# taz.de -- Ausbau der Windenergie: Gut, aber nicht gut genug
       
       > Der Windkraftausbau kommt kräftig voran, bleibt aber hinter den Zielen
       > der Bundesregierung zurück. Vor allem im Süden gibt es nur wenige neue
       > Anlagen.
       
 (IMG) Bild: Rotorblatt im SChwebezustand: Installation einer Windkranftanlage
       
       Berlin taz | Der Ausbau der Windenergie an Land kommt zwar enorm voran,
       liegt aber deutlich unter den Zielen der Bundesregierung. Vor allem im
       Süden läuft der Ausbau schleppend, kritisieren der Bundesverband
       Windenergie und der Verband der Energieanlagenbauer, VDMA Power Systems.
       
       Bis 2030 sollen 80 Prozent des Stroms in Deutschland aus Erneuerbaren
       kommen. Die Windenergie spielt dabei eine wichtige Rolle. Das
       Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht vor, dass bis 2030 an Land Kapazitäten
       von 115 Gigawatt geschaffen werden. Zurzeit sind etwa 61 Gigawatt
       vorhanden. 2023 wurden zwar fast doppelt so viele Kapazitäten wie im
       Vorjahr bei Ausschreibungen bezuschlagt, aber damit wurde nicht einmal die
       Hälfte des politischen Ziels erreicht.
       
       Nach einer Auswertung der beiden Verbände wurden im vergangenen Jahr 745
       Windenergieanlagen mit einer installierten Leistung von 3.567 Megawatt
       errichtet. Insgesamt gibt es damit in Deutschland 28.677 Windkraftanlagen.
       Für 2024 gehen die Verbände von einem Zuwachs von mehr als 4 Gigawatt
       Leistung aus. Etwa 8 Gigawatt wären erforderlich.
       
       Stark ausgebaut wird die Windenergie vor allem in [1][Schleswig-Holstein],
       Niedersachsen, [2][Nordrhein-Westfalen] und Brandenburg. „Die anderen
       Länder müssen nachziehen, insbesondere die Südländer“, sagte die
       Präsidentin des Bundesverbands Windenergie, Bärbel Heidebroeck. „Der Süden
       muss aufwachen und endlich handeln.“ Vor allem in Bayern,
       Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen wurden sehr wenige Windräder
       errichtet.
       
       Heidebrock glaubt, dass die Ziele trotz des Rückstands bis 2030 erreicht
       werden können. „Das ist machbar, aber es müssen auch alle wollen“, sagte
       sie. Das sieht auch der Geschäftsführer von VDMA Power Systems, Dennis
       Rendschmidt, so: „Aus Sicht der Anlagenbauer ist das Glas eher halb voll
       als halb leer.“ Allerdings müsse die Politik Hürden abbauen, etwa mehr
       Flächen für Windkraft ausweisen und fü[3][r schnellere Genehmigungen]
       sorgen. Das gilt nicht nur für die Anlagen, sondern auch Transporte von
       Bauteilen. In den Niederlanden werden Genehmigungen dafür in 15 Tagen
       erteilt. In Deutschland dauert das mehr als zwölf Wochen.
       
       17 Jan 2024
       
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