakt und werde
       „alles tun, damit so etwas nicht noch einmal passiert“. (afp)
       
       ## Wichtige Klinik laut WHO „in Trümmern“
       
       Nach dem Abzug der israelischen Armee aus dem Schifa-Krankenhaus ist laut
       der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine der wichtigsten Kliniken des
       Gazastreifens nicht mehr funktionsfähig. „Das Schifa-Krankenhaus liegt
       jetzt in Trümmern“, sagte WHO-Sprecherin Margaret Harris am Dienstag in
       Genf. Durch die Zerstörung sei „dem Gesundheitssystem das Herz
       herausgerissen“ worden.
       
       Die Klinik in der Stadt Gaza bot spezialisierte medizinische Versorgung an.
       Es verfügte laut Harris über 750 Betten, 25 Operationssäle und 30 Zimmer
       für Intensivmedizin. Nach Angaben der WHO ist nur mehr weniger als ein
       Drittel der 36 Kliniken im Gazastreifen funktionsfähig. Harris sagte, dass
       ein WHO-Team versuche, zum Schifa-Krankenhaus zu gelangen, um die Lage vor
       möglichen Hilfs- und Evakuierungsaktionen zu sondieren.
       
       Rund zwei Wochen nach Beginn des Militäreinsatzes im Schifa-Krankenhaus
       hatte sich die israelische Armee in der Nacht zum Montag wieder
       zurückgezogen. Nach Darstellung von Israels Ministerpräsident Benjamin
       Netanjahu sollen bei dem Einsatz gegen die islamistische Hamas mehr als 200
       Terroristen getötet worden sein, Hunderte hätten sich ergeben. Nach Angaben
       des von der islamistischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes wurden in und
       um das Krankenhaus herum rund 300 Leichen gefunden. Israel wirft der
       islamistischen Hamas vor, medizinische Einrichtungen systematisch für
       militärische Zwecke zu missbrauchen. Die Hamas weist dies zurück. (dpa)
       
       ## Staatsmedien: Zahl der Toten steigt auf 13
       
       Die Zahl der Todesopfer bei einem Israel zugeschriebenen Angriff auf ein
       iranisches Botschaftsgebäude in Damaskus ist Staatsmedien zufolge auf 13
       gestiegen. Bei dem Angriff auf das Konsulargebäude in Syriens Hauptstadt
       seien sieben Iraner und sechs Syrer getötet worden, berichtete das
       iranische Staatsfernsehen am Dienstag. Bei den sieben Iranern handele es
       sich um Mitglieder der Revolutionsgarde.
       
       Der Luftangriff war am Montag erfolgt. Der Iran und seine Verbündeten
       machen Israel dafür verantwortlich. Israel äußerte sich zunächst nicht zu
       dem Vorfall. In ersten Angaben war von elf Toten die Rede gewesen. (afp)
       
       ## Mindestens zwölf Tote bei Angriffen in Rafah
       
       Bei zwei weiteren mutmaßlich israelischen Angriffen in Rafah im südlichen
       Gazastreifen sind am Montagabend mindestens zwölf Palästinenser getötet
       worden, unter ihnen fünf Kinder. Einer der Angriffe traf das Zuhause einer
       Familie. Unter den Todesopfern waren ein Vater und seine drei Kinder im
       Alter von 7, 13 und 19 Jahren, wie aus Krankenhausunterlagen hervorgeht.
       Der zweite Angriff traf eine Versammlung nahe einer Moschee und tötete
       mindestens sechs Menschen, unter ihnen drei Kinder.
       
       Israel hat trotz massiver internationaler Kritik eine Ausweitung seiner
       Bodenoffensive auf Rafah angekündigt. Dorthin hat sich mehr als die Hälfte
       der 2,3 Millionen Bewohner des abgeriegelten Gazastreifens vor den Kämpfen
       andernorts zurückgezogen. Die geplante Offensive wird international wegen
       der Gefahr für die Zivilisten und einer drohenden humanitären Katastrophe
       scharf kritisiert. „Es gibt keinen Sieg, ohne nach Rafah hineinzugehen“,
       sagte Netanjahu dazu. Laut Militär gibt es dort weiterhin Bataillone der
       Hamas. (ap)
       
