# taz.de -- Vorzeitige Ende des GDL-Streiks: Ein bisschen Zuversicht
       
       > Mit dem vorzeitigen Ende des Bahnstreiks ist die Vernunft zurückgekehrt.
       > Das hätte schon viel früher passieren können.
       
 (IMG) Bild: Die Deutsche Bahn fährt wieder ab Montag, allerdings ohne Dampf
       
       Endlich kehrt bei den Tarifverhandlungen von Bahn und Lokführergewerkschaft
       GDL Vernunft ein. [1][Der Streik der Lokführer und der anderen, in der GDL
       organisierten Bahn-Beschäftigten] wird am Montag beendet. Danach wird bis
       Anfang März das getan, was eigentlich die Aufgabe der Tarifparteien ist; es
       wird verhandelt. Als zweite gute Nachricht können die Kunden darauf bauen,
       dass es bis Anfang März keine neuen Streiks geben wird. Wenn es beiden
       Seiten gelingt, sich bis dahin zu einigen, ist das Thema auch endgültig vom
       Tisch.
       
       Was nun folgt, hätte die GDL auch schon früher haben können. Die
       Arbeitgeber hatten zu Beginn schon eine Art Schlichtung ins Spiel gebracht.
       Darauf laufen die nun getroffenen Vereinbarungen auch letztlich heraus.
       Beide Seiten verhandeln zwar direkt miteinander. Doch wenn es hakt, sollen
       nun von beiden Parteien berufene Moderatoren nach Lösungen suchen. Bis
       Anfang März schweigen sich zudem beiden Seiten über den Verlauf aus.
       Beschimpfungen und Schuldzuweisungen werden die Verhandlungen also nicht
       weiter belasten.
       
       Für eine Entwarnung ist es dennoch zu früh. Denn inhaltlich hat sich nur an
       wenigen Stellen etwas bewegt. So ist die Bahn jetzt bereit, über eine
       Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich zu reden. Das war einer der
       Knackpunkte der Tarifrunde und diente [2][GDL-Chef Claus Weselsky] auch als
       Begründung für den langen Streik. Wenn ihm in seiner letzten Tarifrunde vor
       dem Ruhestand hier ein Durchbruch gelingt, wäre es ein großer Abgang.
       
       Über den zweiten Knackpunkt soll auch gesprochen werden. Dabei geht es um
       die Frage, ob auch im Bereich Infrastruktur Tarifverträge der GDL gelten.
       Hier sind die Fronten aber so verhärtet wie zuvor. Aber immerhin besteht
       die Chance, dass den Tarifparteien in den kommenden Wochen Lösungen für die
       offenen Fragen einfallen. Bisher ist dies stets gelungen. Insofern ist ein
       wenig Zuversicht, dass auf die Fahrgäste keine neuen Streiks mehr zukommen,
       erlaubt.
       
       28 Jan 2024
       
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