# taz.de -- Fotobearbeitung von Prinzessin Kate: Manipulation am Ärmel gepackt
       
       > Nach einer möglichen Bildmanipulation meldete sich Kate Middleton: Sie
       > experimentiere manchmal mit Fotobearbeitung. Wie gehen Fotoagenturen
       > damit um?
       
 (IMG) Bild: Die Titelseiten britischer Boulevardzeitungen mit dem kritisierten und zurückgezogenen Foto am 11. März
       
       London taz | Ein Familienfoto als Gruß zum britischen Muttertag von
       Prinzessin Kate Middleton und ihren drei Kindern am Sonntag sorgte in den
       darauffolgenden Tagen für Aufruhr. Nach Vorwürfen einer möglichen
       Bildmanipulation durch mehrere Fotoagenturen meldet sich Prinzessin Kate in
       einem Statement zu Wort.
       
       Nach eintägigem Schweigen hierzu ließ die Prinzessin am Montag verkünden,
       dass sie, wie sie sagte, so wie viele Amateurfotografinnen manchmal mit
       Fotokorrektur experimentiere und sich für die Verwirrung, die das
       Familienfoto auslöste, entschuldigen würde.
       
       Das angeblich von Prinz William geknipste Foto, auf dem die 42-Jahre alte
       Middleton und die Kinder auf einer Gartenterasse fröhlich in die Kamera
       lächeln, war das erste offizielle Familienfoto nach Middletons
       Bauchoperation im Januar. Fotos am britischen Muttertag sind bei den Royals
       Tradition, deshalb wurde auch dieses Jahr am Sonntag das Foto
       veröffentlicht.
       
       Doch die Agenturen Reuters, Getty, Agence France Press (AFP), Associate
       Press (AP), EPA, Shutterstock und Press Agency (PA) zogen das Foto im Laufe
       des Sonntags mit einer sogenannten Killing Notice zurück. Sie begründeten
       ihre Entscheidung mit der Feststellung, dass das Foto verändert worden sei.
       
       Und tatsächlich konnten beim genauen Hinsehen Spuren dessen leicht entdeckt
       werden, etwa am Pulloverärmel von Prinzessin Charlotte, einer Verzerrung
       eines Teils ihres Rocks und dem Verschwinden ihrer Haare auf einer Seite
       sowie Veränderungen an den Haaren von Prinzessin Kate selbst. Auch ein
       Reißverschluss erscheint an falscher Stelle.
       
       ## Photoshop nur in Maßen
       
       AP nannte als Grund der Killing Notice die Manipulation des Fotos. AP sei
       der Richtigkeit ihrer Quellen verschrieben und benutze keine veränderten
       Bilder. Reuters nannte die Unebenheit an Prinzessin Charlottes Pullover als
       Grund. Laut Reuters Richtlinien dürfte die Software Photoshop nur
       beschränkt angewandt werden. Man benutze sie allerhöchstens zum Schneiden
       und Ausbalancieren von Farbtönen.
       
       AP gab weiter an, dass Veränderungen der Auflösung, Kontraste, Farben und
       Saturationslevels, die das Original eines Fotos substanzial veränderten,
       nicht akzeptiert werden würden. Dazu gehöre auch das digitale Ausblenden
       oder Ausgrenzen von Hintergründen, „aggressives Tönen“, genauso wie die
       Entfernung roter Augen.
       
       Medien stritten sich am Montag darüber, wie die Prinzessin die Bilder
       bearbeitet hätte. [1][Manche glaubten sogar, dass künstliche Intelligenz]
       angewandt worden sei.
       
       Ein Experte von Sky News gab an, er habe nach Untersuchung der Metadaten
       herausbekommen, dass das Foto zweimal auf einem Apple in Photoshop
       heruntergeladen worden sei und mit einer „Canon 5D Mark IV“-Kamera mit
       einer 50 Millimeter Linse gemacht worden sein. Das ist kein billiges
       Unterfangen. Allein der Wert von Kamera und Linse werden auf über 5.000
       Euro geschätzt. Echte Hobbyfotografie, die sich alle leisten können,
       scheint es also trotzdem nicht gewesen sein.
       
       ## Wachsende Spekulationen über Kates Gesundheitszustand
       
       In den britischen Talkshows gab es am Montagmorgen kein anderes Thema als
       das manipulierte Bild. [2][Anders als König Charles, der öffentlich bekannt
       gegeben hatte, dass er sich in Krebsbehandlung befinde], hatte Prinzessin
       Kate keine Angaben über ihre Operation gemacht, bis darauf, dass sie im
       Bauchbereich war. Bereits dies ließ seit ihrem Eingriff Gerüchte kursieren,
       was ihr fehle. Nach dem veränderten Foto wuchsen die Spekulationen über die
       Prinzessin immens an. Manche vermuteten, dass es der Prinzessin womöglich
       nicht gut gehe.
       
       Inzwischen hat zumindest AFP das Foto wieder veröffentlicht, jedoch dabei
       die manipulierten Stellen rot eingekreist. Schon im Dezember gab es
       Gerüchte über ein Weihnachtsfoto der Thronfolgerfamilie, wo dem kleinen
       Prinzen Louis ein Finger fehlte und Expert:innen unnatürliche Haltungen
       erkennen wollten.
       
       Natürlich und unmanipuliert war ein Foto, das von Kate und William
       schließlich am Montagabend gemacht wurde: ein Schatten der beiden hinter
       verspiegelten Scheiben auf der Rückbank ihres davonfahrenden Autos. [3][Das
       manipulierte Familienfoto kann weiterhin auf dem Instagramkonto Kates und
       Williams bewundert] werden.
       
       13 Mar 2024
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Wie-KI-Sexismus-produziert/!5976975
 (DIR) [2] /Krebserkrankung-von-King-Charles-III/!5987391
 (DIR) [3] https://www.instagram.com/p/C4U_IqTNaqU/?utm_source=ig_web_copy_link&igsh=MzRlODBiNWFlZA==
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Zylbersztajn-Lewandowski
       
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