       ## Zypern: Hilfsschiffe kehren Gazastreifen den Rücken
       
       Nach dem tödlichen Angriff auf Mitarbeiter der Hilfsorganisation World
       Central Kitchen kehren die in den Gazastreifen geschickten Hilfsschiffe
       zurück nach Zypern. Das teilte der Inselstaat am Dienstag mit. An Bord
       seien noch etwa 240 Tonnen Hilfsgüter, die nicht verteilt worden seien.
       (ap)
       
       ## Arabische Staaten verurteilen Angriff auf Botschaft
       
       Mehrere arabischen Staaten haben den mutmaßlich israelischen Angriff auf
       das iranische Botschaftsgelände in der syrischen Hauptstadt Damaskus scharf
       verurteilt. In einer Mitteilung des saudischen Außenministeriums vom
       Dienstag hieß es, das Königreich lehne Angriffe auf diplomatische
       Einrichtungen kategorisch ab. Sie stellten einen Verstoß gegen das
       internationale Recht und gegen diplomatische Immunität dar. Ägypten äußerte
       sich ähnlich. In einem Post des Sprechers des Außenministeriums, Ahmed Abu
       Seid, hieß es, Ägypten lehne solche Angriffe – egal aus welchem Grund – ab.
       Man stehe in Solidarität mit Syrien und respektiere dessen Souveränität.
       
       Das Golfemirat Katar betrachtet den Angriff nach eigenen Angaben als einen
       „eklatanten Verstoß“ gegen internationale Abkommen und Konventionen. Das
       Außenministerium teilte auf X (ehemals Twitter) mit, dass
       Botschaftsmitarbeiter gemäß den Regeln des internationalen Völkerrechts
       geschützt werden müssten. Die Außenministerien in Jordanien und dem Libanon
       veröffentlichten Erklärungen mit ähnlichen Aussagen.
       
       Am Montag waren bei einem mutmaßlich israelischen Luftangriff auf das
       iranische Botschaftsgelände in Damaskus zwei Brigadegeneräle und fünf
       weitere Mitglieder der mächtigen iranischen Revolutionsgarden getötet
       worden. Irans Außenministerium verurteilte die Attacke scharf und machte
       den Erzfeind Israel für den Angriff verantwortlich. Staatsoberhaupt
       Ajatollah Ali Chamenei drohte Israel am Dienstag mit Vergeltung. (dpa)
       
       ## UN-Vertreter: Getötete Helfer in Gaza waren Helden
       
       Der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen, Martin Griffiths, hat den
       Mut der sieben getöteten humanitären Helfer in Gaza hervorgehoben. „Sie
       waren Helden. Sie wurden getötet, während sie versucht haben, hungernde
       Menschen zu ernähren“, schrieb er am Dienstag auf X (vormals Twitter). Die
       Hilfsorganisation World Central Kitchen hatte zuvor den Tod der Mitarbeiter
       im Gazastreifen durch einen Luftangriff bestätigt und Israel dafür
       verantwortlich gemacht. Israels Armee hat eine Untersuchung angekündigt. Er
       sei empört, schrieb Griffiths weiter. „Die Handlungen derer, die
       dahinterstehen, sind durch nichts zu rechtfertigen“, fügte er hinzu. (dpa)
       
       ## Wagenknecht für Waffenembargo gegen Israel
       
       Parteigründerin Sahra Wagenknecht fordert ein sofortiges Waffenembargo
       gegen Israel. „Das Sterben in Gaza und die Angriffe Israels in
       Nachbarländern müssen unverzüglich enden“, sagte Wagenknecht am Dienstag.
       „Dass Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen, die Hungernde
       versorgen wollten, ins Visier der israelischen Armee geraten sind, muss
       Konsequenzen haben.“
       
       Da sich Israels Regierung allen Appellen widersetze und das humanitäre
       Völkerrecht mit Füßen trete, solle die Bundesregierung mit dem
       Waffenembargo reagieren, meinte die Vorsitzende der neuen Partei Bündnis
       Sahra Wagenknecht. „Es ist zutiefst heuchlerisch, wenn einerseits
       international humanitäre Hilfe organisiert wird, anderseits westliche
       Staaten Waffen liefern, um das Töten von vor allem Frauen und Kindern
       fortzusetzen. Das ist zumindest eine indirekte Beteiligung an
       Kriegsverbrechen der israelischen Regierung.“
       
