# taz.de -- Massaker an der saudischen Grenze: Deutsche Mitschuld?
       
       > Saudi-Arabien versucht sich als „normales“ Land darzustellen. Der Westen
       > ist zu oft bereit, die blutigen Seiten des Regimes zu übersehen.
       
 (IMG) Bild: Außenministerin Baerbock bei einem Treffen mit ihrem saudi-arabischen Kollegen in Dschidda im Mai 2023
       
       Saudi-Arabiens ehrgeiziger Kronprinz und de-facto-Herrscher Mohamed Bin
       Salman setzt alles daran, sein Königreich ins Rampenlicht zu rücken.
       [1][Gerade hat er in Dschidda ein großes Gipfeltreffen inszeniert,] um sich
       als politischer Makler im Ukrainekrieg zu profilieren. Saudische
       Fußballvereine werben derweil mit spektakulären Summen Superstars wie
       Neymar an, um ihr Land auch im Sport als Schwergewicht zu etablieren.
       
       In diese Glitzershow [2][platzt nun Human Rights Watch mit einem Bericht],
       der eine monströse Seite des Königreichs ausleuchtet: sein Grenzregime.
       Saudische Grenzbeamte sollen in den vergangenen Monaten Hunderte von
       Migrant*innen getötet haben, die auf der Suche nach einem besseren Leben
       aus Äthiopien über den Jemen nach Saudi-Arabien zu gelangen versuchten.
       [3][Das Ausmaß der dokumentierten Gräuel und die Brutalität sind
       erschreckend].
       
       Mit ihrem Bericht durchkreuzt die Menschenrechtsorganisation nicht nur
       saudische Pläne, ihr Land als weltoffen und liberal zu präsentieren. Er
       kommt auch westlichen Regierungen ungelegen, die dabei sind, ihre
       Beziehungen zu Saudi-Arabien auszubauen. Dafür drücken sie mehr als ein
       Auge zu und sehen über die Schattenseiten des Regimes großzügig hinweg.
       
       ## Deutschlands Topkunde: Saudi Arabien
       
       Trotz des brutalen, von Saudi-Arabien angeführten Kriegs im Jemen, [4][der
       bestialischen Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi] und der
       zunehmenden Zahl an Hinrichtungen bildet Deutschland Beamte der saudischen
       Grenzpolizei (!) aus, und das Königreich ist ein Top-Kunde deutscher
       Rüstungskonzerne. Erst im Mai war Außenministerin Baerbock in Saudi-Arabien
       und warb für einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen.
       
       Doch nach diesem Bericht darf es kein „Weiter so“ geben. Klar, auch Europa
       schottet sich gegen Flüchtlinge ab und nimmt ihren Tod im Mittelmeer
       billigend in Kauf. Aber Flüchtlinge an der Grenze einfach massenhaft
       erschießen? Das ist bislang nur der feuchte Traum der AfD und anderer
       Rechtspopulist*innen. Wer darauf nicht reagiert und zur Tagesordnung
       übergeht, macht sich mitschuldig.
       
       22 Aug 2023
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Arabische-Liga-tagt-in-Saudi-Arabien/!5935714
 (DIR) [2] https://www.hrw.org/news/2023/08/21/saudi-arabia-mass-killings-migrants-yemen-border
 (DIR) [3] /Saudi-Arabien-toetet-Fluechtlinge/!5950872
 (DIR) [4] /Nach-Mord-an-saudischem-Journalisten/!5843669
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Daniel Bax
       
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