# taz.de -- Pläne für Nordgaza nach dem Krieg: Den Weg zurück ebnen
       
       > Bei seinem Besuch in Israel deutete US-Außenminister Blinken die Rückkehr
       > der Palästinenser nach Nordgaza an. Ohne sie kann es keinen Frieden
       > geben.
       
 (IMG) Bild: Rafah, Süd-Gaza, 9. Januar: ein Mann sitzt vor den Trümmern eines durch israelischen Beschuss zerstörten Hauses
       
       Das Ende des Krieges gegen die Hamas in Gaza scheint näher zu rücken: Laut
       dem israelischen Militär hat die dritte, weniger intensive Phase des
       Krieges begonnen. [1][Das Danach rückt nun immer mehr in den Vordergrund].
       Wie das aussehen soll, ist schon seit Kriegsbeginn ein Zankapfel. Rechte
       Hardliner in Israel wollen den Küstenstreifen wieder israelisch besiedeln,
       so wie es das bis Mitte der 2000er Jahre schon einmal war, und sprechen
       immer wieder von einer Zwangsumsiedlung der Palästinenserinnen und
       Palästinenser.
       
       Ganz zu Beginn des Krieges, als Israel die Bewohnerinnen und Bewohner
       Nordgazas zur Evakuierung in den Süden aufforderte, regte sich bereits
       unter Palästinensern wie der internationalen Gemeinschaft die Befürchtung,
       dass ihnen die Rückkehr nie mehr erlaubt sein würde. Dass Gaza
       palästinensisches Land ist und bleiben soll, wurde im Gegenzug immer wieder
       betont, auch von den USA, Israels engstem Verbündeten.
       
       Bei seinem Besuch in Israel erklärte US-Außenminister Anthony Blinken nun,
       man habe sich mit Israel darauf geeinigt, dass die Vereinten Nationen eine
       „Assessment Mission“ in Nordgaza durchführen sollen. Ihr Ziel: Zu erörtern,
       wie es den Geflüchteten möglich sein kann, wieder sicher zurückzukehren. Es
       gebe ernste Herausforderungen bezüglich der Sicherheit, Infrastruktur und
       humanitären Lage, so Blinken. Aber die Mission sei der Versuch, diese zu
       überwinden.
       
       Die öffentliche Ankündigung ist das erste ernstzunehmende Signal, dass
       Israel den Palästinenserinnen und Palästinensern die Rückkehr nach Nordgaza
       ermöglichen will. Nun muss die angekündigte UN-Mission kommen. Mit
       diplomatischem Druck dafür zu sorgen, dass sie das tatsächlich tut, liegt
       auch an Deutschland.
       
       Ein langfristiger Frieden mag mit der Terrorgruppe Hamas als Regierung
       unmöglich sein, [2][mit der palästinensischen Zivilbevölkerung] aber
       sicherlich nicht. Er erfordert Verpflichtungen und Kompromisse auf beiden
       Seiten. Zu zeigen, dass es Israel ernst ist mit der Rückkehr der Menschen,
       ist ein erster Schritt.
       
       10 Jan 2024
       
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 (DIR) Lisa Schneider
       
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