       Der Bundestag solle nächste Woche entscheiden, ob weiter Waffen für den
       Krieg in Gaza geliefert werden dürfen, forderte Wagenknecht. „Deutsche
       Staatsräson – für Israels Sicherheit einzustehen – muss im Zweifel auch
       bedeuten, eine außer Kontrolle geratene israelische Regierung zur Räson zu
       bringen.“ (dpa)
       
       ## Israel sagt Transparenz zu
       
       Nach einem Angriff auf eine US-Hilfsorganisation mit sieben Toten hat
       Israel eine „transparente“ Untersuchung angekündigt. „Wir werden
       Ermittlungen einleiten, um diesen schwerwiegenden Vorfall weiter zu
       untersuchen“, sagte Armeesprecher Daniel Hagari in einer Stellungnahme per
       Video am Dienstag. „Wir werden der Sache auf den Grund gehen und unsere
       Ergebnisse transparent teilen“, fügte er hinzu. Die Untersuchung werde „das
       Risiko verringern, dass sich ein solcher Vorfall wiederholt“.
       
       Hagari sprach nach eigenen Angaben mit dem US-Chef und Gründer der
       Organisation World Central Kitchen, José Andrés. Er habe „den Familien und
       der großen Familie von World Central Kitchen das aufrichtige Beileid der
       israelischen Armee“ ausgesprochen.
       
       „WCK hat auch den Israelis nach dem Massaker vom 7. Oktober geholfen“,
       betonte er. Es sei eine der ersten Hilfsorganisationen gewesen, die nach
       Israel gekommen seien. Hagari sprach von der „edlen Mission“ der
       Organisation, die darin bestehe, der Bevölkerung des Gazastreifens
       Lebensmittel und Hilfsgüter zu liefern.
       
       Bei dem Angriff auf einen Konvoi der Organisation waren nach deren Angaben
       Mitarbeiter aus Australien, Polen und Großbritannien getötet worden. Zu den
       Opfern zählte auch eine Person mit doppelter Staatsangehörigkeit aus den
       USA und Kanada sowie eine palästinensische Person. Die Hilfsorganisation
       macht Israel für den Angriff verantwortlich.
       
       Die Regierungen der betroffenen Länder forderten von Israel eine Erklärung.
       Der britische Außenminister David Cameron verlangte, Israel müsse den
       Vorfall sofort untersuchen. Es müsse eine „vollständige, transparente
       Erklärung“ liefern. (afp)
       
       ## Von der Leyen spricht Familien Beileid aus
       
       Nach dem Tod mehrerer Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Central
       Kitchen bei einem Luftangriff im Gazastreifen hat EU-Kommissionschefin
       Ursula von der Leyen den Familien der Opfer ihr Mitgefühl ausgesprochen.
       „Ich würdige die Helfer, die in Gaza ihr Leben verloren haben“, teilte sie
       am Dienstag auf der Plattform X (früher Twitter) mit. „Mein tiefstes
       Beileid gilt ihren Familien und Freunden.“ Die Hilfsorganisation sei ein
       entscheidender Partner bei der Linderung des Leidens der Menschen in Gaza,
       unter anderem durch die Bereitstellung von Nahrungsmitteln über den
       Seekorridor. (dpa)
       
       ## Ägypten verurteilt Angriff auf Helfer im Gazastreifen scharf
       
       Ägypten hat den mutmaßlich israelischen Luftangriff im Gazastreifen, bei
       dem mehrere Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Central Kitchen (WCK)
       getötet wurden, scharf verurteilt. Das ägyptische Außenministerium sprach
       in seiner Erklärung vom Dienstag von anhaltenden Angriffen Israels auf
       Organisationen, die im humanitären Bereich tätig seien. Ägypten fordere
       eine dringende und ernsthafte Untersuchung, um die Verantwortlichen „für
       diese systematischen und vorsätzlichen Verletzungen der palästinensischen
       Menschenrechte zur Rechenschaft zu ziehen“.
       
