# taz.de -- Landesverband der AfD Sachsen: Je dümmer, desto wirksamer
       
       > Der Landesverband der AfD Sachsen hat eine peinliche sexistische Grafik
       > gepostet. Ist das populistisches Kalkül oder einfach nur dämlich?
       
 (IMG) Bild: AfD Sachsen: Wie lässt man dem kalkulierten Tabubruch einfach die Luft raus?
       
       Dass die AfD ein rückständiges Frauenbild hat, ist weder neu noch
       überraschend. Trotzdem ist der Aufruhr groß, seitdem [1][der sächsische
       AfD-Landesverband] auf Instagram eine Grafik gepostet hat, in der zwei
       Frauentypen vorgestellt werden: Eine moderne Feministin in knapper Kleidung
       und „die tradiotenelle Frau“ (sic!) im züchtigen Kleid und Kind im Arm.
       Beschriftet ist die Feministin mit Aussagen wie „arbeitet im Mindestlohn –
       weil niemand ihren Gender-Abschluss braucht“, während die traditionelle
       Frau „Erziehung und Bildung der Kinder für ihre erste Pflicht“ hält.
       
       Besonders scheint die AfD die Haarpracht der beiden zu beschäftigen: Die
       Feministin hat „kaputte Haare von zuviel Färbung“, die traditionelle Frau
       ein „Gesundes Ego durch natürliche Haut und Haare“.
       
       Das ist ja so blöd, so verdammt blöd, dass man sich fragt … machen die das
       etwa mit Absicht?
       
       Der Tabubruch ist seit jeher fester [2][Bestandteil populistischer
       Strategien]. Das kalkulierte Überschreiten gesellschaftlicher Normen hat
       viele praktische Nebenwirkungen, allen voran Medienaufmerksamkeit.
       Schlechte Presse gibt es für die AfD nicht, denn die größten Partei-Fans
       halten eh nichts von den „Mainstream-Medien“.
       
       ## Deutschlandweites Fangnetz
       
       Die Strategie funktioniert. Nicht erst, seitdem [3][AfD-Mitglieder] über
       Vogelschisse und Jagden sprechen. Shitstorms haben der AfD noch nie
       geschadet, im Gegenteil. Die Politiker können sich so als heldenhafte
       Tabubrecher inszenieren: Wir haben uns endlich getraut, auszusprechen, was
       alle denken! Bei Bedarf können sie sich selbst als Opfer darstellen, weil
       sie missverstanden oder in die rechte Ecke gestellt werden würden. Die
       Armen.
       
       Das Problem: Während die eigenen Fans den „Mut“ bewundern, wird bei solchen
       Shitstorms das Fangnetz in der ganzen Republik ausgeworfen. Und Menschen,
       die noch nicht AfD wählen, sich aber von jungen Frauen mit kaputten,
       gefärbten Haaren bedroht fühlen, werden möglicherweise in den Bann gezogen.
       Die Grafik auf Twitter zu verbreiten spielt der AfD daher eher in die
       Karten, als dass es sie stört.
       
       Vom Instagram-Feed der AfD Sachsen ist das Bild verschwunden. Trotzdem hat
       es sich weit verbreitet. In Zukunft gilt es, provokative Beiträge nicht
       ohne ausführliche Einordnung zu reposten. Selbst wenn sie mit peinlichen
       Rechtschreibfehlerchen locken.
       
       25 Oct 2022
       
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