# taz.de -- Vorschläge der Kommission Gas und Wärme: Zweifel an der Pool-Subvention
       
       > Die Regierung soll eine Obergrenze für bezuschusste Gasmengen prüfen,
       > raten Expert:innen. Privathaushalte mit hohem Verbrauch erhielten dann
       > weniger.
       
 (IMG) Bild: Wer privat einen Pool betreibt braucht sehr viel Energie aber keine staatlichen Zuschüsse
       
       Berlin taz | Zusätzliche Empfehlungen für wirksames Energiesparen hat die
       „Kommission Gas und Wärme“ am Montag veröffentlicht. Die von der
       Bundesregierung eingesetzten Berater:innen plädieren dafür, eine
       Obergrenze für die Gasmenge zu prüfen, die Privathaushalte verbilligt
       erhalten sollen. Wohlhabende und reiche Verbraucher:innen zum Beispiel
       mit großen Wohnungen oder Swimmingpools würden dann eventuell weniger
       Zuschüsse bekommen.
       
       Dieser und zahlreiche weitere Vorschläge stehen im Abschlussbericht der
       Kommission, die unter anderem die Wirtschaftsprofessorin Veronika Grimm
       leitet. Die Fachleute beraten die Koalition aus SPD, Grünen und FDP, wie
       die Gaspreisbremse ausgestaltet werden soll. Die Regierung will die Kosten
       des Erdgases für Privathaushalte und Unternehmen dämpfen.
       
       [1][Nach früheren Vorschlägen] würde sich die Subvention an der
       Verbrauchsmenge des Vorjahres orientieren. Wer bisher viel verbraucht hat,
       erhielte dann ebenso 80 Prozent der Menge zum verbilligten Preis wie
       sparsame oder ärmere Haushalte, die weniger konsumieren. Eine Obergrenze
       für die subventionierte Menge würde diese soziale Unwucht verringern und
       bei wohlhabenderen Verbrauchern möglicherweise zu mehr Energiesparen
       führen.
       
       „Geschieht dies nicht, wird mit subventioniertem Gas vergleichsweise leicht
       einzusparender Verbrauch, beispielsweise durch die Beheizung privater
       Pools, aufrechterhalten“, schreiben auch einige Bundestagsabgeordnete von
       SPD und Grünen in einem gemeinsamen Forderungspapier. In den kommenden
       Wochen muss sich die Ampelkoalition darüber einigen, [2][welche der
       Kommissionsvorschläge] sie umsetzen will.
       
       ## Mehr Energiesparen
       
       Darüber hinaus raten die Expert:innen zu zusätzlichen Maßnahmen, um den
       Gasverbrauch zu verringern. Die Bundesregierung will erreichen, dass in
       diesem Winter ein Fünftel des normalen Verbrauchs eingespart wird. „Mittels
       finanzieller Boni in Form eines Festbetrags könnte ein zusätzlicher Anreiz
       gesetzt werden, das 20-Prozent-Einsparziel pro Anschluss zu erreichen oder
       zu übertreffen“, schreibt die Kommission. Privathaushalte und Unternehmen
       könnten also eine zusätzliche Belohnung erhalten, wenn sie besonders viel
       Erdgas einsparen.
       
       Um das zu unterstützen, sollen die Energieversorger ihren Kund:innen
       regelmäßig Informationen über die verfeuerten Gasmengen zur Verfügung
       stellen – nicht nur einmal jährlich. Selbstkritisch räumt die Kommission
       allerdings ein, dass die technischen Voraussetzungen für solch schnelle
       Informationen oft noch nicht vorhanden seien.
       
       Die grundsätzlichen Vorschläge des Abschlussberichts unterscheiden sich
       nicht wesentlich vom Zwischenbericht, den die Kommission vor drei Wochen
       veröffentlichte. Demnach sollen die Verbraucher:innen und Firmen in
       diesem Dezember zunächst eine einmalige Zahlung erhalten, die die Gaskosten
       eines Monats ausgleicht. Die Regierung könnte das schon an diesem Mittwoch
       beschließen, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.
       
       Für den Zeitraum zwischen März 2023 und April 2024 soll es eine zusätzliche
       Subvention geben. Privathaushalte und kleinere Firmen erhielten
       beispielsweise 80 Prozent ihres normalen Verbrauchs zum gedeckelten Preis
       von 12 Cent pro Kilowattstunde. Für alles, was darüber liegt, stellten die
       Gasversorger die hohen Marktpreise in Rechnung. Bei Industrieunternehmen
       könnte der Beschaffungspreis für 70 Prozent des Verbrauchs auf 7 Cent
       begrenzt werden. Am Montagnachmittag beriet [3][Bundeskanzler Olaf Scholz
       (SPD) zusammen mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften über die
       Vorschläge].
       
       31 Oct 2022
       
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