       Jordaniens König Abdullah II. sprach dem Gründer der Organisation, José
       Andrés, und dem Personal von World Central Kitchen sein Beileid „zu dem
       tragischen Tod ihrer Teammitglieder“ aus. In einem Post auf der Plattform X
       (ehemals Twitter) betonte er, dass humanitäre Organisationen im
       Gazastreifen geschützt werden müssten. (dpa)
       
       ## Irans Staatsoberhaupt Chamenei droht Israel mit Vergeltung
       
       Nach dem mutmaßlich israelischen Angriff auf das iranische
       Botschaftsgelände in Syrien hat der Iran mit Vergeltung gedroht. „Das
       boshafte Regime wird durch unsere tapferen Männer bestraft werden. Wir
       werden dafür sorgen, dass sie dieses und ähnliche Verbrechen bereuen, so
       Gott will“, sagte Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei am Dienstag laut
       einer Mitteilung. Religionsführer Chamenei ist der mächtigste Mann in der
       Islamischen Republik und hat in allen strategischen Belangen das letzte
       Wort. Er ist zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Bereits zuvor
       hatte der iranische Präsident Ebrahim Raisi den mutmaßlich israelischen
       Luftschlag scharf verurteilt und mit einer Reaktion gedroht.
       
       Am Montag waren bei einem Luftangriff auf das iranische Botschaftsgelände
       in der syrischen Hauptstadt Damaskus zwei Brigadegeneräle und fünf weitere
       Mitglieder der mächtigen iranischen Revolutionsgarden (IRGC) getötet
       worden. Irans Außenministerium verurteilte die Attacke scharf und machte
       den Erzfeind Israel für den Angriff verantwortlich. (dpa)
       
       ## Spanien fordert von Israel rasche Aufklärung
       
       Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat von Israel eine rasche
       Aufklärung des Angriffs gefordert, bei dem mehrere Mitarbeiter der
       Hilfsorganisation World Central Kitchen (WCK) im Gazastreifen getötet
       wurden. „Ich erwarte und fordere, dass die israelische Regierung so schnell
       wie möglich die Umstände dieses brutalen Angriffs aufklärt, der sieben
       Mitarbeitern einer Hilfsorganisation das Leben gekostet hat, die nichts
       anderes getan haben, als zu helfen“, erklärte Sánchez am Dienstag vor
       Journalisten bei einem Besuch eines palästinensischen Flüchtlingscamps in
       Jordanien.
       
       Der sozialistische Politiker verurteilte die Attacke und sagte, die Opfer
       seien getötet worden, als sie Not leidende Menschen „inmitten der großen
       Verwüstung mit Nahrungsmitteln versorgt haben“. Sánchez ist in der
       Europäischen Union einer der größten Kritiker der Militäraktionen Israels
       im Gazastreifen. Zum Start seiner Nahost-Reise am Montag hatte er gesagt,
       seine Regierung habe vor, den Staat Palästina noch vor dem Sommer
       anzuerkennen. (dpa)
       
       ## Tod von Helfern in Gaza: EU-Chefdiplomat verurteilt Angriff
       
       EU-Chefdiplomat Josep Borrell hat den Luftangriff im Gazastreifen
       verurteilt, bei dem sieben Mitarbeiter der Hilfsorganisation World Central
       Kitchen getötet worden sind. Er würdige die Mitarbeiter und dränge auf eine
       Untersuchung, schrieb der EU-Außenbeauftragte am Dienstag auf der Plattform
       X (ehemals Twitter). „Trotz aller Forderungen zum Schutz von Zivilisten und
       humanitären Helfern gibt es neue unschuldige Opfer.“
       
       Dies zeige, dass die Resolution des UN-Sicherheitsrates, in der ein
       sofortiger Waffenstillstand, ein uneingeschränkter humanitärer Zugang und
       ein verstärkter Schutz der Zivilbevölkerung gefordert werde, unverzüglich
       umgesetzt werden müsse, schrieb Borrell weiter. Mit der völkerrechtlich
       bindenden Resolution hatte das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen
       Ende März zudem die umgehende und bedingungslose Freilassung aller von der
       Hamas festgehaltenen Geiseln verlangt. (dpa)
       
