# taz.de -- Republikanische Vorwahlen in den USA: Trump gewinnt auch South Carolina
       
       > Im Heimatstaat seiner letzten Konkurrentin Nikki Haley gewinnt
       > Ex-Präsident Donald Trump die vierte Vorwahl in Folge. Haley gibt
       > trotzdem nicht auf.
       
 (IMG) Bild: Auf Siegeszug: Donald Trump in South Carolina
       
       Washington taz | Der frühere US-Präsident Donald Trump hat bei den
       republikanischen [1][Vorwahlen im Bundesstaat South Carolina] den nächsten
       Erfolg gefeiert. Nach Auszählung von über 90 Prozent der Stimmen erhielt
       der Ex-Präsident am Samstag mehr als 60 Prozent der Stimmen. Die frühere
       UN-Botschafterin Nikki Haley kam in ihrem Heimatbundesstaat hingegen nur
       auf knapp 40 Prozent.
       
       Für Trump ist es nach Siegen in [2][Iowa], [3][New Hampshire] und Nevada
       bereits der vierte Wahlerfolg in Folge. Der 77 Jahre alte Ex-Präsident
       marschiert scheinbar unaufhaltsam Richtung Normierung als
       Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Nur eine Minute nachdem die
       Wahllokale in dem Bundesstaat an der US-Ostküsten geschlossen hatten,
       verkündete die US-Nachrichtenagentur Associated Press bereits Trumps Sieg.
       
       Diese Prognose, die auf großangelegten Umfragen der republikanischen
       Wählerschaft basiert, bestätigte das, was seit Monaten bekannt ist: South
       Carolina steht hinter Trump. „Ich habe die Republikanische Partei noch nie
       so geeint gesehen wie jetzt“, erklärte Trump in seiner Ansprache nach
       seinem Erfolg.
       
       Haley, die weiterhin im Rennen bleiben will, erwähnte er erst gar nicht.
       Dies übernahmen andere, wie der republikanische Senator Lindsey Graham. Der
       sagte der gegenüber NBC auf die Frage, welche Nachricht er für Haley habe:
       „Wir bewundern dich. Wir mögen dich. Aber es ist Zeit, sich zu vereinen.
       Die Leute stimmen für Trump, nicht gegen Nikki. Ich denke, sie hat eine
       sehr glänzende Zukunft.
       
       ## Nikki Haley will noch nicht aufgeben
       
       Wie sicher sich Trump war, dass er in South Carolina gewinnen werde, zeigte
       sich auch daran, dass er den Großteil des Tages in einem Vorort von
       Washington verbrachte, wo er für mehr als eine Stunde eine Rede hielt. Für
       Trump war die alljährliche [4][Conservative Political Action Conference],
       besser bekannt als CPAC, ein Heimspiel. Dort bezeichnete er die
       bevorstehende Wahl im November als eine Entscheidung zwischen Gut und Böse,
       in der er den Heilbringer darstelle.
       
       „Unser Land wird zerstört und das Einzige, was zwischen euch und seiner
       Auslöschung steht, bin ich. Eine Stimme für Trump ist eine Fahrkarte zurück
       in die Freiheit. Ein Pass aus der Tyrannei und der Ausweg, um Joe Biden und
       seiner Verbrecherbande auf ihrem direkten Weg in die Hölle zu entkommen“,
       erklärte Trump in seiner CPAC-Rede.
       
       Für Haley war die Heimniederlage, wenn auch erwartet, trotzdem
       enttäuschend. Immerhin bekleidete sie für acht Jahre das Gouverneursamt in
       South Carolina. Sie gab sich aber trotz der Schlappe kämpferisch. „Ich habe
       Anfang dieser Woche gesagt, dass ich, egal was in South Carolina passiert,
       weiter im Rennen um das Präsidentenamt bleiben werde. Ich bin eine Frau,
       die ihr Wort hält. Ich werde diesen Kampf nicht aufgeben, wenn eine
       Mehrheit der Amerikaner sowohl Donald Trump als auch Joe Biden
       missbilligt“, sagte sie.
       
       Die 52 Jahre alte Politikerin, die unter Trump als UN-Botschafterin
       fungierte, hat in den vergangenen Wochen ihre Attacken gegen ihren früheren
       Chef verschärft. Sie kritisiert Trumps Bewunderung für den russischen
       Präsidenten Wladimir Putin, seine [5][Aussagen bezüglich der Nato-Allianz]
       und seine politischen Manöver, die eine Einigung über weitere
       [6][Hilfsleitungen für die Ukraine] im US-Kongress bislang verhindert
       haben.
       
       „Ich glaube nicht, dass Donald Trump Joe Biden schlagen kann. Fast jeden
       Tag vertreibt Trump Menschen“, sagte Trumps letzte verbleibende
       republikanische Gegenspielerin.
       
       Haley will mindestens bis zum sogenannten Super Tuesday am 5. März im
       Rennen bleiben. An dem Tag werden 15 US-Bundesstaaten ihre Vorwahlen
       abhalten. Bereits am Dienstag geht es jedoch in Michigan mit den nächsten
       republikanischen Vorwahlen weiter. Auch dort geht Trump als klarer Favorit
       an den Start.
       
       Haley hat die nötigen Geldreserven, um bis Super Tuesday weiterzumachen.
       Doch es braucht ein paar Erfolgserlebnisse, um ihre Geldgeber weiter von
       ihrer Kandidatur zu überzeugen. Gelingt dies nicht, dann kommt es im
       November zu einem erneuten Duell Biden vs. Trump.
       
       25 Feb 2024
       
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