# taz.de -- Investitionsruine am Alexanderplatz: Nichts zu holen auf den Konten
       
       > Auf mittlerweile 10 Millionen Euro beläuft sich die Vertragsstrafe für
       > den Investor Monarch. Wann holt sich das Land das Grundstück zurück?
       
 (IMG) Bild: Monarch-Gründer Sergej Ambartsumyan beim Spatenstich für den Alexander Berlin Capital Tower 2019
       
       Berlin taz | Während auf dem Grundstück neben Galeria Kaufhof am
       Alexanderplatz demnächst die Hochbauarbeiten für den Turm des Investors
       Covivio beginnen sollen, ist die Baustelle für den „Alexander Berlin
       Capital Tower“ neben der Alexa-Shoppingmall noch immer eingemottet. Der
       russische Investor Monarch hat die Bauarbeiten im Dezember 2022 beendet.
       Ursprünglich sollte der 150 Meter hohe Turm mit 377 Luxuswohnungen Ende des
       Jahres fertig sein.
       
       Weil der Senat in den Kaufvertrag mit Monarch ein Baugebot geschrieben hat,
       war bereits im Sommer eine Vertragsstrafe von fünf Millionen Euro fällig,
       die sich inzwischen auf zehn Millionen erhöht hat. Eine Vollstreckung
       scheiterte bisher aber daran, dass keine pfändungsfähigen Konten von
       Monarch zu finden seien, heißt es bei der zuständigen [1][Berliner
       Immobilien Management GmbH (BIM)].
       
       Derzeit ruhe die Vollstreckung. „Das Interesse des Landes Berlin ist
       natürlich, dass auf der Baustelle wieder etwas passiert“, [2][sagte
       BIM-Chefin Birgit Möhring dem rbb].
       
       Nach eigenen Angaben ist Monarch auf der Suche nach einem Käufer für das
       Projekt. „Wir verhandeln seit August sehr intensiv und exklusiv mit einem
       potentiellen Investor“, sagt Rechtsanwalt Detlev Stoecker, der Monarch in
       Berlin vertritt, ebenfalls dem rbb. Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte
       Stoecker bekannt gegeben, dass Monarch wegen der EU-Sanktionen sein Geld
       nicht nach Deutschland transferieren könne. Deshalb suche man einen
       Co-Investor.
       
       ## Grüne fordern Rückkauf
       
       BIM-Chefin Möhring will sich allerdings nicht länger hinhalten lassen.
       „Wenn im Lauf des Januars weiterhin nichts passiert, dann werden wir sicher
       Gesprächsbedarf haben.“ Die oppositionellen Grünen fordern dagegen schon
       jetzt Konsequenzen. „Wenn die Vertragsstrafe nicht gezahlt wird, dann muss
       die Konsequenz sein, dass das Land das Grundstück zurück in den
       Landesbesitz bringt, um es dann für die Stadt zu entwickeln“, sagt deren
       stadtentwicklungspolitischer Sprecher Julian Schwarze. Den Grünen schwebt
       vor, am Alexanderplatz bezahlbare Wohnungen statt Luxusappartments zu
       bauen.
       
       Unterstützung für die Rückkaufforderung bekommen die Grünen von der SPD.
       „Meine Geduld ist mittlerweile am Ende“, sagte deren
       stadtentwicklungspolitischer Sprecher Mathias Schulz dem rbb. „Ich meine,
       der Senat muss jetzt die zweite Stufe ziehen und den Rückkauf ernsthaft
       vorbereiten.“
       
       29 Dec 2023
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.bim-berlin.de/
 (DIR) [2] https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2023/12/berlin-alexander-tower-russischer-investor-will-verkaufen.html
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uwe Rada
       
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