       ## Al Jazeera weist Vorwürfe als „gefährliche Lügen“ zurück
       
       Nach der Ankündigung Israels, den arabischen TV-Sender Al Jazeera im Land
       zu schließen, wies der Fernsehsender Vorwürfe der Voreingenommenheit zurück
       und verurteilte die Entscheidung. Das im Golfemirat Katar ansässige
       TV-Netzwerk beschrieb die Vorwürfe des israelischen Ministerpräsidenten
       Benjamin Netanjahus am späten Montagabend als „gefährliche, lächerliche
       Lügen“. Es handle sich um „hetzerische Verleumdungen gegen das Netzwerk“,
       hieß es weiter. Die jüngsten israelischen Maßnahmen seien Teil einer Reihe
       „systematischer israelischer Angriffe, um Al Jazeera zum Schweigen zu
       bringen.“
       
       Netanjahu hatte am Montag nach der Verabschiedung eines entsprechenden
       Gesetzes eine rasche Schließung von Al Jazeera angekündigt. Israel wirft
       dem Sender vor, voreingenommen zu berichten. Al Jazeera hat seit Beginn des
       Gazakriegs ausführlich über die katastrophale Lage im Gazastreifen
       berichtet und Bilder von Tod und Zerstörung gezeigt, die in israelischen
       TV-Sendern kaum zu sehen sind. Der Sender zeigt auch regelmäßig Videos des
       militärischen Hamas-Arms, der Kassam-Brigaden, häufig von Angriffen auf
       israelische Soldaten.
       
       Der Sender betonte, dass „solche verleumderischen Anschuldigungen“ die
       Mitarbeiter nicht davon abhalten werden, die „mutige und professionelle
       Berichterstattung fortzusetzen“. Man behalte sich das Recht vor, alle
       rechtlichen Schritte einzuleiten, hieß es. Al Jazeera hat dem israelischen
       Militär seit Ausbruch des Gazakriegs mehrfach vorgeworfen, Journalisten
       absichtlich ins Visier zu nehmen. (dpa)
       
       ## China verurteilt Angriff auf iranisches Botschaftsgebäude
       
       Nach dem mutmaßlich israelischen Luftangriff auf das iranische
       Botschaftsgelände in Syrien hat China scharfe Kritik geübt. „China
       verurteilt die Attacke auf die iranische Botschaft in Syrien“, sagte der
       Sprecher des chinesischen Außenamtes, Wang Wenbin, am Dienstag in Peking.
       Die Sicherheit diplomatischer Einrichtungen dürfe nicht verletzt und die
       Souveränität und Unabhängigkeit Syriens müsse respektiert werden. China
       lehne jede Handlung ab, die die Spannungen erhöhe, sagte Wang.
       
       China gilt als Verbündeter Syriens. Im September letzten Jahres lud die
       Volksrepublik den lange international isolierten Machthaber Baschar
       al-Assad anlässlich der Asienspiele in die ostchinesische Stadt Hangzhou
       ein. Peking ist außerdem wegen seines Ölbedarfs vom Handel mit vielen
       Staaten im Nahen Osten abhängig, darunter der Iran, mit dem enge
       Beziehungen gepflegt werden. (dpa)
       
       ## Internationale Helfer von World Central Kitchen getötet
       
       Bei einem mutmaßlich israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind nach
       Angaben der Hilfsorganisation World Central Kitchen mehrere ihrer
       Mitarbeiter getötet worden. „Die israelische Regierung muss dieses wahllose
       Töten stoppen“, schrieb der Gründer der Organisation, der in den USA
       lebende spanische Starkoch José Andrés, am frühen Dienstagmorgen [1][auf
       der Plattform X]. Der australische Premierminister Anthony Albanese
       bestätigte den Tod einer australischen Mitarbeiterin der Hilfsorganisation
       und verurteilte den Angriff scharf. „Dies ist eine Tragödie, die niemals
       hätte passieren dürfen“, zitierten australische Medien Albanese am
       Dienstag. Seine Regierung habe die israelische Regierung wegen des Vorfalls
       direkt kontaktiert. Unter den mindestens vier weiteren Opfern sind laut
       palästinensischen Medienberichten auch Mitarbeiter von World Central
       Kitchen aus Polen, Irland und Großbritannien sowie ihr palästinensischer
       Fahrer.
       
