# taz.de -- Neuer Podcast mit Samira El Ouassil: Link in die Vorhersehbarkeit
       
       > Im neuen Podcast „Link in Bio – Die Geschichte meines Lebens“ reden
       > Prominente von sich selbst. Das bleibt sympathisch, ist aber nicht
       > revolutionär.
       
 (IMG) Bild: Samira El Ouassil und Friedemann Karig
       
       Trotz lautem Tamtams wird nur an der Oberfläche gekratzt, wie ein
       Fingernagel, der sacht über eine Tafel gezogen wird und dabei laut
       quietscht. Viel Lärm um nichts, so fühlt es sich an [1][„Link in Bio – Die
       Geschichte meines Lebens“] zu hören.
       
       Der neue Podcast von Deutschlandfunk Kultur, gehostet von [2][Samira El
       Ouassil] und Friedemann Karig, verspricht „außergewöhnliche Gespräche“ und
       „ein Gespür für das Unerzählte“. Die Messlatte wird damit hoch gelegt, denn
       das Konzept ist – abgesehen von zwei Männern, die sich selbst lustig finden
       – das Gewöhnlichste, was die Podcastlandschaft zu bieten hat: zwei Hosts
       und eine berühmte Person, die über ihr Leben spricht.
       
       Da Gäste wie Katja Riemann, [3][Oliver Polak] und Tyron Ricketts auch
       [4][nicht besonders schweigsame Personen des öffentlichen Lebens] sind,
       fragt man sich schon, woher das Unerzählte in „Link in Bio“ kommen soll.
       Wenig überraschend können Ouassil und Karig, die schon seit 2020 zusammen
       podcasten, diese Erwartung in den ersten Folgen nicht erfüllen. Die
       Gespräche bleiben oberflächlich.
       
       Eine Schauspielerin, die sich in der humanitären Hilfe engagiert. Ein
       Comedian, der auch traurig und tiefgründig ist. Das als die großen, neuen
       Geschichten zu verkaufen, ist plump.
       
       ## Wirklich gute Frage
       
       „Link in Bio“ ist kein schlechter, nur ein einfallsloser Podcast; das
       beginnt schon beim Namen. Das angekündigte dezidierte Gespür der beiden
       Hosts schafft es nicht aus einem auserzählten Format auszubrechen.
       Moderation und Gäste sind zwar sympathisch, man kann sich in den Gesprächen
       treiben lassen.
       
       Nur unter die Oberfläche, zu Dingen, die mit Unvorhersehbarkeit oder
       Ehrlichkeit überraschen, tauchen die Sprechenden selten. Der Trailer
       besteht aus einem Zusammenschnitt aus Gästen, die alle finden, ihnen sei
       gerade eine „wirklich sehr gute Frage“ gestellt worden. Wollte man da
       potenzielle Zuhörer:innen oder sich selbst überzeugen, dass „Link in
       Bio“ quirky und besonders ist?
       
       1 Dec 2023
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.deutschlandfunkkultur.de/link-in-bio-100.html
 (DIR) [2] /Medien-und-Krisen/!5965714
 (DIR) [3] /Neue-Talkshow-Gedankenpalast-im-BR/!5834235
 (DIR) [4] /Spotify-Podcast-Archetype/!5891864
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Elisa Pfleger
       
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