# taz.de -- Norwegen-Krimi „Die Saat“: Verbrechen blüht im Frost
       
       > „Die Saat“ spielt zwischen Eisbärenattacken und der größten Samenbank der
       > Welt. Also: gute Unterhaltung, wenn auch etwas konstruiert.
       
 (IMG) Bild: Umweltaktivist Viktor macht noch schnell ein Selfie – danach ist er verschwunden
       
       [1][Norwegen-Krimi], klingt erstmal nicht besonders innovativ. Noch dazu
       eine deutsche Produktion, die die fiesen Machenschaften eines Großkonzerns
       behandelt. Booah, puuh, Moralkino, wahrscheinlich deprimierend, schlecht
       und öd.
       
       Aber nö, die ARD-Produktion „Die Saat“ ist eine durchaus gelungene
       Mini-Serie. Das liegt allen voran an der Landschaft und dem Licht, in dem
       sie spielt: auf Spitzbergen in Norwegen. Und an dem dort im Permafrost
       eingebunkerten Tresor, in dem die größte Samenbank der Welt, der Global
       Seed Vault, liegt.
       
       Der [2][Agrarkonzern] BSG steht im Verdacht, Ursamen manipuliert,
       Forschungen zu einem Supersamen verhindert zu haben und außerdem Menschen
       zu beseitigen, die seinen Geschäften im Wege stehen.
       
       ## Alle stecken unter allen Decken
       
       Drei Figuren sind in der Serie zentral, alle großartig gespielt: 1. der
       Münchner Kommissar Max Grosz ([3][Heino Ferch]), der in Spitzbergen seinen
       verschwundenen Neffen, den Umweltaktivisten Viktor, sucht. 2. die
       norwegische Polizistin Thea Koren (Ingrid Bolsø Berdal), die dem Kommissar
       bei der Suche hilft, und 3. Jon Hoffmann (Rainer Bock), der im Hintergrund
       die Strippen im Konzern zieht und dafür auch mal Top-Killerinnen einsetzt.
       
       Die Suche ist spannend erzählt, mit vielen krassen und unerwarteten
       Wendungen. Die Stimmung ist dazu angenehm spooky. Allerdings ist hier und
       da etwas zu viel Garnitur zu bemängeln.
       
       Während die Darstellung über den bis ins Intimste reichenden Einfluss von
       Großkonzernen gelungen ist, sind die vielen Verbindungen auf der anderen
       Seite arg konstruiert: der Kommissar hat eine Spenderniere von seinem
       Neffen, der Ex der Polizistin ist mit dem Großkonzern im Boot, die
       Wissenschaftlerin, die die Beweise gegen den Saatkonzern liefert, ist die
       Ex von Viktor …
       
       Und ob die Behauptung, nur ein Supersamen könnte den [4][Hunger der Welt]
       eindämmen, stimmt? It’s the Verteilung, stupid, will man immer rufen. Aber
       dann wird grad jemand von einem Eisbären zerfetzt und wir erfahren, dass
       auf Spitzbergen Zivilisten Waffen tragen dürfen, um sich gegen solche
       Attacken zu wehren. Gute Unterhaltung!
       
       28 Dec 2023
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Neuer-Lisbeth-Salander-Roman/!5962133
 (DIR) [2] /Wegen-Uebernahme-von-Monsanto/!5825662
 (DIR) [3] /Tatsachen-Krimi-mit-Heino-Ferch/!5631562
 (DIR) [4] /Jahresbericht-der-Welthungerhilfe/!5864154
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Doris Akrap
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Serien-Guide
 (DIR) ARD
 (DIR) TV-Krimi
 (DIR) Krimi
 (DIR) Serien-Guide
 (DIR) Pop
 (DIR) Serien-Guide
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Jahresrückblick des taz Medienressorts: Die besten Serien des Jahres
       
       Die letzte Staffel von „Succession“ über „Capital B“ bis zu „Intimates“ und
       „The Last of Us“: Die taz stellt die zehn besten Serien des Jahres vor.
       
 (DIR) Serie über Musiker der 90er: Ganz schön real
       
       Kim Frank erzählt vom Auf- und Abstieg der Band „Echt“. Das erzeugt große
       Gefühle, auch wenn zunächst bei den Jungs alles nicht authentisch genug
       war.
       
 (DIR) Milde Mystery-Serie: „Der Berg ist zornig“
       
       Zwischen Zwetschgenkuchen und dem zweiten Gesicht. Die Mystery-Mini-Serie
       „Schnee“ liefert Gipfelgrusel der milderen Sorte ab.