       Israels Armee schrieb auf Telegram, das Militär führe „eine gründliche
       Untersuchung auf höchster Ebene durch, um die Umstände dieses tragischen
       Vorfalls zu verstehen“. World Central Kitchen betreibt in Gaza mit
       örtlichen Partnern Gemeinschaftsküchen, die Mahlzeiten für die Bevölkerung
       zubereiten. Derzeit beteiligt sich die Organisation an Hilfslieferungen,
       die seit März von Zypern aus über das Meer in das Kriegsgebiet gelangen.
       Sie hat dabei auch die Verteilung der Hilfsgüter vor Ort übernommen. Israel
       müsse aufhören, humanitäre Hilfe einzuschränken, Zivilisten und Mitarbeiter
       von Hilfsorganisationen zu töten und Lebensmittel als Waffe einzusetzen,
       schrieb Andrés. „Keine weiteren unschuldigen Todesopfer. Frieden beginnt
       mit unserer gemeinsamen Menschlichkeit. Er muss jetzt beginnen“, fügte er
       hinzu.
       
       Foto- und Videoaufnahmen, die in der Nacht in sozialen Medien kursierten,
       sollen die getöteten Mitarbeiter von World Central Kitchen zeigen. Zu sehen
       seien ihre Leichen in Schutzwesten und ihre blutverschmierten Pässe.
       Palästinensischen Angaben zufolge seien die Australierin und ihre Kollegen
       sowie ihr palästinensischer Fahrer zum Zeitpunkt des Luftangriffs gerade
       dabei gewesen, Hilfsgüter auszuliefern, schrieb die Zeitung The Sydney
       Morning Herald. Diese seien nur wenige Stunden zuvor mit einem Schiff aus
       Zypern in Gaza eingetroffen. In der Stellungnahme der israelischen Armee
       hieß es unterdessen, die eigenen Streitkräfte unternähmen umfangreiche
       Anstrengungen, um die sichere Lieferung von humanitärer Hilfe zu
       ermöglichen, und arbeiteten eng mit World Central Kitchen zusammen, um die
       Menschen im Gazastreifen mit Nahrungsmitteln und humanitärer Hilfe zu
       versorgen. (dpa)
       
       ## Japan will Zahlung an UN-Palästinenserhilfswerk wieder aufnehmen
       
       Die japanische Regierung will das UN-Palästinenserhilfswerk wieder
       finanziell unterstützen. Das kündigte Außenministerin Yoko Kamikawa am
       Dienstag laut der Nachrichtenagentur Kyodo an. Die Entscheidung erfolgte
       angesichts der akuten humanitären Situation im Gazastreifen. [2][Das
       UN-Hilfswerk UNRWA] war stark in die Kritik geraten. Einigen Mitarbeitern
       wurde vorgeworfen, am Massaker der islamistischen Hamas vom 7. Oktober
       vergangenen Jahres in Israel beteiligt gewesen zu sein. UN-Generalsekretär
       António Guterres hatte umfassende Aufklärung der Vorwürfe versprochen. Die
       Zusammenarbeit mit mehreren Angestellten wurde beendet. Mehrere Länder
       stellten wegen der Anschuldigungen vorübergehend die Zahlungen an UNRWA
       ein, darunter die größten Geldgeber, die USA und Deutschland. Auch Japan
       hatte eine geplante Zahlung von 35 Millionen Dollar eingefroren. (dpa)
       
       ## Netanjahu will israelkritischen Sender Al Jazeera stoppen
       
       Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine rasche Schließung des
       arabischen TV-Senders Al Jazeera im Land angekündigt. Al Jazeera habe der
       Sicherheit Israels geschadet, gegen israelische Soldaten gehetzt und sei
       ein „Terror-Kanal“, erklärte Netanjahu die Vorwürfe. Israels Parlament
       hatte unmittelbar zuvor das sogenannte Al-Jazeera-Gesetz gebilligt, das
       eine Schließung ausländischer TV-Sender ermöglicht, falls diese als Risiko
       für die Staatssicherheit eingestuft werden sollten. Al Jazeera hat seit
       Beginn des Gazakriegs ausführlich über die katastrophale Lage in Gaza
       berichtet und Bilder von Tod und Zerstörung gezeigt, die in israelischen
       TV-Sendern kaum zu sehen sind. (dpa)
       
       ## USA und Israel planen Treffen zu Rafah-Offensive
       
       Vertreter der US-Regierung und der israelischen Führung wollen
       voraussichtlich in der kommenden Woche bei einem Treffen über Israels
       geplante Bodenoffensive in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifen
       beraten. Nach einer Videoschalte mit Vertretern beider Seiten
       veröffentlichte das Weiße Haus am Montag eine gemeinsame Stellungnahme, in
       der ein persönliches Treffen in der kommenden Woche in Aussicht gestellt
       wurde. Beide Seiten verfolgten das gemeinsame Ziel, die Hamas in Rafah zu
       besiegen, hieß es. „Die US-Seite äußerte ihre Bedenken gegenüber
       verschiedenen Vorgehensweisen in Rafah.“ Die israelische Seite wiederum
       habe sich bereiterklärt, diese Bedenken zu berücksichtigen und weitere
       Gespräche zu führen. Israel will in Rafah nahe der ägyptischen Grenze die
       letzten Bataillone der Hamas zerschlagen. Die US-Regierung hält eine
       großangelegte Bodenoffensive wegen der Hunderttausenden palästinensischen
       Zivilisten, die dort Schutz vor den Kämpfen gesucht haben, aber für falsch
       und möchte Israel Alternativen aufzeigen. (dpa)
       
       ## Irans Revolutionswächter bestätigen Tod von Generälen in Syrien
       
       Nach dem mutmaßlich israelischen Luftangriff in Syrien haben Irans
       Revolutionswächter (IRGC) den Tod von zwei Generälen aus ihren Reihen
       bestätigt. Bei der Attacke auf die Konsularabteilung der iranischen
       Botschaft in der Hauptstadt Damaskus seien die beiden Brigadegeneräle
       Mohammed Resa Sahedi und Mohammed Hadi Hadschi Rahimi ums Leben gekommen,
       erklärten die IRGC am Montagabend. Fünf weitere Mitglieder der
       Revolutionsgarden seien bei dem Angriff getötet worden. Irans
       Außenamtssprecher Nasser Kanaani verurteilte die Attacke scharf und machte
       den Erzfeind Israel für die Tötung der Generäle verantwortlich. „Die
       Dimensionen dieses hasserfüllten Angriffs werden untersucht, und die
       Verantwortung für seine Folgen liegt beim aggressiven zionistischen
       Regime“, sagte der Sprecher laut Mitteilung seines Ministeriums. „Die
       Islamische Republik Iran behält sich das Recht vor, Gegenmaßnahmen zu
       ergreifen, und entscheidet über die Art der Reaktion“. (dpa)
       
       ## USA: Israel hat jedes Recht zur Verteidigung
       
       Die USA sind die wichtigste Schutzmacht Israels und unterstützen das Land
       jährlich mit Milliardenbeträgen, von denen ein beachtlicher Teil in
       Raketenabwehr und andere Militärtechnik fließt. Die Beziehungen zwischen
       den beiden Ländern sind angesichts der hohen Zahl ziviler Opfer im
       Gazakrieg derzeit jedoch sehr angespannt. Als Reaktion auf Israels
       Kriegsführung werden Forderungen lauter, Waffenlieferungen an den
       Verbündeten zu beschränken. Rüstungslieferungen an das Land zögen sich
       mitunter über mehrere Jahre hin, sagte der Sprecher des
       US-Außenministeriums Matthew Miller am Montag in Washington.
       
       Israel sei umgeben von Akteuren, die auf dessen Zerstörung aus seien, nicht
       nur die Hamas, sondern auch der Iran und seine Stellvertreter, etwa die
       libanesische Hisbollah-Miliz. „Wir glauben, dass Israel jedes Recht hat,
       sich gegen diese Gegner zu verteidigen“, sagte Miller. Die Washington Post
       hatte am Freitag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Beamte im
       Pentagon und im Außenministerium berichtet, die US-Regierung habe in den
       vergangenen Tagen „in aller Stille“ neue Bomben und Kampfflugzeuge für
       Israel genehmigt. (dpa)
       
       2 Apr 2024
       
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       worden.